Brasilien

Santander will Staudamm „San Antônio“ doch finanzieren


Indigene Proteste gegen den Staudammbau am Rio Madeira (2006) / friends of the earth international, flickr(Lima, 13. Juli 2011, noticias aliadas-poonal).- Die spanische Bank Santander will die vorgesehenen Investitionen für den Bau eines Staudamms am Amazonas-Nebenfluss Rio Madeira doch zur Verfügung stellen. Nach zahlreichen Anzeigen und Kritik wegen möglicher Umweltschäden und der Auswirkungen des Projekts auf indigene Völker, hatte Santander die Finanzierung im März zunächst auf Eis gelegt. Die größte Bank Europas wollte mit Investitionen von 400 Mio. US-Dollar in den umstrittenen Bau des Wasserkraftwerks von „San Antônio“ im Bundesstaat Rondônia einsteigen.

Kritiker*innen des Staudamms hatten angeführt, dass dieses und weitere Staudammprojekte am Amazonasbecken eine Bedrohung für das empfindliche Ökosystem seien. Eines dieser Mega-Projekte ist das ebenso umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte am Fluss Xingú. Dort soll der drittgrößte Staudamm der Welt errichtet werden.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Survival International wies darauf hin, dass seit Beginn der Bauarbeiten für den Staudamm die Malariafälle zugenommen haben. Der Bau von Straßen für die Staudämme fördere zudem die Abholzung der Wälder und die Migration in diese Gebiete, was Sicherheit und Lebensqualität der indigenen Gemeinschaften beeinträchtige, so die Organisation.

CC BY-SA 4.0 Santander will Staudamm „San Antônio“ doch finanzieren von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Fall Olivia Arévalo schlägt weiter Wellen Der Mord an Olivia Arévalo hat im peruanischen Amazonasgebiet für Aufruhr gesorgt und kostete des Mörder schließlich selbst das Leben. Foto: Servindi (Lima, 4. Mai 2018, servindi).- Der Kanadier Sebastian Woodroffe hat die indigene Schamanin Olivia Arévalo ermordet. Das bestätigte Ricardo Jiménez, Vorsitzender der Obersten Staatsanwaltschaft der peruanischen Provinz Uyacali, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die 89-jährige Weise der indigenen Shipibo Konibo (nach ande...
89-jährige indigene Heilerin und Aktivistin ermordet Arévalo Lomas war eine Verfechterin indigener Rechte und verfügte über traditionelle medizinische Kenntnisse. Foto: Desinformémonos (Caracas, 20. April 2018, telesur).- Die 89-jährige Olivia Arévalo Lomas, Führungspersönlichkeit der indigenen Shipibo Konibo im peruanischen Amazonasgebiet, ist am 19. April ermordet worden. Zeug*innen zufolge hat sich ein Mann ihrem Haus genähert und ihr mehrfach in die Brust geschossen. Anschließend flüchtete er auf einem Motorrad. Der Mor...
Interview: 25 Jahre COPINH, 2 Jahre seit Berta Cáceres ´ Tod Berta Zúñiga Cáceres Foto: Colombia Informa (Bogotá, 16. Februar 2018, Colombia Informa).- „Das hier ist kein Wahlkonflikt, es ist die Abscheu der Bevölkerung gegenüber der Plünderpolitik, dem Tod und der staatlichen Gewalt“, sagt Berta Zúñiga Cáceres (BZC), Tochter von Berta Cáceres und Koordinatorin vom Rat der Indigenen Völker von Honduras COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras). Im Interview mit Colombia Informa (CI) sprach sie über d...
Chile legt gegen den Trend Staudammprojekte zu den Akten Von Paula Leighton, SciDevNet Das Wasserkraftwerk Manduriacu in Ecuador hat 65MW und liegt am Fluss Guayllabamba. Foto: Servindi/Carlos Rodríguez/ANDES. (Lima, 13. Februar 2018, servindi).- Dutzende von Staudämmen zerstückeln sechs der acht wichtigsten Flüsse im andin-amazonischen Raum. Einer Studie zufolge sind 142 Staudämme bereits in Betrieb oder in Bau. 160 weitere befinden sich im Planungsstadium. Gegen diesen Trend wurden in Chile in jüngster Zeit sieben Staudamm...
Afro-Brasilianische Geschichten aus dem Amazonasgebiet Von Nils Brock Die Afro-Brasilianer*innen João Ataide und Joseane Calazans erzählen die Geschichte des Schwarzen Amazonas neu. Foto: Nils Brock (Berlin, 5. Dezember 2017, npl).- „Als Lehrer fiel es mir immer schwer, über die Geschichte der Schwarzen zu sprechen,“ sagt João Ataide leise. Auch heute merkt man ihm das an. Sein Blick ist nach unten, auf ein Grasbüschel gerichtet. Dahinter steht ein zweigeschossiger Betonbau mit Seminarräumen, ganz ähnlich der Schule im bra...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.