Mexiko

Ungewissheit im Agrarsektor nach Milliardenkürzungen


von Ceccam

Per Kürzung aufs Trockene gesetzt? / Foto: andresg, 2009, flickr(Berlin, 06. Februar 2015, poonal).- Am 30. Januar verkündete der mexikanische Finanzminister Luis Videgaray angesichts drastisch gefallener Öleinnahmen des Landes – der Preis pro Barrel mexikanisches Öl stürzte in den vergangenen Monaten auf unter 40 US-Dollar ab – eine umfangreiche Haushaltskürzung. Insgesamt 124 Milliarden Pesos (ca. sieben Milliarden Euro) sollen in 2015 eingespart werden.

Bei den vorgesehenen Einsparungen steht das Agrarministerium mit gut sieben Milliarden Pesos nach dem Kommunikations- und Transportsektor sowie dem Bildungsbereich an dritter Stelle. Bauernorganisationen wie El Barzón oder Unorca fordern Finanz- und Agrarministerium zu Transparenz auf. Sie befürchten, dass unter anderem Kompensationszahlungen für die Mais- und Weizen anbauenden Landwirt*innen gestrichen werden könnten.

Bisher ist nur die Summe der Budgetkürzung für das Agrarministerium bekannt, nicht aber, wo und wie sie genau umgesetzt wird. Das Ministerium versicherte in einer ersten Stellungnahme, die Einsparungen würden bei laufenden Ausgaben und in der Verwaltung vorgenommen. Grundlegende Programme zur Unterstützung der Landwirt*innen seien nicht beeinträchtigt.

Ursprünglich hatte der mexikanische Kongress dem Agrarministerium gut 92 Milliarden Pesos im Haushalt 2015 bewilligt, zehn Milliarden mehr als im Vorjahr. Diese Erhöhung wird durch die angekündigte Kürzung und die Inflation praktisch hinfällig.

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