Kolumbien

Subventionierte Kraftstofflieferungen an Kolumbien werden eingestellt


(Havanna, 11. August 2009, prensa latina).- Venezuela hat die zunächst gänzlich eingestellten Lieferungen von subventioniertem Kraftstoff aus Venezuela nach Kolumbien wieder aufgenommen und die von den venezolanischen Behörden zurückgehaltenen acht Tanklaster freigegeben. Dies meldete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina am 14. August. Die Tanklaster seien bereits in Kolumbien, erklärte ein Vertreter des Ministeriums für Energie und Erdöl gegenüber der Presse. Die Lieferungen nach Kolumbien werden voraussichtlich noch bis zum 21. August fortgesetzt werden, dann jedoch eingestellt. Der bisherige Vertrag zwischen den beiden Staaten endet an diesem Tag.

Venezolanische Medien hatten am vergangenen 11. August aus der Grenzregion zu Kolumbien berichtet, dass die Lieferungen von subventioniertem Benzin an Kolumbien gänzlich eingestellt worden waren. Gleichzeitig hätten die venezolanischen Behörden vorbereitende Maßnahmen getroffen, um einen Anstieg des Grenzschmuggels zu vermeiden.

Die Einstellung der subventionierten Lieferungen war am Tag zuvor von Präsident Hugo Chávez angeordnet worden. Dieser hatte damit auf die von Venezuela als Bedrohung angesehene Entscheidung der kolumbianischen Regierung reagiert, die Stationierung von US–Militär auf sieben Militärbasen zuzulassen.

Die Tageszeitung „La Nación“ aus dem Bundesstaat Táchira hatte berichtet, dass am 10. August an der Brücke Francisco de Paula Santander, an der Grenze zu Kolumbien, acht Tanks mit 280.000 Liter Benzin einbehalten worden waren. Bisher wurden monatlich jeweils knapp 20 Millionen Liter Kraftstoff zu subventionierten Preisen in den kolumbianischen Provinzen La Guajira und Norte de Santander verkauft.

Der subventionierte Export war Ergebnis eines Abkommens zwischen dem venezolanischen Präsidenten Chávez und dem kolumbianischen Präsidenten Uribe. Der Kraftstoff wurde täglich mit Tanklastwagen über die Grenze geliefert. Der Preis war um die Hälfte niedriger als im Rest des Landes.

Der Verband der Handelskammern des Bundesstaates Táchira (Federación de Cámaras de Comercio de Táchira) schätzt allerdings, dass monatlich etwa 37 Mio. Liter an Kraftstoffen über die Grenze nach Kolumbien geschmuggelt werden. Einige Schätzungen gehen sogar davon aus, dass 70 Prozent des Autoverkehrs mit geschmuggelten Kraftstoffen betrieben werden.

Angesichts der angespannten Lage, die eine Einschränkung der Lieferungen hervorrufen könnte, hatte der Innen– und Justizminister Venezuelas, Tareck El Aissami versichert, dass gemäß dem Versprechen einer Politik der Sicherstellung der nationalen Souveränität, der Schmuggel bekämpft werde.

Insgesamt sei bereits etwa 30 Prozent weniger subventionierter Kraftstoff geliefert worden, erklärten Transportunternehmen in der Grenzregion.

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