Mittelamerika

„Wasserkraftwerke zerstören Leben“


(Lima, 30. April 2009, noticias aliadas).- „Die Indígenas sind die ersten Opfer eines auf Wachstum fixierten Wirtschaftsmodells, welches das Leben verachtet und die Habgier einer Gruppe von Unternehmen und Privatpersonen begünstigt“. Das erklären 264 Teilnehmer*innen des V. Mesoamerikanischen Forums des Lateinamerikanischen Netzwerks gegen Staudämme und zum Schutz der Flüsse, der dort lebenden Gemeinschaften und des Wassers REDLAR (Red Latinoamericana contra Represas y por los Ríos, sus Comunidades y el Agua). Das Treffen fand vom 22. bis 25. April in der Ortschaft Boquete in Panama statt.

Unter dem Motto “Wasser fürs Leben, nicht für den Tod!” diskutierten die Delegierten von Bürgerorganisationen, sozialen Bewegungen und indigenen Völkern aus Zentralamerika und Mexiko über regionale und nationale Strategien zum Kampf gegen Neoliberalismus und zur Entwicklung von Alternativen, die den freien, selbstbestimmten, demokratischen und würdevollen Zugang zu den Wasserressourcen garantieren sollen.

Ana Ella Gómez vom Verbraucherschutzzentrum El Salvador stellte fest, dass Mesoamerika zwar über vergleichsweise große Mengen an Wasser verfüge (pro Kopf stehen jährlich bis zu 1.064 Kubikmeter Wasser zur Verfügung), diese aber schlecht und ungleichmäßig verteilt seien. Lediglich die Hälfte der Bevölkerung in Mesoamerika habe einen gesicherten Zugang zu Wasser. Der Begriff Mesoamerika bezeichnet einen Teil des amerikanischen Kontinents, der sich von der Südhälfte Mexikos über die Halbinsel Yucatán im Südosten und Guatemala, Belize, El Salvador, die honduranische Pazifikküste und Nicaragua bis zum Golf von Nicoya in Costa Rica erstreckt.

Wie Gómez erläuterte „haben in der Region Zentralamerika etwa zwölf Millionen Menschen keinerlei Zugang zu [Trink]Wasser.“ Im besten Fall seien sie gezwungen, Wasser zu hohen Preisen von private Unternehmen zu beziehen. Viele Menschen fehle allerdings das nötige Geld Wasser zu kaufen.

Die Teilnehmer*innen des Forums protestieren gegen „lebensbedrohende“ Wasserkraftprojekte wie La Parota, Paso de la Reyna und La Yesca in Mexiko; Xalalá und Hidroxalbal in Guatemala; Gualcarque in Honduras; den Staudamm El Tigre an der Grenze zwischen Honduras und El Salvador; El Chaparral, El Cimarrón und Sensunapán II in El Salvador; Pacuare, Dikés und Savegre in Costa Rica sowie Bocas del Toro in Panama.

“Wir erklären zum wiederholten Male, dass Staudämme keine saubere Energie produzieren“, heißt es in der Schlusserklärung. „Die angeblich saubere Energie der Wasserkraftwerke ist eine Lüge, propagiert von Unternehmen, die in aller Welt sogenannte Umweltverträglichkeitsstudien erstellen. Das eigentliche Ziel dieser Studien ist es, Investitionen und sagenhafte private Gewinne zu ermöglichen.“

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