Chile

Teilerfolg: Mapuche im Hungerstreik von Militärgericht freigesprochen


alt(Rio de Janeiro, 26. Mai 2011, púlsar/poonal).- Das Berufungsgericht in Concepción hat das Urteil des Militärgerichts von Valdivia bestätigt, das fünf Mapuche im Fall eines Angriffs auf den Staatsanwalt Mario Elgueta vom Oktober 2008, freigesprochen hatte.

 

 

 

Wegen desselben Delikts sind die Angeklagten Héctor Llaitul, Ramón Llanquileo, Jonathan Huillical, Luis Menares und José Huenuche jedoch vergangenen Februar vor einem Zivilgericht in Cañete zu Haftstrafen von 25 und 20 Jahren verurteilt worden.

Umstrittenes Zivilgerichtsurteil unter Anwendung des Anti-Terror-Gesetzes

Alle politischen Mapuche-Gefangenen sind Mitglieder der Koordination der Mapuchegemeinden im Konflikt Arauco-Malleco (Coordinadora de Comunidades Mapuche en Conflicto Arauco-Malleco) und befinden sich im Gefängnis in Angol in Haft.

Der Oberste Gerichtshof wird sich am 3. Juni erstmals zu einer Nichtigkeitsklage der politischen Mapuche-Gefangenen äußern, die das Gericht im Mai angenommen hatte. Die Mapuche fordern vom Obersten Gerichtshof eine Annullierung des Urteils von Cañete, weil in ihren Prozessen das noch aus der Pinochet-Diktatur stammende Anti-Terror-Gesetz angewandt wurde, das unter anderem auch anonyme Zeugenaussagen ermöglicht. Ihnen sei damit ein fairer Prozess verwehrt geblieben.

Mehr als 80 Tage Hungerstreik

Pablo Ortega, Anwalt von Hector Llaitul, erklärte gegenüber der Presse, die Beweise der Anklage seien „sehr dünn“. Eine Verurteilung der Mapuche ohne anonyme Zeugenaussagen wäre seiner Ansicht nach gar nicht möglich gewesen.

Ramón Llanquileo, Héctor Llaitul, José Huenuche und Jonathan Huillical befinden sich zudem seit dem 15. März im Hungerstreik, um die Annullierung des Urteils von Cañete zu erreichen und fordern einen fairen Prozess ohne Anwendung des Anti-Terror-Gesetzes.

Alle Häftlinge haben durch den mehr als 80 Tage andauernden Hungerstreik schon um die 20 Kilogramm Körpergewicht verloren und befinden sich in einem kritischen Gesundheitszustand, so die Sprecherin der Inhaftierten, Natividad Llanquileo.

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