El Salvador Spanien

Spanien fordert 150 Jahre Haft für salvadorianischen Oberst


Vor Gericht: Der ehemalige salvadorianische Oberst Inocente Montano. Foto: Telesur

(Caracas, 10. Mai 2019, telesur/poonal).- Die Staatsanwaltschaft der spanischen Nationalen Gerichtshofs (Audiencia Nacional) hat 150 Jahre Haft für den salvadorianischen Ex-Oberst Inocente Orlando Montano gefordert. Der heute 76-jährige ehemalige Oberst wird beschuldigt, im Jahr 1989 an dem Mord an sechs Jesuitenpriestern in El Salvador beteiligt gewesen zu sein. Fünf von ihnen waren spanischer Nationalität, weshalb die Staatsanwaltschaft 30 Jahre Haft pro Opfer forderte.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war Montano „an der Entscheidung, Planung und Ausführung“ der Ermordung der spanischen Jesuiten Ignacio Ellacuría, Ignacio Martín Baró, Segundo Montes Mozo, Amando López Quintana und Juan Ramón Moreno Pardo beteiligt. Damals wurden zudem der salvadorianische Priester Joaquín López und seine Mitarbeiterin Julia Elber und deren Tochter Celina Mariceth Ramos ermordet.

Die Jesuitenpriester wurden am 16. November 1989, inmitten des salvadorianischen Bürgerkrieges (1980-1992) auf dem Campus der Zentralamerikanischen Universität UCA in San Salvador ermordet. Nach Stand der Ermittlungen hatten Angehörige des Bataillons Atlacatl, einer Spezialeinheit der salvadorianischen Armee, das Massaker begangen.

Jesuiten als Terroristen gesehen

Montano wurde 2017 von den USA nach Spanien ausgeliefert, nachdem der Nationale Gerichtshof von Spanien die Ermittlungen wegen Menschenrechtsverbrechen übernommen hatte. Montano war 1989 Vizeminister für Öffentliche Sicherheit in El Salvador. Er war Mitglied der ultrarechten Armeegruppe La Tandona, die den Jesuiten Verbindungen zum Terrorismus vorgeworfen hatte. Die Jesuiten seien Teil der Umsturzbewegung, soll Montano wenige Tage vor dem Massaker gesagt haben.

Menschenrechtsorganisationen aus El Salvador zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung. Der Koordinator der Menschenrechtskommission von El Salvador CDHES Miguel Montenegro, erklärte: „Wir wollen Gerechtigkeit und Wiedergutmachung“.

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