Kanada Peru

Verhaftung von kanadische Aktivistin bleibt rechtmäßig


Aktivistin jennifer Moore

Jennifer Moore von Mining Watch Canada. Foto: Servindi

(Lima, 1. Juni 2017, servindi).- Die Verhaftung der kanadischen Umweltaktivistin Jennifer Moore bleibt vorerst rechtmäßig. Das hat die erste Strafkammer des Obersten Gerichtshofes in Lima beschlossen. Die Aktivistin war am 21. April in der peruanischen Stadt Cusco vorübergehend festgenommen worden, nachdem sie dort einen Dokumentarfilm präsentiert hatte, der sich kritisch mit den Auswirkungen des Bergbauunternehmens Hudbay in Guatemala, den USA, Kanada und Peru auseinandersetzt. Gegen die Entscheidung des Gerichts hat die Verteidigung Einspruch eingelegt.

Am 16. Mai hatte die Verteidigung von Moore, das Anwaltsbüro IDL (Instituto de Defensa Legal) einen Antrag eingereicht, um das peruanische Innenministerium, das Sicherheitsbüro der Polizei in Cusco und die Leitung der Migrationsbehörde für die Verhaftung von Moore gerichtlich zu belangen. „Es besteht die dringende Gefahr einer erneuten unrechtmäßigen Verhaftung der Kanadierin Jennifer Moore in ihrer Funktion als Lateinamerika-Koordinatorin von Mining Watch Canada und als Menschenrechtsverteidigerin“ , erklärte ihr Verteidiger Juan Carlos Ruiz Molleda vom IDL.

Zwar befinde sich Moore gegenwärtig in Kanada in Freiheit, eine „dringende Gefahr“ begründete der Experte aber damit, das die Aktivistin plant, am 8. August erneut nach Peru zu reisen.

Verteidigung spricht von willkürlichen Festnahmen

Jennifer Moore von der NGO Mining Watch Canada und der US-Dokumentarfilmer John Dougherty waren am 21. April in Cusco verhaftet worden. Sie hatten zuvor den Dokumentarfilm „Fraude de Flin Flon“ vorgeführt, das Ergebnis einer langen Recherche über das Bergbauunternehmen Hudbay in Guatemala, den USA, Kanada und Peru.

„Wie kann es sein, dass Ausländer beschuldigt werden, die öffentliche Ordnung zu stören, weil sie einen Film gezeigt haben, der den Missbrauch der Bevölkerung durch ein Unternehmen und seine Bergbauaktivitäten zeigt?“, fragt Juan Carlos Ruiz. „Wie kann man Ausländern ihr Recht auf freie Meinungsäußerung verbieten mit dem Hinweis, sie hätten kein Arbeitsvisum? Und das, obwohl sie nur wenige Tage in Peru verbracht hatten“.

CC BY-SA 4.0 Verhaftung von kanadische Aktivistin bleibt rechtmäßig von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Film- und Bergbauaktivist*innen Dougherty (USA) und Moore (Kanada) nach Filmvorführung verhaftet Der Film "Fraude en Flin Flon" ist für den Minenbetreiber HudBay ziemlich unbequem / Bildquelle: servindi (Lima, 22. April 2017, servindi-poonal).- Nach der Vorführung des Films "Fraude en Flin Flon" im Rahmen des Filmforums "Conflictos mineros: de Canadá al sur andino" in Cusco am 21. April, sind John Dougherty (USA) und Jennifer Moore (Kanada) beim Verlassen der Räumlichkeiten von Polizisten der Sicherheitspolizei verhaftet worden. Dougherty ist der Regisseur des Dokume...
Demonstration gegen Bergbau in Chiapas Die Demonstration in Chicomuselo. Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 3. Oktober 2017, desinformémonos/poonal).- Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas nahmen am 2. Oktober etwa 5.000 Menschen an einem großen "Protestmarsch gegen Bergbau und Landraub" durch die Gemeinde Chicomuselo teil. Sie protestierten dagegen, dass der Staat, gemeinsam mit Bergbauunternehmen, mit "Repression, Einschüchterungen, Drohungen, Haftstrafen bis hin zu Morden" gegen Landverteidiger*innen un...
Verdacht auf Massaker an unkontaktierten Indigenen Von Roger Tunque Nicht kontaktierte Indigene auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2010. Foto: Servindi (Lima, 12. September 2017, servindi).- Im brasilianischen Bundesstaat Amazonas soll im August ein Massaker an unkontaktierten Indigenen verübt worden sein, dem mindestens ein Dutzend Indigene, darunter Kinder und Frauen, zum Opfer gefallen sein soll. Das brasilianische Bundesinnenministerium der Stadt Tabatinga hat Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Massaker aufgenommen, nac...
Argentinischer Aktivist bleibt verschwunden Von Jessica Zeller und Darius Ossami Wo ist Santiago Maldonado? Am 1. September, einen Monat nach Verschwinden des Aktivisten, protestieren Argentinier*innen auf der ganzen Welt. Hier auf dem Berliner Wittenbergplatz in Berlin, unweit der argentinischen Botschaft. Foto: Jessica Zeller (Berlin, 7. September 2017, npl).- In Argentinien herrscht weiterhin Unklarheit über den Verbleib von Santiago Maldonado. Am 1. August war der linke Aktivist bei Protesten der indigenen M...
Atempause für Naturschutz im Amazonasgebiet Von Andreas Behn, Rio de Janeiro Proteste gegen das Renca-Dekret von Präsident Temer vor der abgeordnetenkammer-am 30. august 2017 / foto: agencia-brasil, cc-by-2.0 (Rio de Janeiro 01. September 2017, npl).- Die Justiz blockiert die geplante Ausweitung des Bergbaus im brasilianischen Amazonasgebiet. Ein Bundesgericht in Brasilia kassierte ein Dekret von Präsidenten Michel Temer, mit dem ein rund 46.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiet direkt nördlich des Amazonas...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.