Honduras Lateinamerika

UN-Drogenbehörde: Bedenklich hohe Mordraten


Beschlagnahmte Waffen in Mexiko / Jesus Villaseca Perez, Flickr(Lima, 06. Oktober 2011, noticias aliadas).- In Lateinamerika und der Karibik ist das Risiko für junge Männer am größten, das Opfer eines Mordversuches zu werden. Dies geht aus der ersten weltweit geführten Untersuchung der UN-Behörde zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) hervor, die am vergangenen 6. Oktober veröffentlicht wurde.

 

Von 468.000 registrierten Morden im Jahr 2010 wurden 31 Prozent in den Amerikas verübt. In drei Viertel aller Fälle sterben die Opfer dort durch Schusswaffen, in Europa sind es hingegen nur 21 Prozent. Dabei ist das Risiko je nach Geschlecht unterschiedlich verteilt.

Durchschnittlich sterben 11 von 100.000 Männern in Lateinamerika durch Schusswaffen, bei Frauen sind es durchschnittlich zwei. UNODC macht denn auch die vielen in der Region vorhandenen Schusswaffen für die steigenden Mordraten verantwortlich.

Mordraten „nähern sich kritischem Punkt“

Die höchste Mordrate in der Karibik weist Jamaika auf. Dort sterben durchschnittlich 52 Personen pro 100.000 Einwohner*innen, gefolgt von Saint Kitts and Nevis mit 38 Mordopfern. Honduras führt die Liste der zentralamerikanischen Staaten mit 82 Toten pro 100.000 Einwohner*innen an, in El Salvador liegt die Mordrate bei 66 Personen, in Guatemala und Belice bei 41 Mordopfern.

Die hohen Mordraten in der Karibik und in Zentralamerika „nähern sich einem kritischen Punkt an“, so die UN-Behörde. Grund dafür sei die Zunahme von Gewalt durch den Drogenhandel, vor allem in Grenzregionen. Auch, das diese Regionen stärker für den Drogenhandel genützt würden, verstärke das Problem, so die UNODC.

UNODC: Drogenhandel ist Schuld

„Die Kriminalität ist zugleich Ursache und Folge von Armut, Unsicherheit und Unterentwicklung. Kriminalität verringert die Möglichkeiten für legale Geschäfte, zerstört das Humankapital und destabilisiert die Gesellschaft. Hier sind besondere Maßnahmen gefordert“, folgert die UNODC.

Da Lateinamerika und die Karibik im Vergleich mit anderen Regionen der Welt oft höhere Mordraten bei gleichzeitig einem höheren Entwicklungsindex aufweisen, sei anzunehmen, dass andere Faktoren, wie die organisierte Kriminalität, eine besondere Rolle bei den höheren Mordraten spielen, so UNODC.

In der letzten Studie für Südamerika war die Mordrate in Venezuela mit 49 Toten am höchsten, gefolgt von 34 Toten in Kolumbien und 22 in Brasilien pro 100.000 Einwohner*innen.

CC BY-SA 4.0 UN-Drogenbehörde: Bedenklich hohe Mordraten von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

PEN-Mexiko: Das düstere Gesicht der mexikanischen Wirklichkeit Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 9. Juni 2018, Desinformémonos).- Die mexikanische Niederlassung der internationale Schriftstellervereinigung PEN (Poets Essayists Novelists) hat im Rahmen des Gedenktages für die Meinungsfreiheit am 7. Juni, die Regierung aufgefordert ihrer Arbeit nachzukommen und endlich „das furchtbare Problem der Gewalt“ gegen die Ausübung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung zu lösen. Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Journalist*inne...
La lucha Mapuche Primer programa Radio Matraca, nueva temporada 2018 La causa mapuche por la autodeterminación territorial y política, se ha convertido cada vez con mayor fuerza en un factor de politización para otros movimientos sociales y para la ciudadanía en general, tanto en Chile como en Argentina. Esta es sin duda una razón, aunque no la única ni la más persistente, que explica el nivel de represión y el ataque – judicial y policial – desatado por los Estado nacionales contra las comu...
„Warum bloß immer noch Colonia Dignidad?“ Colonia Dignidad heißt übersetzt ins Deutsche „Kolonie der Würde“. Bis heute aber ist dieser Name ein Synonym für religiösen Fanatismus, moderne Sklaverei, sexuellen Missbrauch, Folter und Mord. Und auch für Straflosigkeit. Die Opfer der deutschen Sektensiedlung im Süden Chiles kämpfen noch immer für Gerechtigkeit. Ende April ist eine Delegation deutscher Staatsanwälte und Justizbeamter nach Chile und auch in die Colonia Dignidad gefahren. Sie haben Gespräche mit Vertretern ...
Die meisten Gewalttaten seit 1997 in Amtszeit von Peña Nieto (Mexiko Stadt, 23 April 2018, desinformémonos).- Nun ist es offiziell: Die sechsjährige Amtszeit des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto war die gewalttätigste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997. Erst 1997 begannen die Aufzeichnungen durch  die Nationale Behörde für Öffentliche Sicherheit SESNSP (Secretariado Ejecutivo del Sistema Nacional de Seguridad Pública). Allein im März 2018 wurden 2.346 vorsätzlichen Tötungen gemeldet. In den letzten sechs Jahren hat...
UNO zeigt sich alarmiert über Indizien auf außergerichtliche Hinrichtungen in El Salvador UNO-Sonderberichterstatterin Agnes CallamardFoto: La Minuta (Oaxaca, 7. Februar 2018, La Minuta).- Nach dem Besuch der UNO-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard in El Salvador, zeigt sich die UNO alarmiert über Indizien, die auf außergerichtliche Hinrichtungen deuten und mit der staatlichen Kampagne, die ein hartes Durchgreifen gegen Gang-Mitglieder (pandillas) verfolgt, in Verbindung gebracht wird. Die UNO verlangt eine Beilegung dieser Praxis, um den Teufelskreis der...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.