Peru

Regierung bestätigt Errichtung einer Militärbasis in Piura


(Buenos Aires, 10. Februar 2010, púlsar).- Der peruanische Premierminister Javier Velásquez Quesquén bestätigte die Absicht der Zentralregierung, in der Ortschaft El Carmen de la Frontera, in der Provinz Huancabamba der Region Piura gelegen, eine Militärbasis errichten zu wollen. Begründet wurde dieser Schritt mit dem Angriff auf das Bergbauprojekt Río Blanco im November 2009, bei dem zwei Wachleute getötet worden waren.

Die Regierung gab an, mit der Stationierung von Militär den Protesten und „gewaltsamen Forderungen“ von lokalen Gruppen entgegenwirken zu wollen. Gleichzeitig schloss der Premier aus, den Dialog über das Bergbauprojekt Río Blanco wieder aufzunehmen. Aufgrund des Angriffs vom vergangenen November seien die Bedingungen dafür nicht gegeben, weswegen mit den lokalen Behörden die Errichtung einer Militärbasis verabredet worden sei, so der Premier.

Angesprochen auf die Ermordung von zwei Minenarbeitern durch die Polizei nach dem Vorfall im Bergbauprojekt, antwortete der Premier, dass „die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“ müssten. Er betonte, dass er keinerlei Vorbedingungen und Beeinflussung dulden werde, wenn es um die Aufnahme eines Dialogs gehe. Er wies zudem darauf hin, dass „die soziale Entwicklung mit dem Bergbau vereinbar“ sei und sprach denjenigen, die sowohl „Bergbau als auch Erdöl“ grundsätzlich ablehnten, die Dialogfähigkeit ab.

Zuletzt sagte Velásquez Quesquén, dass die Ereignisse vom 5. Juni 2009 in Bagua deutlich gezeigt hätten, dass ein Verfahren auf der Grundlage des Abkommens 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingeführt werden müsse, um besser Rücksprache mit der lokalen Bevölkerung halten zu können. Er versicherte, dass die Regierung an einen „fruchtbaren Dialog“ glaube, jedoch nicht an einen, der erzwungen werde.

Am 5. Juni war es in Bagua zu einem Massaker gekommen, bei dem Polizeieinheiten bei der Räumung einer Straßenblockade mehr als 30 Indígenas ermordet hatten.

CC BY-SA 4.0 Regierung bestätigt Errichtung einer Militärbasis in Piura von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

onda-info 441 Mit Nachrichten aus Kolumbien, Mexiko und Zentralamerika. Und zwei Beiträgen aus Argentinien und Chile. In der rohstoffreichen Provinz Chubut in Patagonien soll radioaktives Uran gefördert werden. In der Nähe von Buenos Aires ein Atomkraftwerk entstehen. Was das mit dem G20-Gipfel im November und den Rechten der indigenen Mapuche zu tun hat, darüber berichtet unser aktueller Beitrag aus der Reihe "Menschenrechte und Unternehmen", einer Kooperation mit dem FDCL. Demokratisch...
Megaminería in Patagonien. Auf Spurensuche in Chubut Im argentinischen Patagonien schwelt seit vielen Jahren der Konflikt zwischen staatlicher Energiepolitik, Profitinteressen von Unternehmen und der lokalen Bevölkerung, die für ihre Rechte kämpft. Nachdem sich Bürgerinitiativen erfolgreich gegen verschiedene Bergbau-Projekte in der Provinz Chubut gewehrt haben, soll der russische Staatskonzern Uranium One dort nun im Auftrag der argentinischen Regierung hochradioaktives Uran gewinnen – mit gravierenden Folgen für Mensch und Um...
Fotoreportage: „Die Niemande“ aus La Guajira, Kolumbien (Bogotá, 26. Juli 2018, Colombia Informa/desinformémonos/poonal).- Die Halbinsel Guajira liegt auf der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela und wird von der größten indigenen Gruppe Kolumbiens, den Wayúu bewohnt. Die Landschaft ist sehr trocken, Trinkwasser ist auf der Guajira knapp und es herrschen starke Winde. Das einzige Wasser in der Region, kam -bis zur Fertigstellung des Staudamms Cercado im Jahr 2010- von dem Fluss Ranchería. Seit diese Wasserversorgung gekappt ist...
Untergrabenes Feld – Bergbau in Mexiko (Mexiko-Stadt, 11. Mai 2018, La Jornada/poonal).- Eine Errungenschaft der mexikanischen Revolution war, dass die Hälfte der nationalen Bodenfläche in Kollektivbesitz von indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinden übergegangen sind. Dies bremste die Expansion von Extraktivismus- und Mega-Infrastrukturprojekten sowie industriell angelegten Monokulturen bis in die 1990er Jahre. Die vergangenen vier -jeweils sechs Jahre dauernden- Regierungsperioden werden den indigenen und kleinbä...
Korruption und Straflosigkeit sorgen für schmutzigen Bergbau (Mexiko-Stadt, 5. Mai 2018, desinformémonos).- Die Verschmutzung der Luft, des Wassers und des Bodens durch den Bergbau ist in Mexiko wesentlich höher als in den USA oder in Kanada, erklärte María Colín von Greenpeace Mexiko bei der Präsentation des Berichts „Ausstoß und Übertragung von Umweltgiften in Nordamerika“. Grund dafür sei ein Klima der „Korruption und Straflosigkeit“, in dem die Bergbaufirmen agieren. Dieses Klima der Straflosigkeit „ist auch ein Ergebnis der Kontro...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.