Paraguay

Repression bei Protesten gegen Rodung


von Coordinación Cono Sur

Paraguay polizeieinsatz. Foto: Pulsar(Buenos Aires, 03. Februar 2014, púlsar/E’a).- Am Samstag, den 1. Februar, kam es im paraguayischen Department San Pedro zu Protesten von Landarbeiter*innen. Diese wollten die Rodung eines Geländes im Distrikt Luz Bella verhindern; sie bezeichneten das Gelände als „gestohlenes Land“. Bei dem darauf folgenden Polizeieinsatz wurden 16 der Protestierenden durch Gummigeschosse verletzt; zudem wurde der Bauer Victoriano Casco festgenommen. Die Polizei sei zum Schutz der Rodungsarbeiten eingesetzt gewesen, teilte Teodolina Villalba vom Nationalen Bauernverband (Federación Nacional Campesina) mit.

Wie Villalba weiter erklärte, wurden von der Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen die Bauern eingesetzt, die die Rodung verhindern wollten. Auf dem Gelände in der Gemeinde San Francisco soll demnach in Zukunft Soja angebaut werden.

16 Verletzte und ein Toter

Am darauf folgenden Sonntag traf sich der Bauernverband, um die Situation in San Pedro zu analysieren. An diesem Treffen nahm auch der Landwirt Nery Benítez teil. Wenige Stunden später wurde Benítez, ebenfalls in Luz Bella, mit zwölf Schüssen ermordet. Ein Tatmotiv ist nicht bekannt. Vor dem Mord habe es eine verbale Auseinandersetzung gegeben, berichtete ein Zeuge.

CC BY-SA 4.0 Repression bei Protesten gegen Rodung von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Indigene schützen fast die Hälfte des Waldbestandes in Mittelamerika
94
(Lima, 11. Februar 2019, servindi).- In Mittelamerika kümmern sich indigene Gemeinschaften um 48 Prozent der Waldfläche. Dies zeigt eine Karte, die die Nichtregierungsorganisation Unión Internacional para la Conservación de la Naturaleza (UICN) bereits 2016 erstellt hat. Die UICN setzt sich für Natur- und Artenschutz sowie für eine nachhaltige, schonende Nutzung von Ressourcen ein. Ein weiterer Beleg dafür, dass Wälder bei Indigenen in den besten Händen sind. Wälder bedeck...
Broschüre: Land, Kultur, Autonomie- Die indigene Bewegung im Cauca
32
„Land, Kultur, Autonomie, die indigene Bewegung im Cauca“ so heisst die im Januar 2019 vom Kollektiv Zwischenzeit herausgegebene Broschüre zu Kolumbien. In 22 Artikeln wird die emanzipatorische Bewegung der indigenen Gemeinschaften im Cauca im Südwesten Kolumbiens so eindringlich dargestellt, dass ich als Leser*in selbst das Gefühl habe vor Ort zu sein. In vielen Interviews kommen Sprecher*innen der indigenen Gemeinden zu Wort, über die Kämpfe gegen die Multis, die Rolle der ...
Garantiepreise und offener Markt
112
(Mexiko-Stadt, 31. Januar 2019, La Jornada).- Die wieder eingeführten Garantiepreise für Mais, Bohnen, Reis und Weichweizen markieren einen Wendepunkt nach 30 Jahren neoliberaler Reformen im Landbau. Zwischen 1989 bis 1994 waren die Garantiepreise abgeschafft, um dem Nordamerikanischen Freihandelsvertrag NAFTA den Weg zu ebnen. Die Landwirt*innen, die ihre Ernten der staatlichen Aufkaufeinrichtung Conasupo zu festen Preisen übergaben, sahen sich dieser Möglichkeit von einem T...
„Volkswagen stoppen!“: Autokonzern erhält Negativpreis für seine Kooperation mit der brasilianischen Militärdiktatur
218
(Berlin, 9. Januar 2019, npl).- Mit der unrühmlichen Auszeichnung „Black Planet Award“ werden jedes Jahr Personen innerhalb eines Unternehmens geehrt, die von Krieg, Ausbeutung, Menschenrechtsverletzungen, Zerstörung der Natur und sozialem Elend profitieren. Im vergangenen Jahr ging dieser Negativpreis an führende Vertreter des Volkswagen-Konzerns. Ein Grund: die mangelhafte Entschädigung der Opfer und Hinterbliebenen der Militärdiktatur in Brasilien, mit der VW kooperierte. ...
Sinar Corzo in Chiapas ermordet
156
(Mexiko-Stadt, 4. Januar 2019, desinformémonos/poonal).- Der Aktivist und Menschenrechtsverteidiger Sinar Corzo Esquinca ist am Abend des 3. Januar 2019 in Arriaga im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas erschossen worden. Der Täter entkam unerkannt auf einem Motorrad. Corzo Esquinca war im Bürgerkomitee aktiv und setzte sich für die indigenen Gemeinden in Chiapas ein. Er hatte soziale Kommunikation an der UAM in Mexiko-Stadt studiert und wird als starker Charakter beschri...