Lateinamerika

„Internationales Jahr der Afrodescendents“ – Diskriminierung von Afroamerikaner*innen wird Thema der UN-Agenda


Junge Afroamerikanerin in Puerto Viejo (Costa Rica) / priscilla mora, flickr(Lima, 17. Februar 2011, noticias aliadas).- Die Vereinten Nationen haben 2011 zum “Internationalen Jahr der Afrodescendents”, dem Jahr der Nachfahren afrikanischer Sklaven erklärt. Ziel dieser Aktion sei es, die Anstrengungen im “Kampf gegen Rassismus, ethnische Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und jegliche Form von Intoleranz, denen Afrodescendents überall auf der Welt ausgesetzt sind” zu verstärken, erklärte Navi Pillay, UN-Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR).

Rund 150 Millionen der insgesamt 590 Millionen Einwohner*innen in Lateinamerika und der Karibik haben afrikanische Vorfahren. Afroamerikaner*innen seien überdurchschnittlich häufig von großer Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Zudem seien sie schwerwiegenden Diskriminierungen in allen Lebensbereichen ausgesetzt, unterstreicht das regionale Projekt “Población Afrodescendiente de América Latina” (Die afroamerikanische Bevölkerung in Lateinamerika), das Teil des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) ist.

Selbst nach über 500 Jahren auf dem lateinamerikanischen Kontinent gelten Afroamerikaner*innen weiterhin als eine “Gruppe, die Opfer einer Diskriminierung ist, die als historisches Erbe des transatlantischen Sklavenhandels bis heute andauert. Auch Afroamerikanerinnen, die keine direkten Nachfahren von Sklaven sind, sehen sich Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt”, so das Büro des UN-Kommissars für Menschenrechte in Kolumbien (UNHCHR).

CC BY-SA 4.0 „Internationales Jahr der Afrodescendents“ – Diskriminierung von Afroamerikaner*innen wird Thema der UN-Agenda von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Kriminalisierung von Flüchtenden statt fortschrittlicher Migrationspolitik Von Andreas Behn (Rio de Janeiro, 7.Januar 2018, npl).- Vielen Flüchtenden gilt Brasilien wegen seiner Gastfreundschaft als ideales Fluchtland. Doch wer dort Asyl bekommt, ist oft mit vielerlei Vorurteilen konfrontiert. Derzeit sind es vor allem Menschen aus Venezuela, die die Grenze Richtung Brasilien überschreiten und – vorerst – bleiben wollen. Die Zahl der Asylanträge ist 2017 in die Höhe geschnellt. Und die neue, konservative Regierung setzt alles daran, künftig d...
2017: Femizide in der Dominikanischen Republik steigen an Von Mercedes Alonso Romero (Santo Domingo, 9.Januar 2018, SEMlac).- Die dominikanische Gesellschaft ist sich bewusst, dass das Jahr 2017 mit einer der höchsten Femizidraten geendet hat. Ein Missstand der dafür sorgt, dass die Dominikanische Republik im regionalen Ranking der Femizide noch weiter nach vorne auf die ersten Plätze rutscht. Zwei von fünf Todesfällen sind auf häusliche Gewalt zurückzuführen. Das zeigt der Bericht „Vom Abkommen zur Aktion: Politische Prax...
Indigene aus dem Amazonasgebiet auf dem COP 23 (Lima, 6. November 2017, servindi).- Vom 6. bis zum 17. November werden Repräsentant*innen zweier wichtiger Indigenen-Organisationen auf der 23. UN-Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn vertreten sein. Vertreter*innen des Dachverbandes der Indigenen Organisationen des Amazonasgebietes COICA (Coordinadora de las Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica) und der Interethnischen Vereinigung zur Entwicklung des Peruanischen Regenwaldes AIDESEP (Asociación Interétnica de Desa...
Abtreibungsverbot, Schwulenheilung, Kunstzensur – Rechtsruck führt Brasilien tief in die Vergangenheit Von Andreas Behn, Rio de Janeiro (Rio de Janeiro, 26. Oktober 2017, npl).- „Nein, die Mehrheit der Menschen in Rio de Janeiro will diese Ausstellung hier nicht haben!“ Bürgermeister Marcelo Crivella scheint genau zu wissen, was die rund sechs Millionen Bewohner*innen seiner Stadt denken. Zensur sei es nicht, behauptet Crivella, der vor seiner Wahl ins Rathaus als Bischof der evangelikalen Universal-Kirche predigte. Anfang Oktober legte er einen Werbespot auf, in dem er...
Kerzen für Joane Florivil – junge Haitianerin in Polizeigewalt verstorben   (Caracas, 03. Oktober 2017, telesur).- Am 30. August hatte man Joane Florivil beschuldigt, ihre Tochter ausgesetzt zu haben. Obwohl Frau Florivil und ihr Ehemann die Anschuldigung zurückwiesen, wurde die junge Frau verhaftet und starb kurze Zeit später unter bislang ungeklärten Umständen durch Schläge auf den Kopf. Zahlreiche Kerzen wurden am zweiten Oktober im Rahmen einer Trauerfeier zum Gedenken an die Haitianerin Joane Florivil auf der Plaza de Armas in der ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.