Chile

Unmenschliche Bedingungen für chinesische ImmigrantInnen


von Diario del Senado

puertosanvicente. Foto: Medio a medio(Concepción, 25. August 2014, medio a medio).- Der chilenische Senator Alejandro Navarro hat sowohl vor dem regionalen Arbeitsministerium als auch vor der Seeaufsichtsbehörde von Talcahuano Klage eingereicht. Grund zu der Anzeige sind die Umstände, unter denen eine Gruppe von Ausländer*innen an der Erweiterung der Kaimauer im Hafen von San Vicente arbeitet.

„Es gibt chinesische Mitbürger*innen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten.“ Mit diesen Worten beschreibt Senator Navarro die Situation von ungefähr 80 Arbeiter*innen chinesischer Herkunft, „welche unter unmenschlichen Bedingungen mit dem Ausbau der Kaimauer im Hafen von San Vicente in Talcahuano beschäftigt sind. Viele von ihnen sind bereits länger als ein Jahr in Chile – ohne Ferien, ohne Sonn- und Feiertage“.

Versprechen wurden nicht eingehalten

Das Parlamentsmitglied erklärte, dass das „Unternehmen CHEC Chile SPA ihnen versprochen habe, elf Monate in Chile und einen Monat in China verbringen zu können. Auch dieses Versprechen sei nicht eingehalten worden. Es gäbe sogar Arbeiter*innen, die sich auf einem Transportschiff befänden, ohne je den Hafen betreten zu haben“.

Weiterhin fügte er hinzu, dass laut Informationen von Gewerkschaftsmitgliedern die chinesischen Arbeiter*innen in dem Stadtteil von Talcahuano mit dem Namen ‚Monte Redondo‘ auf dem Berg ‚La Gloria‘ in Baracken schliefen. Benötigten sie ärztliche Hilfe, müssten sie selbst die Kosten übernehmen. Dies führe dazu, dass sie die medizinische Versorgung ablehnten und krank zur Arbeit gingen.

Nach Ansicht des Parlamentsmitglieds „handelt es sich um einen Zustand der totalen Ausbeutung, ebenso wie um eine grundsätzliche Verletzung der Grundrechte der chinesischen Arbeiter*innen. Eine solche sklavenähnliche Behandlung ist nicht akzeptabel. Wenn die Arbeiter*innen sich jedoch beschweren, droht man ihnen damit, sie nach China zurückzuschicken“.

Auch chilenische Arbeiter*innen drangsaliert

Alejandro Navarro gab an, dass es sich bei den übrigen Arbeiter*innen um Personen chilenischer Nationalität handele, die ebenfalls Opfer der schlechten Behandlungen gewesen seien. So wären sie zum Beispiel körperlichen und seelischen Misshandlungen ausgesetzt gewesen, ebenso wie Drangsalierungen während der Arbeit und Praktiken, die im krassen Gegensatz zu sämtlichen Regeln der Gewerkschaft stünden.

Der Senator erklärte weiterhin, dass die Arbeiter*innen ihn über die gravierenden Hygiene- und Sicherheitsprobleme informiert hätten, ebenso wie über die fehlenden Vorkehrungen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen. Daher habe er sich an die regionalen Behörden gewandt und die Vorfälle eingereicht, damit die entsprechenden Maßnahmen ergriffen würden.

„Wir haben dem regionalen Ministerialsekretär (SEREMI – Secretario Regional Ministerial) der Region am Fluss Biobío die Berichte ausgehändigt, damit die Direktion und das Aufsichtsamt die Vorfälle überprüfen, Strafen verhängen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen mit dem Ziel, dass die Menschen ihre Arbeit in würdiger Art und Weise verrichten können und dies gesetzlich geregelt ist.“

Er fügte hinzu, dass er „über den Senat sowohl von der Direktion der Verwaltung für Hoheitsgewässer als auch von der Seeaufsichtsbehörde Talcahuanos einen Bericht angefordert hat, damit die Behörden die Situation der chinesischen Mitbürger*innen überprüfen“. Senator Navarro wollte nicht ausschließen, dass es auch Menschenhandel gebe zum Zwecke der Ausbeutung von Arbeitskräften. Daher kündigte er an, die Berichte auch an die Staatsanwaltschaft auszuhändigen.

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