El Salvador Spanien

Spanien erlässt Haftbefehl gegen salvadorianische Militärs


El Salvador Gedenken Ermordete UCA / Foto: Johan Bergström Allen CC BY 2.0 flickr(Venezuela, 07. Januar 2016, telesur-poonal).- 17 salvadorianische Soldaten sollen sich wegen des im Jahr 1989 auf dem Gelände der Universität José Simeón Cañas verübten Massakers verantworten. Bereits 2011 waren internationale Haftbefehle gegen sie erlassen worden. Nun haben die spanischen Behörden erneut Haftbefehle an Interpol gesandt, die zu Ergreifung der 17 Militärs führen sollen. Ihnen wird zur Last gelegt, vor 26 Jahren sechs Jesuitenpater ermordet zu haben.

Verschleppte Verfahren

Der spanische Richter Eloy Velasco setzte sich mit der Nationalen Zivilpolizei in El Salvador in Verbindung und bat um die Verhaftung und Auslieferung der 17 Mitglieder der Armee, deren Opfer in El Salvador auch als die „Märtyrer der Universität UCA“ geehrt werden.

Beschuldigt wurden Inocente Orlando Montano, Rafael Humberto Larios, Juan Rafael Bustillo, Juan Orlando Zepeda, Francisco Elena Fuentes, José Ricardo Espinoza Guerra, Gonzalo Guevara Cerritos, Óscar Mauricio Amaya Grimaldi, Antonio Ramiro Ávalos García, Ángel Pérez Vásquez, Tomáz Zarpate Castillo, José Alberto Sierra Ascensio, Guillermo Alfredo Benavides, Joaquín Arnoldo Cerna Flores, Carlos Mauricio Guzmán Aguilar, Héctor Ulises Cuenca Ocampo und Óscar Alberto León Linares.

Bereits bei der Eröffnung des Verfahrens im Jahr 2011 war Haftbefehl gegen sie erlassen worden. Man legte ihnen zur Last, an der Ermordung von fünf spanischen und einem salvadorianischen Jesuitenpater sowie zwei weiblichen Hausangestellten beteiligt gewesen zu sein. Bei den Ermordeten handelt es sich Ignacio Ellacuría, Ignacio Martín-Baró, Segundo Montes, Amando López, Juan Ramón Moreno, Joaquín López y López und die Haushälterin Elba Julia Ramos sowie ihre Tochter Celina.

Velasco erklärte, nach der Verhaftung der Militärangehörigen werde er deren Auslieferung beantragen, damit sie sich vor dem Ermittlungsgericht Nummer 6 verantworten.

Ursprünglich standen sogar 19 Angehörige der Armee unter dem Verdacht, an den Verbrechen von 1989 beteiligt zu sein. Wie El Faro aus Prozessbeobachterquellen in Erfahrung bringen konnte, arbeiten Oberstleutnant Carlos Camilo Hernández Barahona, und Leutnant René Yusshy Mendoza Vallecillos inzwischen als Kronzeugen mit der Staatsanwaltschaft zusammen.

Camilo Hernández Barahona, der im Jahr 1990 wegen der Morde angeklagt worden war, sprach bereits 2001 gegenüber El Faro von einer im Geheimen ausgeführten militärischen Aktion.

Der Kontext

Die Ermittlungskommission schloss den Fall im Jahr 1990 nach der Verurteilung von Hernández Barahorna y Mendoza Vallecillos.

Nachdem die spanischen Behörden im Jahr 2011 die internationalen Haftbefehle beantragt hatten, wurde diese Anordnung von Interpol von der salvadorianischen Polizei ignoriert. Der Oberste Gerichtshof El Salvdors behauptete gar, er habe die Haftbefehle als eine Anordnung, den Aufenthalt der Gesuchten ausfindig zu machen, verstanden, jedoch nicht als Aufforderung, sie zu verhaften.

Erst 2015 erkannte der Oberste Gerichtshof die Haftbefehle gegen die Verantwortlichen in dem politisch motivierten Verbrechen an, das sechs Jesuitenpatern und zwei Frauen das Leben kostete. Den Frauen hatte man vorgeworfen, während des Bürgerkriegs in den 1980er Jahren zu den Aufständischen der Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional (FMLN) gehört zu haben.


Das könnte dich auch interessieren

Wohnkooperativen in Uruguay – 40 Jahre Erfahrung mit kollektivem Aufbau und Widerstand von Flor Goche - Desinformémonos (Montevideo, 27. Oktober 2015, comcosur).- In Uruguay gibt es 15.000 Familien, die in gemeinsam aufgebauten und selbstverwalteten Wohnprojekten leben. Die Häuser werden in Gemeinschaft errichtet, danach werden sie unter denjenigen ausgelost, die bei den Bauarbeiten mit angepackt hatten. Die als Kooperativen organisierten Wohnprojekte haben ihren Ursprung in den 1970er Jahren zu Zeiten der Diktatur. Wer damals begann, sich in einer der W...
Fall Curuguaty: Hohe Haftstrafen für Bauern (Caracas, 11. Juli 2016, telesur/poonal) - Das Strafgericht, das sich mit dem Massaker von Curuguaty befasst hat, hat am Montag, 11. Juli, elf Angeklagte für schuldig befunden. Vier von ihnen wurden wegen vorsätzlichen schweren Mordes, Landbesetzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Mit 30 Jahren Haft wegen Mordes erhielt Rubén Villalba die schwerste Strafe. Wegen Mittäterschaft wurden Luis Olmedo zu 20 Jahren, Néstor Castro und Arnaldo Quintana zu je 18 J...
onda-info 403 Hallo und willkommen zum onda-info 403! Nach Nachrichten aus Mexiko und Guatemala steht in den Beiträgen vor allem Zentralamerika auf dem Zettel. Zunächst geht’s nach Nicaragua. Die Wirtschaftsentwicklung unter dem neuen Dauerpräsidenten Ortega ist positiv, die Kriminalität gering. Dafür spielen Pressefreiheit und die Achtung der Menschenrechte im System Ortega eine untergeordnete Rolle. Für den zweiten Beitrag haben wir die afro-indigenen Garífuna in Honduras besucht. Sie so...
Honduras: Immer mehr LGBTI-Personen müssen fliehen Bereits im Sommer letzten Jahres interviewte onda die honduranische Transaktivistin Frenesys Sahory Reyes. Als Koordinatorin der Transfrauengruppe Munecas de Arcoiris, zu Deutsch die Puppen des Regenbogens, war sie zu Besuch in Deutschland. Auf ihrer Rundreise berichtete Frenesys über die Situation von LGBTI-Personen in Honduras und insbesondere von Trans*menschen. Während ihres Aufenthalts wurde klar, dass es nach Honduras für sie kein zurück gab. Zu viele ihrer Mitstreiter_...
Women on Waves widerrechtlich ausgewiesen Guatemala, Ende Februar. Die Crew des Schiffes von Women on Waves muss den Hafen Marina Pez Vela bei San José in Guatemala verlassen. Woman on waves ist eine internationale agierende NGO, die für das Recht auf Abtreibung eintritt und Frauen darin bestärkt ihr Recht auf mentale und körperliche Selbstbestimmung auszuüben. Mehr Infos findet ihr auch auf der Seite von Women on Waves.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.