Mexiko

Regierung zeigt kein Interesse am Schicksal der 43 aus Ayotzinapa 1


Demo Ayotzinapa

Drei Jahre nach dem Verbrechen wurden die 43 verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa noch immer nicht gefunden. Foto: Desinformémonos

(Oaxaca-Stadt, 27. September 2017, educa/desinformémonos).- Drei Jahre nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen der 43 Lehramtsstudenten aus Oaxaca hält die mexikanische Regierung noch immer an ihrer Version der „historischen Wahrheit“ fest. Die wahren Schuldigen seien noch immer nicht bestraft worden, beklagten Organisationen der Zivilgesellschaft und Angehörige der verschwundenen Lehramtsstudenten am 26. September. Trotz des durch das schwere Erdbeben vom 19. September ausgelösten Notstands, nahmen tausende Menschen in Mexiko-Stadt an einer Messe und einem anschließenden Schweigemarsch teil, um des Verbrechens zu gedenken. Auf der Anschlusskundgebung der Demonstration, die vom Unabhängigkeitsdenkmal bis zum „Anti-Denkmal“ für die 43 führte, stellten die Eltern klar, dass sie nicht aufhören würden zu kämpfen, bis die Wahrheit herauskäme über das, was mit ihren Söhnen passiert ist.

„Drei Jahre ist der feige Angriff auf unsere Jungs schon her; drei Jahre des Kampfes und noch immer wissen wir gar nichts! Wir haben nicht erreicht, die Wahrheit darüber zu erfahren, was mit unseren Söhnen passiert ist“, beklagten die Sprecher und baten die Zivilgesellschaft, sie auch weiterhin zu unterstützen.

„Drei Jahre Kampf und noch immer wissen wir nichts!“

In Oaxaca haben Mitglieder der Organisation Comuna-Oaxaca Transparente an zwei Brücken aufgehängt. Auf die Treppen zum Festungsberg malten sie die Namen der Verschwundenen und am Nachmittag hielten Mitglieder der Vereinigung Espacio Civil Oaxaca eine Kundgebung vor der Kirche von Santo Domingo de Guzmán ab. Sie verlangten Gerechtigkeit und forderten die Wahrheit über die tödlichen Ereignisse vom 26. September 2014.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH bemängelte, dass auch nach drei Jahren noch nichts über den Verbleib der 43 bekannt sei. Die Kommission erinnerte daran, dass es die Pflicht des Staates sei, ausführlich in alle Richtungen zu ermitteln, „einschließlich in Richtungen, die auf eine mögliche Verstrickung von staatlichen Beamten und Sicherheitskräften auf allen Ebenen“ in das Verbrechen hindeuteten.

CC BY-SA 4.0 Regierung zeigt kein Interesse am Schicksal der 43 aus Ayotzinapa von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Drei Jahre nach Ayotzinapa Von José Luis Avendaño C. (Mexiko-Stadt, 26. September 2017, alai).- Ich will, dass dieser Monat endlich aufhört. Dass endlich der Oktober kommt, obwohl der seine eigene Spur der Tragödien hat: In einem Jahr jährt sich zum 50. Mal das Massaker von Tlaltelolco, welches am Wendepunkt 1968 verübt worden ist; ein halbes Jahrhundert seit dem Mord an Che Guevara in Bolivien, der schon lange eine historische Figur in Lateinamerika war und zu einem lebenden Beispiel für die Ju...
Ayotzinapa: CIDH widerspricht weiterhin der „historischen Wahrheit“ der mexikanischen Regierung (Mexiko-Stadt, 17. November 2016, poonal).- James Cavallaro, Präsident der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) forderte am 10. November vor der mexikanischen Presse die Regierung auf, ihre Narration über die gewaltsam verschwundenen Studenten der Lehreruniversität von Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero zu ändern. Mehrfach betonte er, die vom ehemaligen mexikanischen Generalbundesstaatsanwalt Jeśus Karam als „historische Wahrheit“ vorgetragene angebliche Verbre...
Die Opfer sollen draußen bleiben Opfer nimmt am Prozess gegen die Waffenschmiede Heckler&Koch teil: Seit Mitte Mai verhandelt das Stuttgarter Landgericht gegen fünf ehemalige Mitarbeiter der Rüstungsschmiede Heckler&Koch. Die Waffenbauer sollen illegal Sturmgewehre nach Mexiko exportiert haben. In dem Prozess geht es um Endverbleibskontrollen, Verträge und andere bürokratische Abläufe. Kein Wort verlieren die Beteiligten über die mörderischen Konsequenzen solcher Geschäfte: über die Menschen, die ...
onda-info 443 Hallo und herzlich willkommen zum Onda-Info 443. Heute beschäftigen wir uns ausführlich mit dem illegalen Export deutscher Waffen nach Mexiko. In diesen Tagen jährt sich zum vierten Mal ein brutaler Angriff in der südmexikanischen Stadt Iguala. Sechs Menschen wurden damals von Polizisten und Killern der Mafia ermordet, 43 Lehramtsstudenten der Ayotzinapa-Universität sind bis heute verschwunden. Mehrere der Beamten trugen Sturmgewehre der Oberndorfer Firma Heckler&K...
Neues Massengrab in Veracruz (Mexiko-Stadt, 7. September 2018, npl).- Bei dem am vergangenen Donnerstag, den 6. September bekannt gemachten Fund eines Massengrabes im Landkreis Alvarado im mexikanischen Bundesstaat Veracruz gehen die Behörden aufgrund der Schädelanzahl inzwischen von mindestens 174 verscharrten Leichen aus. Es handelt sich mutmaßlich um die Opfer von Gewaltverbrechen. Am Wochenende hatten bereits mehr als 100 Familienangehörige von Verschwundenen aus dem gesamten Bundesstaat den Sitz der...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ein Gedanke zu “Regierung zeigt kein Interesse am Schicksal der 43 aus Ayotzinapa