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Siemens will mehr in Mexiko investieren


Protest und Transparent

Proteste bei der Siemens-Hauptversammlung 2014. Foto: Amerika21/Hondurasdelegation

(Mexiko-Stadt, 16. Februar 2017, poonal).- Die Aussicht auf Gewinne in Mexiko ist offenbar wesentlich stabiler als die Befürchtung von Einbußen aufgrund von Aktionen der Trump-Regierung. Siemens-Vertreter*innen und der deutsche Botschafter in Mexiko, Viktor Elbling, versicherten dem mexikanischen Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo anlässlich der Unterschrift unter eine gemeinsame Absichtserklärung von Konzern und Minister über Investitionen, Mexiko sei „nicht alleine“. Obwohl bei dem Treffen der Name Trump nicht fiel, waren die Anspielungen deutlich. Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser erklärte, „wir sind Freunde und Partner“. Im Kontext der angekündigten US-Wirtschaftsmaßnahmen kritisierte er „Populismus, Protektionismus und Nationalismus“. Botschafter Elbling versicherte, Mexiko und Deutschland würden gemeinsame Werte teilen. Der Diplomat, durchaus für seinen trockenen Humor bekannt, listete darunter Demokratie, Freihandel, Rechtsstaat, Stärkung der Zivilgesellschaft und Umweltschutz auf.

Siemens hat angekündigt, in den kommenden zwei Jahren 200 Millionen Dollar in Mexiko zu investieren und dort „ein weiteres Jahrhundert“ zu bleiben. Der Konzern will sich an Projekten mit dem staatlichen Erdölkonzern Pemex beteiligen, sowie mit der Elektrizitätsgesellschaft CFE bei der Produktion und Verteilung von Strom zusammenarbeiten (zur Kritik an Siemens in Mexiko vgl. Amerika21 und poonal). In der Automobilindustrie ist Siemens im Bereich Automatisierungsprozesse mit Robotern tätig, beispielsweise bei KIA und Volkswagen. Sein Umsatz im Land betrug im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro, damit gehört Mexiko zu den zehn wichtigsten Siemens-Verkaufsmärkten weltweit.

Vor wenigen Wochen hatte mit BMW ein weiteres Schwergewicht unter den deutschen Unternehmen erklärt, seine Investitionspläne für ein Werk im Bundesstaat San Luis Potosí trotz der Kritik aus den USA weiterzuverfolgen. Der Audi-Konzern baut im Bundesstaat Puebla eine Produktion für sein Modell Q5 auf. Beide Automobilkonzerne sind bei ihren Investitionen durch umfangreiche Subventionen der mexikanischen Behörden unterstützt worden.

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