Mexiko

Schüsse auf Vertriebene in Chiapas


Vertriebene Indigene in Aldama, Chiapas. Foto: Desinformémonos

(San Cristóbal de las Casas, 24. Januar 2019, desinformemonos).- Nach Informationen des mexikanischen Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas wurde in der Gemeinde Coco des Bezirks Aldama im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas am Morgen des 22. Januar auf drei Personen geschossen. Die Personen befanden sich auf dem Weg von San Pedro Cotzilnam nach Xuxch‘en. Die Schüsse wurden aus dem Ort Santa Martha Manuel Utrilla im Bezirk Chenalhó abgefeuert. Eine Person starb, zwei Personen wurden verletzt.

Zeug*innen sagten aus, dass an jenem Dienstag um 4.30 Uhr morgens aus verschiedenen Richtungen Schusssalven aus Gräben in der Gemeinde Saclum, das zu dem Ort Santa Martha gehört, abgegeben worden seien. Zudem hätten bewaffnete Gruppen aus Santa Martha am Freitag darauf Tag und Nacht Schüsse in Richtung der angrenzenden Gemeinden des Bezirks Aldama abgegeben.

2.000 Vertriebene seit 2017

Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas forderte den mexikanischen Staat dazu auf, die humanitäre Krise in Aldama zu beenden. Mindestens 2.036 Menschen aus den Gemeinden Xuxch’en, Coco, Tabak und San Pedro Cotzilnam befänden sich momentan in Lebensgefahr. Die Menschen müssten um ihre Unversehrtheit und persönliche Sicherheit fürchten. Bereits am 20. März 2017 wurden sie gewaltsam vertrieben, sieben Familien bereits im Jahr 2016. Unter den Vertriebenen befinden sich momentan 416 Frauen – vier von ihnen schwanger -, 408 Männer, 84 alte Menschen, 326 Heranwachsende, 590 Kinder – davon 273 Jungen und 317 Mädchen – sowie 205 Säuglinge.

Das Menschenrechtszentrum fordert in einer Petition effektive Maßnahmen vom mexikanischen Staat, um das Leben und die Unversehrtheit der Menschen aus Aldama zu garantieren. Dies vor allem in den Gemeinden, die an den Ort Santa Martha des Bezirks Chenalhó grenzen, sowie in der Hauptgemeinde des Bezirks Aldama. Es fordert zudem, nach den bewaffneten Gruppen aus Santa Martha zu fahnden, sie unter Strafe zu stellen, zu entwaffnen und aufzulösen. Außerdem müsse der mexikanische Staat sich um den humanitären Notfall der vertriebenen Menschen im Hochland von Chiapas kümmern. Des Weiteren müsse er Haftbefehle aufheben, welche die Repräsentant*innen der vertriebenen Familien kriminalisierten.

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