Guatemala

Todesstrafe als Schutz vor „Terrorakten“ ?


Bewaffnete (Sicherheits)leute gibt es in Guatemala jede Menge / Foto: hueso2009, cc-by-nc-sa-2.0

Zuviel Gewalt im Land, da soll die Todesstrafe abschrecken? / Foto: hueso2009, cc by-nc-sa 2.0

(Lima, 28. August 2017, noticias aliadas).- Guatemalas Regierung ließ am vergangenen 23. August verlauten, derzeit werde geprüft, ob die Todesstrafe wieder ausgeführt werde. Diese ist seit dem Jahr 2000, als zwei zum Tode verurteilte Geiselnehmer durch eine Injektion getötet wurden, sie nicht mehr ausgeführt worden. Die Verfassung lässt die Anwendung der Todesstrafe jedoch zu.

Wie Regierungssprecher Heinz Heinmann in einer Pressekonferenz mitteilte, erwäge die Regierung die Wiedereinführung der Todesstrafe, nachdem Mitglieder krimineller Banden am vergangenen 16. August in einem Krankenhaus sieben Personen erschossen und elf Personen verletzt hatten. Die extreme Gewalt, die das Land erlebe sowie die Notwendigkeit, die Regierbarkeit des Landes und die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren, zwinge die Regierung, die Wiedereinführung der Todesstrafe zu evaluieren, um „Terrorakten“ vorzubeugen, so Heinmann.

Außer in Guatemala gilt die Todesstrafe in Lateinamerika und der Karibik auch in Antigua und Barbuda, den Bahamas, Barbados, Belize, Kuba, Dominica, Granada, Guyana, Jamaika, St. Kitts und Nevis, Santa Lucía, Santa Lucía, St. Vincent und die Grenadinen, Surinam und Trinidad und Tobago.

CC BY-SA 4.0 Todesstrafe als Schutz vor „Terrorakten“ ? von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Eine Beteiligte am Tod von 41 Mädchen freigesprochen
74
Von David Toro (Guatemala-Stadt, 17. August 2017, desinformémonos).- Mehr als fünf Monate nach dem verheerenden Brand in einem staatlichen Kinder- und Jugendheim in Guatemala-Stadt, bei dem 41 Mädchen starben, herrscht in dem Fall noch immer Straflosigkeit. Das Feuer in dem Heim Virgen de la Asunción, bei dem die 41 Mädchen starben, war kein Unfall. Sie starben durch ein Feuer, das nicht gelöscht werden sollte. Ihnen wurde zugerufen: ‚Wenn sie flüchten können, können s...
Feuer in Jugendheim – Regierung unter Druck
31
(Caracas, 10. März 2017, telesur/poonal).- Die guatemaltekische Bevölkerung hat gegen den Präsidenten Jimmy Morales protestiert und seinen Rücktritt verlangt, nachdem am frühen Morgen des 8. März 39 Mädchen durch ein Feuer im Jugendheim Hogar Seguro Virgen de la Asunción, in der Gemeinde San José Pinula unweit von Guatemala-Stadt, getötet worden sind. Die Demonstrant*innen sammelten sich am späten Donnerstagabend gegenüber des Präsidentenpalastes, überzeugt davon, dass die...
Sicherheitskonzept für den G20-Gipfel
193
(Montevideo, 23. November 2018, la diaria).- Am 30. November und am 1. Dezember 2018 findet der G20-Gipfel zum ersten Mal in Argentinien statt. Vertreter*innen aus 19 Industrie- und Schwellenländern sowie der Europäischen Union werden sich dieses Jahr in Buenos Aires treffen. Darunter Theresa May, Emmanuel Macron, Xi Jinping, Donald Trump, Vladimir Putin und Recep Tayyıp Erdoğan. Die Regierung Macri hat das Sicherheitskonzept für das Wirtschafts- und Finanztreffen zu einer ih...
Sprecher*innen der Opposition auf Europa-Tour
113
Kein Frieden in Nicaragua. Zwar ist es in dem zentralamerikanischen Land in den vergangenen Monaten etwas ruhiger geworden. Doch nur mit Mühe kann die Regierung unter Präsident Daniel Ortega die Fassade eines Normalzustandes aufrecht erhalten. Wie geht es nun weiter nach den landesweiten Protesten? Bislang hat haben staatliche Sicherheitskräfte rund 500 Tote zu verantworten. Im Oktober kamen drei führende Oppositionelle und ehemalige Weggefährten Ortegas nach Berlin, um zu be...
onda-info 446
129
Hallo und willkommen zum onda-info 446! Nach einer Nachricht zum (vielleicht) verhinderten Großflughafen in Mexiko servieren wir euch eine ausgefeilte Analyse über die Ursachen für die Flucht aus Zentralamerika – und was US-amerikanische Gelder damit zu tun haben. Anschließend wollen wir gemeinsam mit euch den Wahl-Schock in Brasilien verarbeiten. Wie konnte das eigentlich passieren und wie soll es jetzt weitergehen mit dem Faschismus des 21. Jahrhunderts? Darüber habe...