Peru

Regionalgouverneur erklärt Gedenken an Repression in Bagua zur Privatangelegenheit


(Rio de Janeiro, 02. Juni 2010, púlsar).- Die Behörden von Yurimaguas haben eine Demonstration zum Gedenken an die Vorfälle von Bagua verboten. Im vergangen Jahr hatten Spezialeinheiten der Polizei DINOES (División de Operaciones Especiales de la Policía) in Bagua gewaltsam eine Straßenblockade von Indígenas aus dem Amazonas aufgelöst. Dabei waren mindesten 30 Indígenas und 24 Polizisten ums Leben gekommen. Bereits seit dem 9. April 2009 hatten Indígenas zuvor ohne Erfolg gefordert, ein Gesetzespaket zurückzunehmen, das ihrer Ansicht nach der Region geschadet hätte (vgl. poonal 855, 860 u. a.).

Die Genehmigung der Demonstration war von indigenen Gemeinden aus der Region Alto Amazonas beantragt worden und wurde von der Föderation der Chayahuita-Gemeinden FECONACHA (Federación de Comunidades Nativas Chayahuita), der Föderation der Jebero-Gemeinden FECONAJE (Federación de Comunidades Nativas de Jebero) und der Föderation der Gemeinden der Cocama Cocamilla FEDECOCA (Federación Nativa Cocama Cocamilla) unterstützt.

Der erst seit zwei Monaten amtierende Provinzgouverneur dieser Region, Ronald Zegarra Guerra argumentierte in einer Erklärung, dass es sich bei dieser Manifestation nicht um eine öffentliche, zivilgesellschaftliche oder patriotische sondern um eine private Veranstaltung handle. Zegarra bekräftigte, die Vorfälle von Bagua seien „verhängnisvoll“ und bedeutsam für ganz Peru, weshalb sie auch vom Parlament und von der Justiz untersucht würden. „Bis jetzt sind die Verantwortlichen für die Vorfälle allerdings noch nicht ermittelt worden“, so Zegarra. Er unterstrich abschließend, dass lediglich ein für den 4. Juni geplanter, friedlicher Demonstrationszug im Ort Yurimagua seine Unterstützung finde.

Die Initiator*innen der Veranstaltung erklärten daraufhin in einem Schreiben an den Gouverneur, dass sie dessen Argumentation anerkennen, dass es sich bei den geplanten Gedenkakten um eine Privatangelegenheit handele.

Ungefähr 3.000 Indígenas der Ethnien Shawi, Chayahuita, Shapra und Cocama Cocamilla werden in den kommenden Tagen in der Provinzhauptstadt eintreffen, um am „Tag des indigenen Widerstandes“ an einer Demonstration teilzunehmen.

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