Brasilien

Staatsanwaltschaft fordert Freistellung des Gesundheitsministers


Ricardo Barros

Der brasilianische Gesundheitsminister Ricardo Barros. Foto: Wikipedia

(Montevideo, 17. Oktober 2017, la diaria).- Aufgrund unrechtmäßiger Einflussnahme hat die Staatsanwaltschaft von Pernambuco die Freistellung des brasilianischen Gesundheitsministers Ricardo Barros gefordert. Untersuchungen zufolge soll der Minister sein Amt missbrauchen, um den Bundesstaat Paraná, aus dem er kommt, unrechtmäßig zu bevorzugen.

Im Rahmen seines letzten Wahlkampfs für die konservative Fortschrittspartei (Partido Progresista) hatte Barros versprochen, seinen Geburtsstaat Paraná zu unterstützen. Insbesondere kündigte er an, die Unternehmen des sogenannten „Blutmarkts“ wie die staatliche Brasilianische Gesellschaft für Bluterzeugnisse und Biotechnologie (Empresa Brasileña de Hemoderivados y Biotecnología)  in diese Provinz zu verlegen. Als autonome Gesellschaft ist das Unternehmen berechtigt, seinen Firmensitz selbst zu wählen, nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzt Barros sein Amt jedoch, um den Umzug nach Paraná anzuordnen.

Da die Gesellschaft ihren Sitz derzeit in Pernambuco hat, ist die dortige Staatsanwaltschaft mit dem Fall befasst. Die Untersuchung brachte außerdem Hinweise darauf, dass Barros auch mehrere private Unternehmen bevorteilt hatte. Die Freistellung ist zunächst begrenzt, währenddessen gehen die Ermittlungen weiter. Damit soll weiteren möglichen kriminellen Handlungen vorgebeugt werden. Eine Anklage gegen Barros wurde bisher nicht erhoben.

CC BY-SA 4.0 Staatsanwaltschaft fordert Freistellung des Gesundheitsministers von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Keine Beweise im neuen Urteil gegen Ex-Präsident Lula
82
(Brasilia, 7. Februar 2019, brasil de fato/poonal).- Der ehemalige brasilianische Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ist erneut verurteilt worden. In dem als „sítio de Atibaia“ bekannten Prozess, der Teil des Korruptionsfalls „Lava Jato“ (Autowaschanlage) ist, wurde Lula am 6. Februar zu zwölf Jahren und elf Monaten Haft wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt. Seit dem 7. April 2018 sitzt Lula bereits eine erste Strafe von zwölf Jahren und einem Monat im Gefängnis in C...
Haiti ruft wirtschaftlichen Notstand aus
276
(Caracas, 6. Februar 2019, telesur/poonal).- Der Präsident Haitis, Jovenel Moise, hat am 6. Februar den wirtschaftlichen Notstand Haitis ausgerufen. Die Regierung kündigte an, steuerliche Befreiungen und Zollbefreiungen bis zum 30. September aufzuheben. Nicht davon betroffen seien diplomatische, konsularische oder humanitäre Einsätze. Die Notstandsmaßnahmen sehen außerdem vor, die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs zu senken, um die privaten Haushalte zu entlasten. Zu...
Weitere Großdemonstration gegen Korruption
76
(Lima, 25. Januar 2019, pressenza).- Am Mittwoch, 23. Januar 2019, wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima auf der Plaza San Martín ab sechs Uhr abends abermals zum Kampf aufgerufen. Und das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn Peru ist auf den Beinen, um gegen Korruption zu kämpfen. Hunderte Menschen aller Schichten und sozialer Gruppen, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, politische Parteien und normale Bürger*innen fanden sich zusammen, um auf friedl...
Brasilien: Verbindung zwischen Sohn des Präsidenten und Mordfall Marielle Franco
147
(Rio de Janeiro, 23. Januar 2019, amerika21).- Der Sohn von Präsident Jair Bolsonaro, der jüngst gewählte Senator Flávio Bolsonaro, hat bis vor kurzem offenbar engste Familienangehörige eines der Hauptverdächtigen im Mordfall Marielle Franco beschäftigt. Als Abgeordneter von Rio de Janeiro soll er bis Mitte November 2018 die Ehefrau und Mutter eines in den Mordfall involvierten Auftragsmörders beschäftigt haben. Bei ihm handelt es sich um den Ex-Polizisten Adriano Magalhães d...
Interview mit Radioaktivistin Laura Reyes aus Mexiko-Stadt
113
In unserem onda-Studio hatten wir Laura Reyes aus Mexiko zu Besuch. Die Radioaktivistin berichtet von der aktuellen Situation und stellt ihre Musik vor: Traditionelle Klänge aus Veracruz verbindet sie mit feministischem Rap. Hört am Besten selber!