Peru

Streik gegen Minenprojekt geht weiter


peru arequipa minerosagro. Foto: Telesur(Venezuela, 13. Mai 2015, telesur).- In der südperuanischen Stadt Arequipa dauert der Streik von Arbeiter*innen und Organisationen der Zivilgesellschaft an. Seit Dienstag den 12. Mai zeigen sie mit dem Streik ihre Solidarität mit den Bewohner*innen des Tambo-Tals, die das umstrittene Bergbauprojekt Tía María ablehnen. Auch nachdem bei Auseinandersetzungen am Dienstag fünf Polizisten verletzt wurden, sollen die Proteste weitergehen. Die Demonstrant*innen richten sich gegen den Versuch der Behörden, die Kontrolle über den Ort Cocachacra zu übernehmen, wo bereits seit Ende März gestreikt wird. Bisher haben die Auseinandersetzungen bereits drei Todesopfer gefordert.

Der peruanische Präsident Ollanta Humala rief zur Ruhe auf und warnte, er könne den Ausnahmezustand erklären, falls die Proteste weitergehen. Er forderte die Anwohner*innen auf, den Dialog um das Kupferbergwerk Tía María wieder aufzunehmen; zugleich weigerte er sich, persönlich nach Arequipa zu kommen.

Humala droht mit Ausnahmezustand

Vielmehr erklärte Humala, seien Regierung würde die Möglichkeit prüfen, den Ausnahmezustand auszurufen, um ‚mit außergewöhnlichen Mitteln die Ordnung wieder herzustellen‘, wie es heißt. „Die Bevölkerung und die Medien müssen aufgerufen werden, zusammenzukommen und gemeinsam ein Klima des Friedens wieder herzustellen“, so Humala. Er versicherte, er würde nicht das Bergbauunternehmen verteidigen, sondern „den Rechtsstaat und die Normalisierung des Handels“. Die Landwirte und Landwirtinnen befürchten hingegen, dass das Bergbauprojekt ihre Lebensgrundlage beeinträchtigt.

Hintergrund

Seit dem 23. März führen Bewohner*innen der landwirtschaftlich geprägten Provinz Islay im peruanischen Department Arequipa einen unbefristeten Streik durch, bei dem es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen ist. Sie protestieren gegen das Kupfer-Bergbauprojekt Tía María des mexikanischen Unternehmens Southern Copper, das ab 2017 jährlich 120.000 Tonnen Kupferkathoden (gereinigtes Kupferkonzentrat, Anm. d. R.) produzieren will. Bei dem Bergbauprojekt Tía María wird Kupfer unter freiem Himmel abgebaut und weiterverarbeitet. Diese Fördermethode bringt den Wasserkreislauf durcheinander, weil Ablagerungen im Wasser angehoben werden und feste Rückstände in die Umwelt gelangen. Auch wird das Grundwasser beeinträchtigt, weil das Regenwasser auf die Lösungsmittel, Öle und übrigbleibenden Mineralsalze fällt, die bei der Weiterverarbeitung verwendet werden.

CC BY-SA 4.0 Streik gegen Minenprojekt geht weiter von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

onda-info 441 Mit Nachrichten aus Kolumbien, Mexiko und Zentralamerika. Und zwei Beiträgen aus Argentinien und Chile. In der rohstoffreichen Provinz Chubut in Patagonien soll radioaktives Uran gefördert werden. In der Nähe von Buenos Aires ein Atomkraftwerk entstehen. Was das mit dem G20-Gipfel im November und den Rechten der indigenen Mapuche zu tun hat, darüber berichtet unser aktueller Beitrag aus der Reihe "Menschenrechte und Unternehmen", einer Kooperation mit dem FDCL. Demokratisch...
Megaminería in Patagonien. Auf Spurensuche in Chubut Im argentinischen Patagonien schwelt seit vielen Jahren der Konflikt zwischen staatlicher Energiepolitik, Profitinteressen von Unternehmen und der lokalen Bevölkerung, die für ihre Rechte kämpft. Nachdem sich Bürgerinitiativen erfolgreich gegen verschiedene Bergbau-Projekte in der Provinz Chubut gewehrt haben, soll der russische Staatskonzern Uranium One dort nun im Auftrag der argentinischen Regierung hochradioaktives Uran gewinnen – mit gravierenden Folgen für Mensch und Um...
Fotoreportage: „Die Niemande“ aus La Guajira, Kolumbien (Bogotá, 26. Juli 2018, Colombia Informa/desinformémonos/poonal).- Die Halbinsel Guajira liegt auf der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela und wird von der größten indigenen Gruppe Kolumbiens, den Wayúu bewohnt. Die Landschaft ist sehr trocken, Trinkwasser ist auf der Guajira knapp und es herrschen starke Winde. Das einzige Wasser in der Region, kam -bis zur Fertigstellung des Staudamms Cercado im Jahr 2010- von dem Fluss Ranchería. Seit diese Wasserversorgung gekappt ist...
Untergrabenes Feld – Bergbau in Mexiko (Mexiko-Stadt, 11. Mai 2018, La Jornada/poonal).- Eine Errungenschaft der mexikanischen Revolution war, dass die Hälfte der nationalen Bodenfläche in Kollektivbesitz von indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinden übergegangen sind. Dies bremste die Expansion von Extraktivismus- und Mega-Infrastrukturprojekten sowie industriell angelegten Monokulturen bis in die 1990er Jahre. Die vergangenen vier -jeweils sechs Jahre dauernden- Regierungsperioden werden den indigenen und kleinbä...
Korruption und Straflosigkeit sorgen für schmutzigen Bergbau (Mexiko-Stadt, 5. Mai 2018, desinformémonos).- Die Verschmutzung der Luft, des Wassers und des Bodens durch den Bergbau ist in Mexiko wesentlich höher als in den USA oder in Kanada, erklärte María Colín von Greenpeace Mexiko bei der Präsentation des Berichts „Ausstoß und Übertragung von Umweltgiften in Nordamerika“. Grund dafür sei ein Klima der „Korruption und Straflosigkeit“, in dem die Bergbaufirmen agieren. Dieses Klima der Straflosigkeit „ist auch ein Ergebnis der Kontro...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.