Mexiko

Widerstand gegen Bergbauprojekte im Isthmus von Tehuantepec


(Mexiko-Stadt/Berlin, 12. Oktober 2016, poonal).- „Das Land gehört uns, nicht ihnen“, brachte es ein Gemeindevertreter auf den Punkt. Etwa 500 Personen aus sieben Landkreisen, die zur Region Isthmus von Tehuantepec im Bundesstaat Oaxaca gehören, beschlossen in einer Versammlung in dem Ort San Pedro Tapanatepec ein Bündnis  gegen Bergbauprojekte. Neben zahlreichen Gemeindeautoritäten waren auch viele einfache Bauern und Bäuerinnen, Fischer*innen und Viehzüchter*innen anwesend. Künftig soll ein Komitee für die Regionale Gegenwehr gegen den Bergbau im Isthmus von Tehuantepec die Bevölkerung informieren und organisieren.

In den zurückliegenden Jahren hat die Bundesregierung fünf Bergbaukonzessionen an drei kanadische Konzerne in der Region vergeben. Die Ausbeutung der Bodenschätze im Tagebau auf einer konzessionierten Fläche von insgesamt 30.000 Hektar soll in Kürze beginnen. Die Gegner*innen der Vorhaben machen geltend, bei der für 50 Jahre geltenden Konzessionsvergabe nicht gefragt worden zu sein. Sie fürchten unter anderem eine Zerstörung der Vegetation mit negativen Folgen für die Wasserspeicherung in der Region sowie eine Vergiftung der Wasserreserven. Auf der Versammlung wurde auch das Arbeitsplatzargument zurückgewiesen, dass Regierung und Konzerne oft anführen. Im Vergleich zur Beschäftigung in der regionalen Landwirtschaft falle das Angebot im Tagebau nicht ins Gewicht (detaillierte Informationen auf Spanisch).

CC BY-SA 4.0 Widerstand gegen Bergbauprojekte im Isthmus von Tehuantepec von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Zwei Jahre nach Flusskontamierung durch Kupfermine: Bleibende Schäden für Menschen und Natur Von Gerold SchmidtInfoversanstaltung zur Kontaminierung des Rio Sonora und seiner Zuflüsse (2014) / Foto: libera radio acmac, cc-by-nc-2-0(Mexiko-Stadt, 20. Juli 2016, npl).- Am 6. August 2014 ergossen sich im nördlichen Bundesstaat Sonora 40 Millionen Liter Sulfatsäure und mehrere hundert Tonnen Schwermetalle aus einem Rückhaltebecken der Kupfermine des mexikanischen Bergbau-Unternehmens Buenavista del Cobre direkt in den Sonora-Fluss. Dutzende Kilometer verseuchter...
Bergbau: Mehr durchwühlte Erde (Berlin, 23. September 2014, poonal).- Der Bergbauboom in Mexiko hält weiter an. Im Durchschnitt erteilt das mexikanische Wirtschaftsministerium jeden Monat 64 neue Konzessionen. Offiziell gibt es derzeit 25.566 gültige Genehmigungen für Bergbauprojekte. Glaubt man den Zahlen, so bedeutet dies aufgrund auslaufender Konzessionen und weniger genehmigten bzw. gestellten Neuanträgen im Vergleich zur Regierungszeit von Felipe Calderón (2006 – 2012) allerdings einen leichten Rückga...
Stimmen des Widerstands – Frauen in Gemeinderadios Von Mariana CidGrafik: Medio a medio/Colectivo Mujeres 8 de Marzo(Concepción, 20. Mai 2016, medio a medio).- Angesichts der medialen Bombardierung durch Bilder und Berichte voller Gewalt gegen Frauen, ergreifen diese in den Gemeinderadios selbst das Wort. Sie sprechen dabei von ihren Gefühlen, brechen gängige Mythen, bauen Netzwerke und auch sich selbst mit ihren eigenen Stimmen auf. Überaus divers sind die Erfahrungen, die sich in Chile und ganz Lateinamerika immer ...
Ecuadors Regierung gegen Indigene und Umweltschützer*innen Von Silvia Ribeiro*Militär schützt das EXSA-Camp. Foto: Servindi/assets.change.org(Mexiko-Stadt, 7. Januar 2017, la jornada/poonal).- Das Shuar-Volk hat keinen Zweifel an seinem Widerstand gegen den Bergbau und andere Megaprojekte auf seinen Territorien gelassen. Wie andere indigene Völker haben sich die Shuar seit Jahrzehnten aktiv gegen den Vormarsch von Minen- und Erdölunternehmen gewehrt. Das haben sie mit Unterdrückung, Kriminalisierung und vielen ermordeten Anf...
Klares Urteil zur vorherigen Konsultation indigener Gemeinden Foto: Servindi/comuncamapu.blogspot.com(Lima, 30. November 2016, servindi). – Die Zivilkammer des Obersten Gerichtes der Provinz Puno hat eine Vergabe von Bergbau-Konzessionen für verfassungswidrig erklärt, wenn vorher die betroffenen ländlichen Gemeinden weder informiert noch angehört wurden. Das Urteil ist bei Vertreter*innen der peruanischen Zivilgesellschaft auf einhellige Zustimmung gestoßen. So unterstrich die Nationale Koordinationsstelle für Menschenrechte CNDDHH...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.