Mexiko

Veracruz: Überreste von Verschwundenen aufgetaucht


Die Angehörigen suchen seit Wochen verzweifelt nach den Verschwundenen. Foto: Desinformémonos

Die Angehörigen suchen seit Wochen verzweifelt nach den Verschwundenen. Foto: Desinformémonos

(9. Februar 2016, desinformémonos).- Das mexikanische Innenministerium hat am Nachmittag des 8. Februar mitgeteilt, dass die Bundespolizei sterbliche Überreste von zwei der fünf jungen Menschen gefunden hat, die am 11. Januar in Tierra Blanca, Veracruz, verschwunden sind. „Beim Abgleich der auf der Farm gefundenen Proben mit den genetischen Profilen der Angehörigen der Verschwundenen konnten Übereinstimmungen mit zwei der Verschwundenen festgestellt werden“, so die nüchterne Mitteilung des Ministeriums.

Die Überreste wurden gefunden, nachdem die Farm in der Gemeinde Tlalixcoyan, Veracruz, entdeckt und beschlagnahmt worden war. Forensiker und Kriminalbeamte haben Knochenreste sowie Blutspuren gesammelt und genauestens genetisch untersucht.

Familienangehörige machen mindestens sieben Polizisten des Bundesstaates Veracruz für das Verschwinden verantwortlich. Einer von ihnen ist Marcos Conde Hernández, Beauftragter für die öffentliche Sicherheit des Städtchens Tierra Blanca. Angehörige von Verschwundenen-Organisationen haben ihn beschuldigt, bereits zuvor in irreguläre Festnahmen sowie Verschleppungen von Menschen in Veracruz verwickelt gewesen zu sein.

Die fünf jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren hatten vor ihrem Verschwinden Urlaub an der Playa Vicente gemacht. Der Vater eines der Verschwundenen, Bernardo Benítez Herrera, hat bereits die Überreste seines Sohnes identifiziert. Die beschuldigten Polizisten sitzen in Haft.

CC BY-SA 4.0 Veracruz: Überreste von Verschwundenen aufgetaucht von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Karawane der „Mütter verschwundener Migrant*innen“ zieht wieder los
50
(Mexiko-Stadt, 6. Oktober 2018, desinformémonos).- Die „14. Karawane der Mütter Verschwundener Migrant*innen 2018“ läuft wieder einen Teil der mexikanischen Migrationsroute ab, um Hinweise auf das Verschwinden ihrer Kinder zu finden. Vom 23. Oktober bis 7. November wird es in zwölf mexikanischen Bundesstaaten Such- und Protestaktionen geben. Sie decken damit 4000 Kilometer der typischen Route der Migration ab. Sie hoffen darauf, mit ihren Aktionen die mexikanische Gesellschaf...
Neun Jahre Haft für Ex-Gouverneur von Veracruz
34
(Mexiko-Stadt, 27. September 2018, desinformémonos).- Der Ex-Gouverneur der mexikanischen Provinz Veracruz, Javier Duarte, ist zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Darüber hinaus muss er eine Strafe von knapp 59.000 Pesos (2720 Euro) zahlen. Duarte hatte sich zuvor der Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung für schuldig erklärt. Im Gegenzug wurde sein Strafmaß reduziert. Allerdings muss Duarte nur noch siebeneinhalb Jahre in Haft verbringen, da er berei...
Neues Massengrab in Veracruz
82
(Mexiko-Stadt, 7. September 2018, npl).- Bei dem am vergangenen Donnerstag, den 6. September bekannt gemachten Fund eines Massengrabes im Landkreis Alvarado im mexikanischen Bundesstaat Veracruz gehen die Behörden aufgrund der Schädelanzahl inzwischen von mindestens 174 verscharrten Leichen aus. Es handelt sich mutmaßlich um die Opfer von Gewaltverbrechen. Am Wochenende hatten bereits mehr als 100 Familienangehörige von Verschwundenen aus dem gesamten Bundesstaat den Sitz der...
Hasta siempre Sara Peretti
32
(Buenos Aires, 17. April 2018, anred).- Sara Peretti, eine der Mütter der Plaza de Mayo im Verwaltungsbezirk Lomas de Zamora, ist von uns gegangen. Voller Stolz sprach sie von ihrem Sohn. Sie erklärte, die politisch aktiven Jugendlichen wüssten genau, was sie wollten, sie seien sich der Gefahr bewusst gewesen und hätten ihr Leben für ihre Überzeugung gegeben. Sara klapperte Polizeiwachen und Kasernen ab; zusammen mit anderen Müttern, deren Kinder ebenfalls verschwunden waren,...
Yoreme-Dörfer: Indigene Paradiese oder totgeschwiegene Gewalttaten?
61
(Mexiko-Stadt, 8. März 2018, La Jornada).- 2017 das erste Mal in die Heimat meiner Grosseltern im Yoreme-Territorium im Bundesstaat Sinaloa zurückzukehren, war eine erschütternde Erfahrung. Es war das gewalttätigste Jahr der vergangenen zwei Jahrzehnte. Die familiären Yoreme-Wurzeln waren im Anekdotenschatz der Familie verschüttet – ausgelöst durch den Rassismus in der mexikanischen Gesellschaft, der dazu führt die indigenen Abstammungen zu leugnen und das Kastenwesen hervorz...