Mexiko

Staudamm La Parota: Cecop-Sprecher Marco Suástegui verhaftet


Cecop-Protestaktion (Archiv) / Bildquelle: kaosenlared(Berlin, 23. Juni 2014, poonal).- Am 17. Juni verhaftete die Polizei in Acapulco Marco Antonio Suástegui, Sprecher des Ejido- und Gemeinderates gegen den Staudamm La Parota, Cecop (Consejo de Ejidos y Comunidades Opositoras a la presa La Parota). Bei der Verhaftung soll Suástegui brutal geschlagen worden sein. Innerhalb weniger Tage wurde er in drei verschiedene Gefängnisse verlegt. Derzeit befindet er sich im Hochsicherheitsgefängnis von Tepic im Bundesstaat Nayarit.

Die Staatsanwaltschaft von Guerrero gab bekannt, im Zusammenhang mit vorherigen Ermittlungen liege ein Haftbefehl gegen Suástegui vor. Unter anderem sollen ihm Raub und versuchter Totschlag vorgeworfen werden.

Organisationsbündnis ruft zu Protesten auf

Der Cecop wehrt sich seit gut zehn Jahren gegen den geplanten Megastaudamm und das Wasserkraftwerk La Parota im Papagayo-Fluss, weil er schwerwiegende Umwelteinwirkungen und negative Folgen für die umliegenden Gemeinden befürchtet. Der Widerstand gegen La Parota ist ein national und international emblematischer Fall für die Opposition der mexikanischen Landbevölkerung gegen Megaprojekte auf ihrem Territorium und in deren unmittelbarer Umgebung. In den vergangenen Monaten protestierte der Cecop auch gegen den Kies- und Sandabbau an den Ufern des Papagayo durch Privatunternehmen.

In der Vergangenheit haben Regierungsbehörden mehrfach versucht, den Widerstand durch die Verhaftung einzelner Cecop-Mitglieder zu brechen. Dabei sehen sich Behördenvertreter*innen durchweg dem Vorwurf ausgesetzt, Delikte zu fabrizieren und lange archivierte Ermittlungsverfahren zu einem geeigneten Zeitpunkt wieder auszugraben.

Ein breites Organisationsbündnis hat für Montag, 23. Juni, eine Protestveranstaltung vor der Repräsentation des Bundesstaates Guerrero in Mexiko-Stadt angekündigt, um Suásteguis sofortige Freilassung zu fordern. In einer Mitteilung ordnet das Bündnis die Verhaftung von Suástegui in einen „Kontext profunder Gewalt und Kriminalisierung gegen den Organisationsprozess der Cecop-Gemeinden“ ein.

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