Lateinamerika

Umweltschäden durch Bergbau mobilisieren die Menschen


marcha indigena in Guatemala. Foto: pulsar/Goretti Roblero(Lima, 04. April 2012, servindi).- Die Proteste in Lateinamerika gegen den Bergbau und zur Verteidigung der natürlichen Ressourcen erhalten einen immer größeren Rückhalt. Die ecuadorianische Tageszeitung El Comercio hat die wichtigsten Fälle aufgelistet.

Marsch der Völker in Ecuador

Zu den ersten aufgezählten Mobilisierungen gehört der Marsch der ecuadorianischen Völker. Am 8. März machten sie sich vom Bezirk El Pangui in der Provinz Zamora-Chinchipe in Richtung der Hauptstadt Quito auf den Weg, mit wachsendem Zulauf. Der Marsch, der am 22. März Quito erreichte, hatte nur ein Ziel: zu verhindern, dass sich der großflächige Bergbau im Land ausbreitet.

Auf diese Weise brachten die Teilnehmenden ihre Ablehnung des Vertrages zum Ausdruck, den die Regierung Correa am 5. März mit dem chinesischen Unternehmen Ecuacorrientes abgeschlossen hat. Der Vertrag erlaubt dem Unternehmen, in den kommenden 25 Jahren im Projekt El Mirador Probebohrungen durchzuführen und Kupfer abzubauen. El Mirador liegt in der Provinz Zamora-Chinchipe.

Proteste in Guatemala und Argentinien

Große Proteste in Guatemala hatten ebenfalls den Stopp der Bergbau-Aktivitäten zum Ziel. Am 27. März erreichten tausende Indigene die Hauptstadt, nachdem sie 214 Kilometer in neun Tagen zurückgelegt hatten. Sie forderten den Schutz lebenswichtiger Ressourcen wie das Wasser.

Auch in Argentinien gibt es Proteste. In vielen Provinzen wie San Juan und La Rioja gibt es Widerstand gegen den offenen Tagebau. Zwar wird die Heimat von Cristina Kirchner oftmals nicht zu den Ländern mit nennenswerter indigener Bevölkerung gezählt; dennoch sind dort 35 indigene Völker registriert.

Umweltschäden in Peru

Der Bericht der ecuadorianischen Zeitung erwähnt auch Proteste in Paraguay und Peru, wo informelle Bergarbeiter versuchen, ihr Recht auf Arbeit zu verteidigen.

Im Fall von Peru geht es vor allem darum, die Bergarbeiter zu registrieren. Damit soll der heimliche Bergbau bekämpft werden, der in geschützten Gebieten wie Madre de Dios bereits große Umweltschäden verursacht hat.

Doch der Fall, der in Peru besonders hervorgehoben wird, ist die massenhafte Ablehnung des Begbauprojektes Conga. Der Bericht der Zeitung El Comercio ist hier zu finden.

 

Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenschwerpunkts:

banner teilhabe-2012

CC BY-SA 4.0 Umweltschäden durch Bergbau mobilisieren die Menschen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Untergrabenes Feld – Bergbau in Mexiko Bergbauprojekte in Mexiko. Hier könnt ihr die Karte genauer anschauen. (Mexiko-Stadt, 11. Mai 2018, La Jornada/poonal).- Eine Errungenschaft der mexikanischen Revolution war, dass die Hälfte der nationalen Bodenfläche in Kollektivbesitz von indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinden übergegangen sind. Dies bremste die Expansion von Extraktivismus- und Mega-Infrastrukturprojekten sowie industriell angelegten Monokulturen bis in die 1990er Jahre. Die vergangenen vier -jeweils s...
Korruption und Straflosigkeit sorgen für schmutzigen Bergbau Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 5. Mai 2018, desinformémonos).- Die Verschmutzung der Luft, des Wassers und des Bodens durch den Bergbau ist in Mexiko wesentlich höher als in den USA oder in Kanada, erklärte María Colín von Greenpeace Mexiko bei der Präsentation des Berichts „Ausstoß und Übertragung von Umweltgiften in Nordamerika“. Grund dafür sei ein Klima der „Korruption und Straflosigkeit“, in dem die Bergbaufirmen agieren. Dieses Klima der Straflosigkeit „ist au...
Waldflächen von Bergbau bedroht Von Movimiento Mesoamericano contra el Modelo Extractivo Minero (M4) Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 6. April 2018, desinformémonos).- Die Waldgebiete in Mexiko stehen im Zentrum eines Territorialkonflikts angesichts der Expansion der Bergbauindustrie. In dem lateinamerikanischen Land gibt es derzeit 895 Bergbauprojekte und 58 Prozent der mexikanischen Waldflächen (d.h. 64,5 Millionen Hektar) im ganzen Land sind von den Erkundungs- und Abbaulizenzen betroffen. ...
Die Verteidigung der Ländereien Widerstand gegen den Bergbau in Mexiko. Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 4. April 2018, la jornada).- Mitte März trafen sich Mitglieder von mehr als 20 indigenen Völkern, Vertreter*innen kleinbäuerlicher Gemeinden, Organisationen und Kollektive aus 23 mexikanischen Bundesstaaten in Mexiko-Stadt. Mit ihren eigenen Erfahrungsberichten als Grundlage setzten sie eine Landkarte der Bedrohungen zusammen, denen ihre Territorien ausgesetzt sind. Für die indigene Bevölkerung h...
Konflikt um die Mine Media Luna spitzt sich weiter zu Streikende und Sicherheitspersonal von Torex GoldFoto: La Minuta (Oaxaca, 27. Februar 2018, La Minuta).- Die Gemeinde Real del Limón hat den Nutzungsvertrag über die Ländereien mit dem kanadischen Unternehmen Torex Gold, Eigentümerin der Mine Media Luna und der Mine Limón-Guajes im Landkreis Cocula , aufgehoben. Am 22. Februar verschafften sich die Gemeindelandbesitzer*innen Zugang zu ihren Ländereien, um diese zurück zu bekommen. Dabei kam es zu gewaltvollen Auseinanders...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.