Bolivien

Tausende protestieren gegen Preiserhöhungen


(La Paz, 15. Februar 2011, bolpress).- Tausende Menschen demonstrierten in La Paz gegen die Erhöhung der Lebensmittelpreise. Aufgerufen hatte der Verband der Gemeinderäte von El Alto FEJUVE (Federación de Juntas Vecinales de El Alto). Weitere Protestmärsche fanden in Oruro und Cochabamba statt. In La Paz verlangten die Menschen unter lauten Rufen den Rücktritt von Teresa Morales, Ministerin für produktive Entwicklung und plurale Ökonomie.

Der Anstieg der Lebensmittelpreise auf den Märkten hatte die Proteste verursacht; verschärft wurden sie durch die Benzinpreiserhöhung der Regierung im Dezember 2010. Aufgrund von Massenprotesten hatte die Regierung diese Maßnahmen allerdings außer Kraft gesetzt. Nach einer Erhöhung der Treibstoffpreise um fast 80 Prozent waren auch die Kosten für andere Produkte gestiegen. Obwohl diese Anhebung, der sogenannte „Gasolinazo“, rückgängig gemacht wurde, sind die Preise seither nicht wieder gefallen.

„Gasolinazo“ schadet Regierung

Obwohl sich die Regierung nichts anmerken ließ, hat der Gasolinazo ihrer Glaubwürdigkeit gegenüber der Bevölkerung geschadet. Diese hatte bereits Schaden genommen, als bekannt wurde, dass sich Funktionäre, die der linksgerichteten Partei Movimiento al Socialismo (MAS) von Präsident Evo Morales angehörten, im Zuge der Zuckerknappheit mit großen Mengen des Süßungsmittels bereichert hatten.

Die Ministerin Morales, die von der FEJUVE zum Rücktritt aufgefordert wurde, ist erst seit einem Monat im Amt. In Santa Cruz protestierten auch Fahrer von öffentlichen Verkehrsmitteln, in diesem Fall aber für die Anhebung der Fahrpreise um 25 Prozent. Für Freitag den 18. Februar sind weitere Protestmärsche angekündigt.

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