Kolumbien

STREIK! – Studierende kämpfen für höheren Bildungsetat


Studierendenproteste
Foto: Colombia Informa

(Santander, 7. November 2018, Colombia Informa).- Die Bewegung der Studierenden und Lehrenden haben der Regierung in Kolumbien bei der zweiten Verhandlungsrunde am 6. November einen Finanzierungsplan für 2018 vorgelegt, um das Haushaltsdefizit der Bildungseinrichtungen auszugleichen. Dieser Plan wurde vom Vizeminister für Hochschulen mit dem Argument abgelehnt, dass dafür keine Gelder da seien. Eine zusätzliche Finanzierung sei nicht machbar und falle nicht in den Aufgabenbereich der aktuellen Verwaltung (Neuwahlen).

Bei den Verhandlungen wurden die von Studierenden und Lehrenden vorgestellten Dokumente geprüft und über das politische Wohlwollen des Bildungsministeriums und die aktuelle Krise der Hochschulbildung debattiert. Schließlich wurde festgestellt, dass die Regierung sich darauf beschränkt, allein Angaben über die aktuelle Politik der Gelderverteilung an die Hochschuleinrichtungen zu machen. Nach elf Stunden brachen die Sprecher*innen der Bewegung der Studierenden und Lehrenden die Verhandlungsrunde ab.

Die Streiks werden weitergehen

„Ein Raum, von dem man dachte, dass er Lösungen für den Bildungssektor bereitstellen könnte, verwandelt sich in einen Raum, in dem die Regierungspolitik dargelegt wird und kein Platz für einen echten Austausch ist. Was sie versucht haben ist, uns davon zu überzeugen, dass unsere Forderungen nicht rechtens sind“, steht in dem Bericht des landesweiten Zusammenschlusses der Studierenden UNEES.

Um die Gespräche wieder aufzunehmen, fordern die Studierenden die Anwesenheit des Präsidenten Iván Duque und einen konkreten Lösungsvorschlag für das Problem der Finanzierung und zwar ab dem laufenden Jahr. Diese Frist läuft am 9. November ab. Gibt es bis dahin keine Antwort, sollen die Streiks weitergehen.

„Wir rufen die Zivilgesellschaft auf geschlossen am 8. November auf die Straße zu gehen. Mit einer einheitliche Aktion, die es uns erlaubt, für die Hochschulbildung als eine alles durchdringende Säule der Gesellschaft zu streiten. Sodass der Regierung klar wird, dass der Generalstreik weitergehen und stärker werden wird“, lässt der UNEES verlauten.

CC BY-SA 4.0 STREIK! – Studierende kämpfen für höheren Bildungsetat von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Polizei in Kolumbien geht hart gegen Studierende vor
183
(Bogotá, 12. November 2018, amerika21).- Bei anhaltenden Studierendenprotesten, die sich gegen das Budget für die höhere öffentliche Bildung für das Jahr 2019 und gegen das von der Regierung Iván Duque geplante Finanzierungsgesetz richten, ist es zu Festnahmen und Verletzten gekommen, mehrere Studenten gelten als vermisst. Nach Informationen einer Menschenrechtsorganisation und Berichten verschiedener Medien kam es in mehreren Orten zu Übergriffen der Polizei, insbesondere in...
Finanzreform in Costa Rica führt zu Streiks
132
Bereits seit dem 10. September wird in Costa Rica gestreikt. Ursache des Streiks war eine durch die Regierung angekündigte Finanzreform, die die leeren Kassen des zentralamerikanischen Landes wieder füllen soll. Insgesamt berechnen sich die Schulden des Landes 2018 auf bis zu sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Ein Grund für die hohe Verschuldung Costa Ricas ist, dass reiche Costa-Ricaner und große Unternehmen so gut wie keine Steuern bezahlen und die Exportwirtschaft ...
Kolumbien: Haushaltsetat für 2019
110
(Bogotá, 21. Oktober 2018, Colombia Informa).- Während die Studierenden auf den Straßen für mehr staatliche Investitionen in die Bildung demonstrieren, verabschiedet die Regierung unter dem neuen Präsidenten Iván Duque den Haushalt für 2019. Zwar wurden die Ausgaben für die Bildung um zehn Prozent erhöht, doch das reicht vorne und hinten nicht. Überraschend ist auch nicht die Aufstockung des Verteidigungshaushaltes um sieben Prozent, sondern die Zunahme des Schuldendienstes v...
onda-info 444
74
Hallo und Willkommen zum onda-info 444! Trotz der Schnapszahl gibt es wenig zu feiern, denn auch wir verfolgen mit Sorge die aktuellen Entwicklungen in Brasilien. Der rechtsextreme Bolsonaro geht als Favorit in die Stichwahl. Droht Brasilien eine faschistische Regierung oder gar eine neue Militärdiktatur? Eine aktuelle Einschätzung könnt ihr unter https://mais1cafe.org/2018/10/09/de-brasilien-unter-schock/ unter anderem von unserem Mitarbeiter Nils Brock hören. Doch im ...
Massaker von Tlatelolco: 50 Jahre Straflosigkeit
56
(Mexiko-Stadt, 2. Oktober 2018, desinformémonos).- 50 Jahre nach dem Massaker an Studierenden auf dem Platz der drei Kulturen im Stadtteil Tlatelolco von Mexiko-Stadt, hat das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen fehlende Ermittlungen beklagt: „Im Zusammenhang mit der Studierendenbewegung von 1968 wurden schwere Grundrechtsverletzungen begangen. Aber weder gab es wirkliche Ermittlungen, noch wurden die Verantwortlichen bestraft.“ Das Hochkommissariat ...