USAID wird des Landes verwiesen


Vorbei mit hilfspaketen aller Art von USAID / USAID Images, CC BY-SA 2.0, Flickr(Venezuela, 02. Mai 2013, telesur-poonal).- Während des Festaktes zum Tag der Arbeiter*innen am 1. Mai gab der bolivianische Präsident Evo Morales bekannt, dass die US-Entwicklungsbehörde USAID des Landes verwiesen wird. Morales begründete dies mit Konspiration der Organisation gegen die Regierung und der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.

 

USAID hat seinen Sitz in Washington und koordiniert die gesamten Aktivitäten der Außenpolitik der Vereinigten Staaten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1964 war die US-Institution in Bolivien tätig. Neben Programmen im Bereich Gesundheit und für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen finanzierte USAID auch das Militär und die Bekämpfung des Drogenanbaus.

Die Institution habe seit 1964 „politische Zielen verfolgt, nicht soziale Ziel“, so Morales, der USAID beschuldigte, Führungspersonen benutzt zu haben und sich Leute an der Basis durch das Verteilen von Almosen zu kaufen.

Absage an Manipulationsversuche durch die USA

Morales kritisierte die jüngsten Äußerungen von US-Außenminister John Kerry, in denen dieser unterstrich, dass die Region „das Hinterland“ seines Staates sei.

„Offensichtlich denken [die USA] noch immer, dass man hier politisch und ökonomisch manipulieren kann: Das war einmal“, hob Morales hervor. Bolivien sei eben kein Hinterland mehr, durch die wirtschaftliche Befreiung, die Nationalisierung der Erdöl- und Erdgasvorkommen und den Kampf der sozialen Bewegungen.

Bolivien hatte bereits 2008 den US-Botschafter und die US-Antidrogenbehörde DEA wegen Korruption und Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes verwiesen. Alfredo Rada, Vizeminister für soziale Bewegungen, erklärte, dieser Schritt sei „ein Akt der Souveränitätsausübung des Landes“. Die Äußerungen von Kerry hätten zu dieser Entscheidung beigetragen, die nicht „als negatives Zeichen für die Internationale Entwicklungszusammenarbeit“ verstanden werden dürfe. Rada betonte zum anderen die guten Beziehungen mit Europa und Asien.

Projekte von USAID sollen vom bolivianischen Staat weitergeführt werden, so dass die Zielgruppen keine Nachteile erhalten, betonte Rada.

CC BY-SA 4.0 USAID wird des Landes verwiesen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Cracolândia: Hilfe und Repression im Land des Cracks Polizeiaktion am 11. Juni in Cracolândia. Foto: Fotospublicas.com/Mastrangelo Reino/A2img (CC BY-NC 2.0) Im Norden der Innenstadt von São Paulo liegt Cracolândia, das Land des Cracks. Das Viertel ist in ganz Brasilien ein Symbol für die Drogenepidemie im Land. Ein städtisches Hilfsprogramm zeigte in den letzten Jahren viel beachtete Erfolge. Doch damit ist nun Schluss: Der neue, rechtsgerichtete Bürgermeister setzt wieder ganz auf Vertreibung und Bestrafung. Und das wohl ni...
Verwicklung der Politik in den Drogenhandel will keiner untersuchen Abschlussbericht soll am 2. September vorliegen Deshalb beschränkte sie sich neben den bereits durchgeführten Befragungen von Entscheidungsträger*innen darauf, ohne um eine Fristverlängerung zu bitten, am 2. September einen Abschlussbericht zu 20 Gesetzesprojekten mit Vorschlägen vorzulegen, mit denen der Einfluss des Drogenhandels auf die Parteien und politischen Organisationen des Landes verhindert und bekämpft werden soll. Neben der Vorsitzenden Rosa Mavila gehören der Kom...
Konservative Welle gegen Gesetz zum Umgang mit Marihuana Widerstand Der vor kurzem in sein Amt eingeführte Präsident Uruguays, Tabaré Vázquez, verkündete am vergangenen 6. März 2015, dass er zu Beginn seiner Amtszeit den Verkauf von Marihuana an Endkund*innen nicht einführen werde. Nach Aussagen des neuen Staatschefs sei es erklärtes Ziel, zunächst die Auswirkungen des neuen Gesetzes auf die Gesellschaft zu analysieren, ehe der freie Handel überhaupt aufgenommen werden könne. Ein neues Datum für die Umsetzung der Novelle wurde nich...
Mexiko: Was man über den „größten Fund“ der Massengräber in Veracruz weiß Von Juan Paullier, BBC Mundo* Protest gegen Gewaltsames Verschwindenlassen: "Wo sind sie?" / Foto: Adital/comitecerezo (Archiv) (São Leopoldo, 16. März 2017, IHU-BBC Mundo).- Es ist noch unklar, wie viele Körper in den Massengräbern im Bundesstaat Veracruz begraben liegen, doch es wird davon ausgegangen, dass sie die Zahl noch steigt. Die Entdeckung des wohl größten Massengrabs in Mexiko erschüttert zum wiederholten Mal ein Land, das an solche Funde traurigerweise gewö...
Kirche gegen geplante Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes Von João Flores da Cunha Die katholische Kirche in Bolivien wettert gegen den Gesetzentwurf. Foto: ihu-unisinos (São Leopoldo, 14. März 2017, ihu-unisinos).- Ein Reformentwurf des Abtreibungsgesetzes, den die Regierung des Präsidenten Evo Morales vorgestellt hat, hat einen Streit in Bolivien ausgelöst. Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Möglichkeiten von Frauen verbessern, legal abzutreiben. Für die bolivianische Kirche ist die Initiative „Unheil bringend“. D...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.