Argentinien

Tagebau in Feuerland verboten


Feuerland / Dudua, flickr(Lima, 05. Oktober 2011, noticias aliadas).- Die Regierung der südlichsten Provinz Argentiniens hat mit ihrem Gesetz vom vergangenen 21. September dem Tagebau weitestgehend einen Riegel vorgeschoben. Das Gesetz 833 verbietet den Abbau von metallischen Mineralien im großen Stil im Tagebau. Unter das Verbot fallen Gold, Silber, Merkur, Platin, Kupfer, Eisen, Blei, Aluminium, Steinkohle und weitere Kohlenstoffe sowie seltene Erden, Quarz, Glimmer und Kalk.

Vorherige Konsultation festgeschrieben

Die Provinzregierung wolle damit „den rationalen und nachhaltigen Gebrauch der natürlichen Ressourcen garantieren, die gemeinschaftlichen Wasserressourcen der Provinz schützen; das Gleichgewicht und die Dynamik der Ökosysteme erhalten; schädliche und gefährliche Auswirkungen des Bergbaus auf die Umwelt verhindern; die ökologische wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit der Entwicklung stärken, Umweltrisiken durch den Bergbau minimieren und Umweltkatastrophen durch den Bergbau verhindern“, heißt es in dem Gesetzestext.

Das Gesetz sieht außerdem vor, dass die Umweltstudien für Bergbauprojekte den Prinzipien der vorherigen und informierenden Konsultation gemäß der ILO-Konvention 169 erfolgen müssen, falls die Bevölkerung von geplanten Projekten betroffen ist. Zudem müssen Fonds zur Kompensation von Umweltzerstörung und Versicherungen abgeschlossen werden, um eventuelle Reparationszahlen nach der Schließung der Minen gewährleisten zu können.

Giftige Substanzen verboten

Verboten ist auch die Verwendung von giftigen Substanzen wie Salzsäure, Flusssäure, Salpetersäure, Ammonium, Natriumbromid, Zyanid, Natriumcyanid, Merkur und Natriumiodid, sowohl bei der Suche, Erkundung, Erforschung, Ausbeutung und industriellen Verarbeitung.

Offener Tagebau und die Verwendung von bestimmten Giften war bereits in den Provinzen Chubut, Córdoba, Mendoza, Neuquén, Río Negro, Tucumán und San Luis verboten worden. Argentinien besteht insgesamt aus 23 Provinzen.

CC BY-SA 4.0 Tagebau in Feuerland verboten von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Untergrabenes Feld – Bergbau in Mexiko (Mexiko-Stadt, 11. Mai 2018, La Jornada/poonal).- Eine Errungenschaft der mexikanischen Revolution war, dass die Hälfte der nationalen Bodenfläche in Kollektivbesitz von indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinden übergegangen sind. Dies bremste die Expansion von Extraktivismus- und Mega-Infrastrukturprojekten sowie industriell angelegten Monokulturen bis in die 1990er Jahre. Die vergangenen vier -jeweils sechs Jahre dauernden- Regierungsperioden werden den indigenen und kleinbä...
Korruption und Straflosigkeit sorgen für schmutzigen Bergbau (Mexiko-Stadt, 5. Mai 2018, desinformémonos).- Die Verschmutzung der Luft, des Wassers und des Bodens durch den Bergbau ist in Mexiko wesentlich höher als in den USA oder in Kanada, erklärte María Colín von Greenpeace Mexiko bei der Präsentation des Berichts „Ausstoß und Übertragung von Umweltgiften in Nordamerika“. Grund dafür sei ein Klima der „Korruption und Straflosigkeit“, in dem die Bergbaufirmen agieren. Dieses Klima der Straflosigkeit „ist auch ein Ergebnis der Kontro...
Waldflächen von Bergbau bedroht Von Movimiento Mesoamericano contra el Modelo Extractivo Minero (M4) (Mexiko-Stadt, 6. April 2018, desinformémonos).- Die Waldgebiete in Mexiko stehen im Zentrum eines Territorialkonflikts angesichts der Expansion der Bergbauindustrie. In dem lateinamerikanischen Land gibt es derzeit 895 Bergbauprojekte und 58 Prozent der mexikanischen Waldflächen (d.h. 64,5 Millionen Hektar) im ganzen Land sind von den Erkundungs- und Abbaulizenzen betroffen. Am stärksten sind die ...
Die Verteidigung der Ländereien (Mexiko-Stadt, 4. April 2018, la jornada).- Mitte März trafen sich Mitglieder von mehr als 20 indigenen Völkern, Vertreter*innen kleinbäuerlicher Gemeinden, Organisationen und Kollektive aus 23 mexikanischen Bundesstaaten in Mexiko-Stadt. Mit ihren eigenen Erfahrungsberichten als Grundlage setzten sie eine Landkarte der Bedrohungen zusammen, denen ihre Territorien ausgesetzt sind. Für die indigene Bevölkerung haben die Ländereien eine besondere Bedeutungen, die sie zum Teil e...
Konflikt um die Mine Media Luna spitzt sich weiter zu (Oaxaca, 27. Februar 2018, La Minuta).- Die Gemeinde Real del Limón hat den Nutzungsvertrag über die Ländereien mit dem kanadischen Unternehmen Torex Gold, Eigentümerin der Mine Media Luna und der Mine Limón-Guajes im Landkreis Cocula , aufgehoben. Am 22. Februar verschafften sich die Gemeindelandbesitzer*innen Zugang zu ihren Ländereien, um diese zurück zu bekommen. Dabei kam es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal, staatlichen und den Ministerien...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.