Honduras

Schutzmaßnahmen für Journalistin gefordert


Dina Meza in ihrer Funktion als Mitglied der COFADEH. Foto: Flickr/oea-oas (CC BY-NC-ND 2.0) (Guatemala-Stadt, 11. Juli 2014, cerigua).- Die Organisation Reporter ohne Grenzen RoG hat die Regierung von Honduras aufgefordert, Schutzmaßnahmen für die honduranische RoG-Korrespondentin Dina Meza zu ergreifen. Aufgrund ihrer journalistischen Arbeit hat Meza schon seit längerem Drohungen und Einschüchterungen erlitten; diese haben seit Anfang Juli jedoch zugenommen. Seit den ersten Julitagen hat die Journalistin Todesdrohungen per Telefon, E-Mail und auch öffentlich erhalten. Zudem sei sie mehrfach von Unbekannten verfolgt und fotografiert worden, beklagte RoG in einer Erklärung an den honduranischen Sicherheitsminister, Arturo Corrales.

Die Organisation kritisierte die Schwierigkeiten, die Meza habe, um zu den Sicherheitskräften Kontakt aufzunehmen. Sie habe der Sonderermittlungsbehörde für Menschenrechte, die dem Innenministerium untersteht, ein Hilfsersuchen geschickt, welches jedoch unbeantwortet blieb.

„Heldin der Information“

Meza hat die Agrarkonflikte in der Region Bajo Aguán untersucht und zu Korruptionsfällen recherchiert, in die Privatfirmen vewickelt sind. Im April wurde sie von RoG auf die Liste der „100 Heldinnen und Helden der Information“ gesetzt, die in diesem Jahr zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Zuletzt hat sie Angriffe auf Journalist*innen untersucht, als Teil einer länderübergreifenden Studie, die von der salvadorianischen Entwicklungsorganisation Comunicándonos durchgeführt wird.

Die Verfolgung und Einschüchterungen gegen die Journalistin haben schon vor Jahren begonnen, sich aber nach dem Staatsstreich im Juni 2009 verstärkt. Im Januar dieses Jahres hatte Meza veröffentlicht, dass sie von Männern in Militäroutfit verfolgt und fotografiert worden sei, als sie Freund*innen und Familienangehörige begleitet habe.

Im Februar 2012 hatte die Korrespondentin Drohungen per SMS erhalten, mutmaßlich vom “Comando Álvarez Martínez”, einer paramilitärischen Gruppe, die sich nach dem Juni 2009 gegründet hatte, um Journalist*innen und Menschenrechtler*innen einzuschüchtern. In den SMS wird Meza gedroht, sie werde gefoltert und ermordet, ‚wie die Bewohner*innen des Aguán‘.

Trotz dieser wiederholten Drohungen gegen die körperliche Unversehrtheit von Dina Meza sind die honduranischen Behörden bisher untätig geblieben. Deshalb fordert RoG erneut, dass Maßnahmen zum Schutz der Korrespondentin ergriffen werden.

CC BY-SA 4.0 Schutzmaßnahmen für Journalistin gefordert von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

onda-info 442 Hallo und willkommen zum onda-info 442! Nach einem Haufen Nachrichten aus Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Deutschland haben wir zunächst einen Mini-Beitrag aus dem Norden Argentinien für euch: Das Sekretariat für Menschenrechte der Provinz Chaco sichert den im Norden Argentiniens lebenden indigenen Familien mehr staatliche Unterstützung zu. Dazu gibt's Musik der Toba von Samuel Acosta aus dem Chaco. Und anschließend haben wir ein Interview mit Andrea Lammers vom Oe...
Concepto de ayudas para víctimas de Colonia Dignidad La propuesta del gobierno alemán para ayudas a las víctimas de la Colonia Dignidad respira aires de décadas pasadas Así una de las críticas fuertes respecto al concepto presentado por el ministro der Relaciones Exteriores de Alemania en julio. Pueden escuchar eso y más sobre cómo va el esclarecimiento de los crímenes cometidos en la Colonia Dignidad, la secta alemana en el Sur de Chile. Para bajar el audio cliquéa el link "Datei herunterladen" arriba. Aquí también e...
Hilfskonzept der Bundesregierung für Opfer der Colonia Dignidad atmet den Geist vergangener Jahrzehnte (Berlin, 21. Juli 2018, npl).- „Aufarbeitung der Verbrechen in der Colonia Dignidad“ hatten die Abgeordneten des deutschen Bundestags vor einem Jahr einstimmig von der Bundesregierung gefordert. Die zentralen Punkte sind politische und juristische Aufklärung, die Errichtung eines Gedenkortes in Chile und Hilfsleistungen für Opfer der Sekte. Anfang Juli hat das Auswärtige Amt einen Entwurf für ein Hilfskonzept vorgelegt. Die Reaktionen in Chile und Deutschland sind heftig: ...
PEN-Mexiko: Das düstere Gesicht der mexikanischen Wirklichkeit (Mexiko-Stadt, 9. Juni 2018, Desinformémonos).- Die mexikanische Niederlassung der internationale Schriftstellervereinigung PEN (Poets Essayists Novelists) hat im Rahmen des Gedenktages für die Meinungsfreiheit am 7. Juni, die Regierung aufgefordert ihrer Arbeit nachzukommen und endlich „das furchtbare Problem der Gewalt“ gegen die Ausübung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung zu lösen. Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Journalist*innen. Dieser Gedenktag ist...
Vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien (Lima, 29. Mai 2018, servindi/pressenza).- Trotz alledem – dies ist der beste Moment und eine wirkliche Möglichkeit, um den Faschismus zu stoppen, der heute den Namen Iván Duque trägt. Das Panorama der Wahlen vom 27. Mai erinnert an das letzte Referendum, in dem die tatsächlichen Opfer des Krieges gegen den Krieg gestimmt haben, während die Opfer des Fernsehens gegen den Frieden stimmten. Aber es gibt Unterschiede. Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá hat sich klar gegen den ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.