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Fokus: Menschenrechte 2016

Überfüllte Flüchtlingsunterkünfte in Baja California


Überfüllte Flüchtlingsunterkünfte: Haitianische Geflüchtete in müssen in Tijuana auf der Straße übernachten / Foto: cuaro oscuro

Haitianische Geflüchtete müssen in Tijuana auf der Straße übernachten / Foto: cuaro oscuro

(Mexiko-Stadt, 13. Oktober 2016, desinformemonos-poonal).- Die Flüchtlingsunterkünfte in Tijuana, im Bundesstaat Baja California im Nordwesten Mexikos sind überfüllt. Es fehlt an Platz für Migrant*innen und Geflüchtete aus Haiti und aus Afrika, so Christopher Gascón, Beauftragter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Mexiko bei einer Pressekonferenz in den Räumen der mexikanischen Migrationsbehörde INM (Instituto Nacional de Migración).

“Wir wissen noch nicht, wie lange diese Situation andauern wird und wie viele Menschen kommen werden”, erklärte Gascón. Laut Gascón müssen Maßnahmen und Räumlichkeiten optimaler genutzt werden, um den Menschen helfen zu können, die als Opfer des Hurrikans Matthew aus Haiti oder aufgrund von Gewalt und Armut aus afrikanischen Ländern kommen.

Von Seiten der US-amerikanischen Behörden sei auch eine größere Hilfsbereitschaft gefordert, um die überfüllten Unterkünfte in Baja California etwas zu „entlasten“.

Prekäre Lage in Tijuana

Aufgrund der Überfüllung der Unterkünfte waren einige Migrant*innen gezwungen zu betteln und auf der Straße zu schlafen. Es wird geschätzt, dass noch weitere 6.000 Migrant*innen kommen könnten zusätzlich zu den 9.000 Menschen, die sich schon seit rund fünf Monaten in Tijuana aufhalten.

Das Stadtzentrum und der Norden von Tijuana, wo sich der Großteil der Asylsuchenden aufhält, werden in manchen Kreisen schon als „schwarze Stadtviertel“ bezeichnet.

Die Vereinigten Staaten hatten ein zeitlich befristetes Aussetzen der Abschiebung von Personen aus Haiti angekündigt, die sich wegen der Naturkatastrophe durch Hurrikan Matthew illegal in den USA aufhalten, sobald sich die Situation in Haiti jedoch Ort verbessere, solle die reguläre Abschiebungspolitik allerdings wieder fortgesetzt werden.

Fremdenhass gegenüber Migrant*innen

In kürzlich erschienenen Veröffentlichungen der extrem rechten Gruppierung Nationalistische Front Mexikos (Frente Nacionalista Mexicano) werden Ankunft und Aufenthalt der Migrant*innen aus Haiti und Afrika abgelehnt, da sie den Mexikaner*innen die Arbeitsplätze wegnähmen und es keinen Grund gäbe, warum sie in Mexiko aufgenommen werden sollten.

Auf ihrer Facebook-Seite schrieb die Gruppierung, dass es keinen Grund gäbe die Menschen aus Haiti in Mexiko aufzunehmen, da in ihrer “Kultur” satanische Kulte und Tieropfer gepflegt würden und es ihre Bestimmung sei in Schmutz und Elend zu leben. Deshalb werde die Nationalistische Front Mexikos alle friedlichen und legalen Wege ausschöpfen, damit diese Menschen wieder zurück in ihre Heimat abgeschoben werden.

Die Nationalistische Front Mexikos bezeichnet sich selbst als “eine Bewegung der nationalen Identität, da sie die mexikanische Identität ohne Ausnahme achte.“

Tapachula: Fehlende Versorgung in der Aufnahmestation für Migrant*innen

Mehr als 20.000 Afrikanerinnen und Afrikaner sind in der Aufnahmestation für Migrant*innen in der Stadt Tapachula im Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos gestrandet, wo sie auf Papiere warten, damit sie auf dem Weg in die USA frei durch Mexiko reisen können.

Die Migrant*innen kommen vor allem aus dem Kongo, aus Bangladesch, Sri Lanka, Angola, Äthiopien, Nigeria sowie aus dem Sudan aus Haiti und aus Kuba.

 

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