Kolumbien

Trotz Friedensprozess: Vertreibungen in Kolumbien gehen weiter


Menschen auf der Flucht

2016,mussten in Kolumbien 11.363 Menschen (3.068 Familien) vor der Gewalt fliehen. Foto: Telesur

(Caracas, 10. März 2017, telesur).- Obwohl der Friedensprozess in Kolumbien weiter voranschreitet, gehen die Vertreibungen weiter. Das teilte das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR am 10. März mit. Tausende Menschen mussten aufgrund des internen Konflikts fliehen; die häufigsten Opfer sind afrokolumbianische und indigene Gemeinschaften.

„Nach dem Friedensabkommen mit der FARC-EP hat sich die Guerilla aus den Zonen zurückgezogen, die sie vorher kontrollierten. Nachdem die Armee nicht schnell genug dort nachgerückt ist, haben sich andere Gruppen dieser Territorien ermächtigt“, erläuterte der Sprecher des UNHCR, William Spindler.

Kämpfe um die Kontrolle der Pazifikregion

Seit Beginn des Jahres 2017 mussten in der Pazifikregion bereits 3.549 Personen (913 Familien) ihre Häuser verlassen, wurden dem UNCHR von lokalen Behörden mitgeteilt. Die ländlichen Gebiete sind dabei am meisten von der Gewalt betroffen, insbesondere die Bundesstaaten Chocó, Cauca, Valle del Cauca und die Pazifikküste von Nariño.

Das UNHCR bekräftigte, dass sich die Gewalt hauptsächlich gegen afrokolumbianische und indigene Gemeinschaft richte. Diese Situation bringe das Überleben dieser ethnischen Gruppen in Gefahr, die einen Anteil von drei bis zehn Prozent an den intern Vertriebenen in Kolumbien ausmachen.

CC BY-SA 4.0 Trotz Friedensprozess: Vertreibungen in Kolumbien gehen weiter von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Linke Überraschungen, Rechte Mehrheit – Parlamentswahlen in Kolumbien Von Katalina Vásquez Guzmán (Fortaleza, 15. März 2018, Adital/poonal).- Álvaro Uribe hat bei den Parlamentswahlen am 11. März 2018 massiv an Zustimmung verloren. Die Zahl der Wählerstimmen ging von mehr als zwei Millionen auf ungefähr 800.000 zurück. Von den momentan 102 Senator*innen verloren 27 ihren Sitz, unter ihnen wichtige Mitglieder der Ultrarechten wie José Obdulio Gaviria, Cousin von Pablo Escobar. Die rechten Parteien behalten trotzdem die Mehrheit. Die Parte...
Zwischen Landraub und Post-Konflikt: Steinkohleförderung in Kolumbien Noch in diesem Jahr werden in Deutschland die letzten Steinkohle-Zechen dicht gemacht. Doch noch immer ist die Nachfrage für die Stromgewinnung hierzulande groß. Importiert wird der Rohstoff meist aus Übersee. Zu den wichtigsten Kohle-Lieferanten gehört Kolumbien. In dem südamerikanischen Land wurde vor anderthalb Jahren ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der größten Guerilla-Organisation FARC abgeschlossen - nach zähen Verhandlungen und Jahrzehnten des Bürgerkri...
Kriminalisierung von Flüchtenden statt fortschrittlicher Migrationspolitik Von Andreas Behn (Rio de Janeiro, 7.Januar 2018, npl).- Vielen Flüchtenden gilt Brasilien wegen seiner Gastfreundschaft als ideales Fluchtland. Doch wer dort Asyl bekommt, ist oft mit vielerlei Vorurteilen konfrontiert. Derzeit sind es vor allem Menschen aus Venezuela, die die Grenze Richtung Brasilien überschreiten und – vorerst – bleiben wollen. Die Zahl der Asylanträge ist 2017 in die Höhe geschnellt. Und die neue, konservative Regierung setzt alles daran, künftig d...
Ileana Alamilla ist tot: Guatemala wird eine kluge Stimme fehlen Von Gerold Schmidt (Mexiko-Stadt, 20. Januar 2018, npl).- Am 17. Januar starb in Guatemala-Stadt völlig überraschend aufgrund nicht näher benannter natürlicher Ursachen die Journalistin und gelernte Anwältin Ileana Alamilla Bustamante, Gründerin der Poonal-Mitgliedsagentur cerigua (Informationszentrum zu Guatemala) und mehrfache Vorsitzende des guatemaltekischen Journalist*innenverbandes (APG). Erst zwei Tage vor ihrem Tod hatte Alamilla, die auch regelmäßige Kolumnen ...
Vertriebene in Chiapas kehren in die Ungewissheit zurück (Mexiko-Stadt, 3. Januar 2017, desinformémonos).- Etwa 4.000 aus der Gemeinde Chalchihuitán im südmexikanischen Chiapas vertriebene Indigene sind am 2. Januar in ihre Häuser zurück gekehrt, obwohl dort weiterhin bewaffnete Gruppen aktiv sind. Die Indigenen machen daher die Regierung Bundesstaates Chiapas und die mexikanische Bundesregierung verantwortlich, sollte es zu einem Angriff auf die Familien kommen. Wie die Gemeindepfarrer Marcelo Pérez Pérez, aus Simojovel und Sebast...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.