Schürflizenz im Naturschutzgebiet


goldfluss-guyana-fr. Foto: Servindi/Rhett Buttler(Lima, 04. Februar 2013, servindi).- Das französische Industrieministerium hat grünes Licht gegeben, um in einer Region mitten im amazonischen Regenwald von Französisch-Guayana Gold abzubauen. Daraufhin wurde eine internationale Kampagne gestartet um zu erreichen, dass Frankreich seine Entscheidung widerruft.

 

Die Initiative der Organisation Rettet den Regenwald (Salva la Selva) besteht darin, einen offenen Protestbrief zu unterschreiben, mit dem die Einwohner*innen der Gemeinde Saül unterstützt werden sollen. Diese wehren sich gemeinsam mit Umweltschützer*innen und Wissenschaftler*innen gegen die Entscheidung Frankreichs.

Das kleine Dorf Saül liegt im Herzen des tropischen Regenwaldes und lebt vom intakten Regenwald des Amazonasgebietes. Da es keine Straße dorthin gibt, kommen nur wenig Besucher*innen und Wissenschafler*innen in das Gebiet, die dennoch wirtschaftlich wichtig für die dortige Bevölkerung sind.

Mit Quecksilber gegen die Biodiversität

Am 12. Oktober 2012 hat der französische Industrieminister Arnaud Montebourg aus dem fernen Paris die Erlaubnis zum Goldabbau gegeben. Französisch-Guayana ist seit 1946 Teil Frankreichs.

Die sogenannte Konzession Limonade gibt der Bergbaufirma REXMA das Recht, zehn Quadratkilometer Boden und Grund des Flusses Limonade auszuheben. Dabei werden üblicherweise hochgiftige Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid verwendet, die die Umwelt auf katastrophale Weise belasten.

Der erst seit 2007 bestehende Nationalpark Amazonien ist 33.900 Quadratkilometer groß und ist für seine riesige Biodiversität bekannt. Neben Jaguaren, Pumas und Tapiren gibt es 718 Vogelarten, 480 Süßwasserfische, 261 Reptilien und Amphibien, 186 Säugetierarten, über 1.200 Baumarten, 85 Palmensorten und hunderte von Orchideen.

„Die Zukunft von Saül ist mit dem unvergleichlichen Charme verbunden, den der Reichtum der Natur auf seine Besucher*innen ausübt“, erklärte Parkleiter Frédéric Mortier bereits 2009. Seitdem lehnt die Leitung des Nationalparks die Erteilung einer Konzession zum Goldabbau ab.

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