Mexiko

Viel Arbeit, wenig Lohn


Foto: Razi Marysol Machay / CC BY-SA 2.0, flickr(Berlin, 06. September 2014, poonal).- Die UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika Cepal (Comisión Económica para América Latina y el Caribe) kommt in einer jüngst veröffentlichten Studie über die Jahre 1995 bis 2009 zu wenig erfreulichen Ergebnisse für die mexikanischen Arbeiter*innen. Während in Brasilien, Argentinien, Chile und Kolumbien die wöchentliche Arbeitszeit in dieser Periode unterschiedlich stark sank, stieg sie in Mexiko von durchschnittlich 40,7 Stunden auf 43,3 Stunden an. „Wahrscheinlich aufgrund der Modernisierung der Gesetzgebung“, zitiert die Tageszeitung La Jornada die Cepal.

Die Lohnkosten dagegen sind in Mexiko niedriger als in den Vergleichsländern. Auch wenn die Studie keine Zahlen über die laufende Dekade enthält, dürfte sie durchaus bezeichnend für die aktuelle Situation sein. Die unteren Einkommensschichten können mit ihren Löhnen kaum die Grundbedürfnisse befriedigen.

Debatte über Erhöhung des Mindestlohns

Der offiziell bestimmte allgemeine Mindestlohn für ungelernte Arbeiter*innen liegt in allen Landesregionen unter 70 Pesos pro Tag. Das entspricht umgerechnet etwa 4 Euro. Nach wie vor müssen in Mexiko mehrere Millionen Menschen mit diesem Minimaleinkommen (über)leben. Derzeit gibt es eine Debatte über eine substantielle Erhöhung des Mindestlohns. Seine Anhebung lag in den zurückliegenden Jahren permanent unter dem Anstieg der Lebensmittelpreise.

Nach einem Bericht des Zentrums für Multisdisziplinäre Analyse der Wirtschaftsfakultät der Autonomen Nationaluniversität Mexikos mussten die mexikanischen Arbeiter*innen aufgrund dieser Situation allein in den knapp zwei Jahren seit Amtsantritt der Regierung unter Präsident Peña Nieto einen realen Kaufkraftverlust von 7,2 Prozent hinnehmen.

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