Mexiko

Schüsse auf Häuser zweier Basisradiomitarbeiter im Bundesstaat Oaxaca


(Buenos Aires, 29. August 2008, púlsar).- In den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags (27.Juli) nahmen „Unbekannte“ die Häuser von Melesio Melchor Ángeles und Jorge Aragón Martínez unter Beschuss. Am Tatort wurden großkalibrige Hülsen von 9-Millimeter-Geschossen gefunden, die ausschließlich vom Militär verwendet werden.

Melesio Melchor Ángeles und Jorge Aragón Martínez aus der Gemeinde Zaachila im Bundesstaat Oaxaca sind Mitarbeiter des Basisradios „Zaachila Radio”. Beide engagieren sich zudem in der LehrerInnen-Initiative Frente Educativo Zaachilence und sind angeklagt, eine Demonstration gegen den für den 20. Juni geplanten Besuch des Gouverneurs Ulises Ruiz in der Gemeinde organisiert zu haben.

Gegenüber der lokalen Tageszeitung „A diario“ sagte der Bürgermeister der Gemeinde Noé Pérez Martínez am 23. Juni, dass er beim Ministerium für Kommunikation und Verkehr die Schließung des Basisradios gefordert habe. Zaachila Radio „verdirbt den Geist der Menschen in unserer Gemeinde“, so Martínez.

Mehrere Organisationen, die sich in Mexiko für das Recht auf Kommunikation und freie Meinungsäusserung einsetzen, halten in einer gemeinsamen Erklärung dagegen: „[Dieses Vorgehen] trägt dazu bei, die Konfrontationsstimmung aufrecht zu erhalten und das gewalttätige Klima, unter dem Oaxaca in den letzten Jahren zu leiden hat, weiter zu verschärfen.“ Die unterzeichnenden Organisationen Artículo 19 (Sektion Mexiko), der Weltverband der Basisradios AMARC (Sektion Mexiko), die mexikanische Vereinigung für das Recht auf Information (Asociáción Mexicana de Derecho a la Información), das Zentrum für soziale Kommunikation CENCOS und Reporter ohne Grenzen fordern die Behörden des Bundesstaates Oaxaca auf, für die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit der Mitarbeiter*innen von Radio Zaachila zu sorgen. Sie machen zudem den mexikanischen Staat insgesamt und auch die einzelnen Regierungsebenen dafür verantwortlich, Wege für eine friedliche Lösung der Probleme, die hinter dem Konflikt in Oaxaca stehen, zu finden und nicht dazu beizutragen das gewaltsame Klima in dem Bundesstaat anzuheizen.

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