Bolivien

Regierung kündigt Verstaatlichung von Bergbauunternehmen an


Bergbau in Potosí (Candelaria-Mine) / Lazygun, CC BY-NC-SA 2.0, Flickr(Venezuela, 10. Juni 2012, telesur-poonal).- Boliviens Regierung hat am 10. Juni die Verstaatlichung der Bergbaufirma Colquiri angekündigt, die zum Schweizer Konzern Glencore gehört. Einen genauen Zeitpunkt für die Umsetzung dieses Schrittes nannte Premierminister Juan Ramón Quintana jedoch nicht. Die Entscheidung sei nach Beratungen mit den nationalen Gewerkschaftsverbänden und den Bewohner*innen der Region getroffen worden, erklärte Quintana in der bolivianischen Hauptstadt La Paz.

„Fest steht, dass die Regierung mittels der Bolivianischen Minengesellschaft Comibol (Corporación Minera de Bolivia) diese Bergbaulagerstätte ausbeuten wird. Allerdings gibt es einen Pachtvertrag mit der Bergbaukooperative „Cooperativa 26 de Febrero“. Die Regierung hat ausdrücklich ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, die den Kooperativen zur Ausbeutung überlassenen Gebiete zu respektieren“, betonte Quintana. Man wolle die Spannungen und Kämpfe zwischen angestellten Bergarbeiter*innen und Mitgliedern der Kooperativen beenden, die in Colquiri operieren.

Vollständige Verstaatlichung angestrebt

Die Regierung bat die in dieser Region operierenden Kooperativen um Mithilfe, um deren Rechte bei den geplanten Schritten nicht zu verletzen, aber eine vollständige Verstaatlichung der gesamten Lagerstätte im Distrikt Colquiri zu erreichen. Der Premierminister wies darauf hin, dass zuvor eine vertragliche Übereinkunft den Bergarbeiter*innen getroffen werden solle, die dort tätig sind.

Der Schweizer Konzern Glencore betreibt mittels seiner Tochterfirma Sinchi Wayra mehrere Minen. Sinchi Wayra kontrolliert die Bergbaufirma Colquiri, die Zinn und Zink im Westen des Landes abbaut. Insgesamt sind rund 400 Angestellte für Colquiri tätig.

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