Haiti Schweiz

Schweiz spricht Haiti einen Teil von Baby Docs Geld zu


(Fortaleza, 13. Februar 2009, adital).- Die Schweizer Regierung hat rund sieben Millionen Franken eingefroren und die Rückgabe dieses Geldes an Haiti beschlossen. Das Geld gehörte dem auch unter dem Namen Baby Doc bekannten haitianischen Ex-Präsidenten und Diktator Jean Claude Duvalier. Er hatte das Geld, das er auf ein Schweizer Konto transferiert hatte, als sein Eigentum betrachtet. Die Entscheidung der Schweizer Regierung wurde von der haitianischen Plattform für Alternative Entwicklung PAPDA (Plataforma Haitiana en Defensa de un Desarrollo Alternativo) mit Freude aufgenommen.

In einer offiziellen Mitteilung erklärte PAPDA- und Jubileo-Sur-Mitglied Camille Chalmers, dies sei „eine großartige Nachricht und ein wichtiger Etappensieg in unserem langen Kampf gegen die Straflosigkeit. Dass es überhaupt dazu kommen konnte, verdanken wir der jahrelangen Arbeit des Netzwerks Jubileo Sur Américas, der NGOs und der Solidaritätsgruppen in Frankreich, England, Belgien und in der Schweiz.“

Allerdings habe Duvaliers Clan noch drei Wochen Zeit, um auf die Entscheidung der Regierung zu reagieren, so Chalmers. Während der Diktatur von 1971 bis 1986 habe Baby Docs Familie das Land beherrscht und die Geldreserven systematisch geplündert. Ob auch dieses Geld je wieder an das Land zurückfließe, sei unklar.

„Man schätzt, dass die Familie Duvalier bis zum Sturz der Diktatur im Jahr 1986 über 900 US-Dollar beiseite geschafft hat. Die Vereinten Nationen sprechen sogar von zwei Milliarden. Dieses Geld muss gefunden und dem haitianischen Volk zurückgegeben werden“, so Chalmers.

Die sieben Millionen Franken, die nun in die haitianische Staatskasse zurückfließen, seien für die Wiederankurbelung der Wirtschaft bestimmt. Wichtig sei, dass das Geld verantwortungsbewusst und entsprechend den Grundsätzen der Gerechtigkeit verwendet werde.

CC BY-SA 4.0 Schweiz spricht Haiti einen Teil von Baby Docs Geld zu von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

onda-info 444
74
Hallo und Willkommen zum onda-info 444! Trotz der Schnapszahl gibt es wenig zu feiern, denn auch wir verfolgen mit Sorge die aktuellen Entwicklungen in Brasilien. Der rechtsextreme Bolsonaro geht als Favorit in die Stichwahl. Droht Brasilien eine faschistische Regierung oder gar eine neue Militärdiktatur? Eine aktuelle Einschätzung könnt ihr unter https://mais1cafe.org/2018/10/09/de-brasilien-unter-schock/ unter anderem von unserem Mitarbeiter Nils Brock hören. Doch im ...
Interview: „Frau, schwarz, aus den Favelas und lesbisch”
216
(Buenos Aires, 7. September 2018, Página 12).- Mit ihrer Reise nach Argentinien will Mónica Benicio auf die weiterhin andauernde Straflosigkeit nach der Ermordung ihrer Lebensgefährtin, der Stadträtin Marielle Franco, aufmerksam machen. Marielle Franco befand sich an jenem 14. März auf der Rückreise von einer Versammlung in Río de Janeiro, als das Auto von einem anderen Fahrzeug gestoppt wurde. Marielle wurde durch fünf Schüsse in den Kopf getötet, auch der Fahrer ihres Wagen...
Andrea Lammers zum Prozess wegen des Mordes an Berta Cáceres
75
Am 17. September soll der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder der Umweltaktivistin Berta Cáceres beginnen. Andrea Lammers vom Oekubüro für Frieden und Gerechtigkeit in München wird zum Prozess nach Honduras reisen. Wir haben mit ihr gesprochen. Jahrelang hatte Berta Cáceres sich gegen den Bau des Wasserkraftwerks Augua Zarca am Gualcarque-Fluss eingesetzt. Sie war Mitbegründerin des Rates zivilgesellschaftlicher und indigener Organisationen COPINH. Für ihren Kampf um Sch...
Wahlsieger in Mexiko bereitet Übergang vor, Gewalt bei Lokalwahlen
47
(Mexiko-Stadt, 4. Juli 2018, amerika21).- Am Dienstag hat der Gewinner der Präsidentschaftswahlen in Mexiko, Andrés Manuel López Obrador, in einem ersten Gespräch mit dem noch amtierenden Präsidenten Enrique Peña Nieto den Regierungswechsel besprochen. Die eineinhalbstündige Unterredung im Präsidentenpalast in Mexiko-Stadt fand laut López Obrador in einer kollegialen Atmosphäre statt. Angesprochen wurden die wichtigsten Themen in der Übergangsphase bis zur Amtsübergabe am 1. ...
„Warum bloß immer noch Colonia Dignidad?“
160
Colonia Dignidad heißt übersetzt ins Deutsche „Kolonie der Würde“. Bis heute aber ist dieser Name ein Synonym für religiösen Fanatismus, moderne Sklaverei, sexuellen Missbrauch, Folter und Mord. Und auch für Straflosigkeit. Die Opfer der deutschen Sektensiedlung im Süden Chiles kämpfen noch immer für Gerechtigkeit. Ende April ist eine Delegation deutscher Staatsanwälte und Justizbeamter nach Chile und auch in die Colonia Dignidad gefahren. Sie haben Gespräche mit Vertretern ...