Kolumbien

Proteste in Santurbán: GreyStar rückt nur vom Goldtagebau ab


Tagebaumine / fasol-ac, agencia púlsar(Fortaleza, 18. März 2011, adital).- Das kanadische Bergbauunternehmen GreyStar hat Meldungen widersprochen, dass es seinen Antrag auf eine Lizenz für den Goldabbau in Santurbán (Department Santander) vollständig zurückgezogen habe. Der Minister für Bergbau und Energie, Carlos Rodado Noriega hatte dies zunächst bekannt gegeben, nachdem er eine Stellungnahme des kanadischen Unternehmenschefs, Steve B. Kesler erhalten hatte.

Rodado hatte zunächst erklärt, die Entscheidung gegen das umstrittene Bergbauprojekt sei gefallen, nachdem Kesler im März anlässlich eines weltweiten Treffens von Bergbaufirmen in Toronto mit Aktionären und der Leitung des Konzerns zusammengekommen war. Angesichts der kolumbianischen Gesetze sei es völlig unmöglich, irgendein Bergbauprojekt in der Páramo-Vegetationszone der Anden durchzuführen, so Kesler gegenüber Rodado.

Projekt soll mit Änderungen weitergeführt werden

In einer Presseerklärung vom 18. März erklärt GreyStar jedoch, die Interpretation, dass sich die Firma komplett vom Projekt in Santurbán verabschiedet habe, sei falsch. Man habe sich zwar vom geplanten Tagebau verabschiedet, prüfe derzeit jedoch alternative Optionen der Durchführung. Die Anstrengungen zur Einhaltung der Umweltschutzauflagen und der Informationspflicht gegenüber der Bevölkerung würden fortgesetzt, heißt es in der Presseerklärung des Konzerns.

Die Firma hat laut Radio Caracól um ein Treffen mit der Umweltministerin Beatriz Uribe und dem Bergbauminister Carlos Rodado gebeten, in dem die Entscheidung des Unternehmens erläutert werden und eventuelle Missverständnisse ausgeräumt werden sollen. Gegen das zunächst geplante Goldtagebauprojekt hatte es zahlreiche Proteste von Umweltschutzorganisationen und Anwohner*innen gegeben.

CC BY-SA 4.0 Proteste in Santurbán: GreyStar rückt nur vom Goldtagebau ab von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Urteil im Fall Pacific Rim gegen El Salvador erwartet Von Chris Klänie(San Salvador, 20. September 2016, amerika21).- Mit großer Spannung wird in El Salvador die Entscheidung des Internationalen Zentrums zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (CIADI) erwartet. Der transnationale Konzern Pacific Rim hatte im Jahr 2009 Klage gegen den Staat El Salvador und die Forderung auf Entschädigungszahlung von 300 Millionen US-Dollar eingereicht, weil das mittelamerikanische Land den Abbau von Gold in der Mine ...
Anklage gegen Kooperativen-Führer nach Mord an stellvertretendem Innenminister Von Helge Buttkereit(03. September 2016, amerika21).- Die mutmaßlichen Mörder des stellvertretenden Innenministers Boliviens, Rodolfo Illanes, sind nach Angaben von Generalstaatsanwalt Ramiro Guerrero identifiziert. Nachdem die Strafverfolgungsbehörden Videos der Ereignisse der vergangenen Woche sichten konnten, war es laut Guerrero möglich, die Verdächtigen festzustellen. Mittlerweile ist Anklage gegen Carlos Mamani, den Vorsitzenden der Vereinigung der Bergbaukoope...
Zwei Jahre nach Flusskontamierung durch Kupfermine: Bleibende Schäden für Menschen und Natur Von Gerold Schmidt(Mexiko-Stadt, 20. Juli 2016, npl).- Am 6. August 2014 ergossen sich im nördlichen Bundesstaat Sonora 40 Millionen Liter Sulfatsäure und mehrere hundert Tonnen Schwermetalle aus einem Rückhaltebecken der Kupfermine des mexikanischen Bergbau-Unternehmens Buenavista del Cobre direkt in den Sonora-Fluss. Dutzende Kilometer verseuchter Flussläufe, Hautverätzungen bei Menschen, die mit dem Wasser in Berührung kamen und zahlreiche geschlossene Trinkwasser...
Die Folgen des Bergbaus sind nicht zu verantworten Von Diego Andreucci und Helga Grunberg Cazón(Quito, 12. Mai 2016, alai).- Der Bergbau hat schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen. In Bolivien können die Menschen vor Ort ein Lied davon singen. Was hatte die neue Verfassung aus dem Jahr 2009 nicht alles versprochen: Rechte für die Indigenen und für die lokalen Gemeinschaften, Umweltschutz und die Nutzung des Wassers vor allem für lebensnotwendige Zwecke. Mit Initiativen wie diesen weckte die Regierung von...
Capulálpam de Méndez – Ökotourismus und nachhaltige lokale Wirtschaft statt Bergbau Von Knut Hildebrandt(Capulálpam de Méndez-Berlin, 03. Juni 2016, npl).- Seit Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA im Januar 1994 geraten Mexikos indigene Kommunen immer mehr unter Druck. Transnationale Bergbaukonzerne wollen auf ihren Territorien Rohstoffe fördern. Begünstigt werden sie dabei durch die neoliberale Politik der mexikanischen Regierung. Großzügig vergibt diese Konzessionen zum Abbau von Gold, Silber und anderen Mineralien. Ste...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *