Kolumbien Südamerika

UNASUR beschließt außerordentliches Gipfeltreffen zu Militärbasen in Kolumbien


(Havanna, 10. August 2009, prensa latina).- Auf dem 3. UNASUR–Gipfel, der am vergangenen 10. August im ecuadorianischen Quito abgehalten wurde, vereinbarten die Präsident*innen der Union Südamerikanischer Staaten UNASUR (Unión de Naciones Suramericanas), in naher Zukunft einen außerordentlichen Gipfel abzuhalten. Er soll dazu dienen, die Gefahren zu analysieren, die von der Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch die Vereinigten Staaten ausgehen.

Das Treffen solle so bald wie möglich in Argentinien stattfinden, erklärten die Präsident*innen in Quito. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez warnte im Rahmen des Gipfels vor der Bedrohung, welche die Einrichtung von sieben US–Militärbasen für die Region bedeute. „Ich erfülle hiermit meine moralische Pflicht, zu warnen: ein Hauch von Krieg regt sich in der Luft“, so Chávez.

Ähnlich äußerte sich auch die argentinische Präsidentin Cristina Fernández und warnte vor einem nicht hinnehmbaren und so bisher nicht gekannten Kriegsklima, das sich in Lateinamerika derzeit entwickle. Sie empfahl Buenos Aires als Treffpunkt für die außerordentliche Sitzung, bei der auch der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe anwesend sein solle. Dieser war, ebenso wie sein Außenminister Jaime Bermúdez, dem UNASUR–Gipfel in Quito ferngeblieben.

Der bolivianische Präsident Evo Morales erinnerte an die Gefährlichkeit nordamerikanischer Präsenz in Lateinamerika indem er anführte, dass Militärs des US–amerikanischen Südkommandos beim Putsch in Honduras, am vergangenen 28. Juni, beteiligt gewesen seien. Morales bat die UNASUR um die Befreiung des kolumbianischen Volkes vom US–Militär „denn eine Sache ist die Politik von Regierungen und eine andere sind die Völker“.

Angesichts des unmittelbar bevorstehenden Abkommens zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten über die geplanten Militärstützpunkte, sei die UNASUR zu einer Grundsatzdebatte bezüglich ihres Verhältnisses zu den USA aufgerufen, erklärte der brasilianische Präsident Luis Inácio Lula da Silva. „Als Präsident Brasiliens missfällt mir dieses Klima der Beunruhigung in der Region“, sagte er.

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