Kolumbien

Unterbrechung der Kampfhandlungen für Geiselbefreiung geplant


(Venezuela, 12. Januar 2011, telesur).- Die kolumbianische Regierung hat am Dienstag, 11. Januar, dem Komitee des Internationalen Roten Kreuzes (CICR) zugesagt, seine Militäraktionen für 36 Stunden in einem Gebiet zu unterbrechen, in dem fünf Geiseln unilateral von der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) freigelassen werden sollen.

„Wir werden die Aktivitäten der Öffentlichen Streitkräfte für einen Zeitraum von 36 Stunden an einer noch festzulegenden geographischen Zone aussetzen; dieser Prozess wird jedoch den Anforderungen der Vernunft und der strikten Sicherheitsbedingungen entsprechen“, versicherte der kolumbianische Verteidigungsminister Rodrigo Rivera. Er stellte klar, dass sich die Aussetzung der Militäroperationen nicht auf Polizeipatrouillen in Stadtzentren beziehe.

Rivera fügte hinzu, dass sein Ministerium mindestens 23 Stunden vorab über das genaue Datum der Befreiungsaktion informiert werden solle, um den Rückzug einzuleiten und die Vorbereitungen zu treffen, die für die Realisierung der unterzeichneten Vereinbarungen erforderlich sind.

Seinerseits gab der Vertreter des internationalen Rotkreuzkomitees in Kolumbien, Christophe Beney, bekannt, dass die Befreiungsaktion stattfinden solle, eine Woche oder zehn Tage nachdem die FARC der Menschenrechtsverteidigerin Piedad Córdoba die Koordinaten für die Geiselübergabe übermittelt haben. „Der Knackpunkt liegt darin, dass die Operation solange nicht eingeleitet wird, bis Piedad Córdoba in Besitz der Koordinaten ist. Laut den Informationen, die wir von ihren Kollegen erhalten haben, wurden die Angaben bislang noch nicht übermittelt und das kann einen Tag, eine Woche oder einen Monat dauern“, äußerte sich der Vertreter. Er ergänzte, dass bereits damit begonnen wurde, sich um die Logistik zu kümmern. Daher sei zu hoffen, dass man nach Erhalt der Koordinaten ohne Verzögerungen mit der Aktion beginnen könne.

Vergangenen Dienstag hat die kolumbianische Regierung die Liste akzeptiert, in der der CICR Sicherheitsgarantien für die Befreiung der fünf Gefangenen aus den Händen der Rebellenorganisation vorschlägt. Der Verteidigungsminister teilte mit, dass es sich abgesehen von unwesentlichen Änderungen um den bereits in vorherigen Fällen vom Komitee des Roten Kreuzes verwendeten Vertrag für unilaterale Geiselbefreiungen handele.

Das Dokument, dessen Entwurf bereits am Nachmittag des 11. Januars bewilligt wurde, soll in den darauffolgenden Tagen im Verteidigungsministerium unterzeichnet werden. Am 8. Dezember des vergangenen Jahres kündigte die FARC die einseitige Befreiung von fünf Gefangenen an. Dies galt als ausgleichende Geste nach der Amtsenthebung der Senatorin Piedad Córdoba, der sie für ihren menschlichen Einsatz in dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien ihre Dankbarkeit ausdrücken wollten.

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