Kolumbien

UNO fordert Aufklärung der Morde an Indigenen


UNO fordert Aufklärung

Die berüchtigte Spezialeinheit der Polizei, ESMAD, wird für drei Todesopfer verantwortlich gemacht. Foto: Telesur/Contagioradio

(Caracas, 9. Juni 2016, telesur).- Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat die kolumbianische Regierung aufgefordert, den Tod von drei Indigenen aufzuklären, die seit dem Beginn der landesweiten Streikaktion Minga Agraria am 30. Mai ums Leben gekommen sind. “Diese Vorfälle müssen von den Justizbehörden vollständig aufgeklärt werden; wir bieten dabei unsere volle Unterstützung an. Es müssen alle Vorkehrungen getroffen werden, um zu vermeiden, dass sich solche Situationen wiederholen”, teilte die Organisation auf ihrer Webseite mit.

Das Hochkommissariat zeigte sich auch besorgt über die hohe Anzahl an Verletzten, sowie die massenhafte Vorverurteilung und Stigmatisierung der Protestierenden. Ein dauerhafter Frieden, der Menschenrechte respektiere, “benötigt dringend den politischen Dialog, um Übereinkünfte zu erzielen und die Konfrontation zu vermeiden.” Das Leben von Allen müsse garantiert werden. Die UNO forderte alle Seiten auf, die Bemühungen zu verstärken, Spannungen abzubauen und guten Willen zu zeigen, um Vertrauen und Dialogbereitschaft wieder herzustellen. Der Staat müsse dafür sorgen, dass die Menschenrechte bei sozialen Protesten gewahrt bleiben.

Rechtsbruch und paramilitärische Drohungen

Das Bündnis Cumbre Agraria hat den unbefristeten Streik am 30. Mai begonnen; zehntausende Bauern und Bäuerinnen, Indigene, Studierende, Lehrkräfte und Lieferfahrer*innen nehmen daran teil. Sie machen die Angriffe der Aufstandsbekämpfungseinheit ESMAD(Escuadrón Móvil Antidisturbios) verantwortlich für den Tod der drei Indigenen im Valle del Cauca, 134 Verhaftungen in Santander de Quilichao und über 100 Verletzte.

Zu den Polizeiaktionen kommen Todesdrohungen der paramilitärischen Águilas Negras. Der Indigene Regionalrat des Cauca CRIC (Consejo Regional Indígena del Cauca) warf der Regierung vor, sie führe einen “Krieg” gegen die soziale Bewegung im Land. Es sei ein klarer Verfassungsbruch, wenn schutzlose Menschen und Personengruppen mit Schusswaffen angegriffen würden, die nur friedlich ihre Rechte einforderten, erklärte der CRIC.

 

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