Panama

Proteste in Colón gehen weiter


panama protestas en colon. Foto: Telesur/La Estrella(Rio de Janeiro, 25. Oktober 2012, púlsar/telesur).- Am Mittwoch, 24. Oktober hat erneut eine Demonstration in der umstrittenen panamaischen Provinz Colón stattgefunden. Der Protestmarsch richtete sich gegen den Verkauf von Ländereien in der Freihandelszone von Colón und endete mit 35 verhafteten Student*innen. Dessen ungeachtet kündigten die Protestierenden einen 24-stündigen Streik für Freitag, den 26. Oktober an.

Der Protestmarsch fand zeitgleich mit weiteren Kundgebungen in der Provinz Colón sowie in Panamá-City statt. Die 35 Personen wurden verhaftet, nachdem Spezialeinheiten der Polizei gegen die Demonstrant*innen vorgegangen waren.

Bereits drei Tote bei Demonstrationen

Die Demonstrationen fanden aus Protest gegen das Gesetz 72 des Jahres 2012 statt. Dieses Gesetz erlaubt den Verkauf von Grundstücken, die in der Freihandelszone der Provinz Colón liegen. Diese Freihandelszone ist die größte und älteste von ganz Lateinamerika.

Bisher hat die Repression der Polizei gegen die Proteste drei Menschenleben gefordert. Darunter ist ein neunjähriger Junge, der am 19. Oktober an einer Schussverletzung starb.

Obwohl der Präsident Panamás, Ricardo Martinelli, den Verkauf der Ländereien nach den Demonstrationen ausgesetzt hat, gehen die Proteste weiter. Auch mit dem 24-stündigen Streik am 26. Oktober wird die Rücknahme des Gesetzes 72 gefordert. Darüber hinaus verlangten die Demonstrant*innen von der Regierung Martinelli, sie solle „die Repression gegen die Bevölkerung der Provinz Colón einstellen.“

Das Gesetz war am Freitag, 19. Oktober trotz massiver Proteste von der Nationalversammlung beschlossen und vom Präsidenten unterschrieben worden. Zwar entsandte die Regierung am Dienstag eine Kommission nach Colón, der vier Minister angehören; Sie sollte unter Vermittlung der katholischen Kirche mit dem breiten Protestbündnis Frente Amplio de Colón verhandeln. Doch die Frente Amplio, der diverse soziale Organisationen angehören, nannte die Suspendierung des Gesetzes eine „nicht verhandelbare“ Bedingung zur Aufnahme der Gespräche.

Proteste weiten sich aus

An den seit Mitte Oktober andauernden Protesten beteiligt sich eine breite Bewegung, die von der Vereinigung der Nutzer*innen der Freihandelszone und der Handelskammer von Colón, über verschiedene Lehrkörper und StudentInnenschaften der Universität von Panamá bis hin zum Bündnis zur Verteidigung der wirtschaftlichen und sozialen Rechte Frenadeso (Frente Nacional por la Defensa de los Derechos Económicos y Sociales) reicht.

Inzwischen hat sich auch die evangelische Kirche und die mächtige Baugewerkschaft Suntracs den Protesten angeschlossen. Die Vermittlungsgespräche treten unterdessen auf der Stelle, wie die Korrespondentin von Telesur, Adriana Sívori mitteilte. Demnach sei die Regierung bereit, mit dem Protestbündnis über Modifizierungen des Gesetzes 72 zu sprechen, „doch die Leute wollen keine Änderungen, sie wollen, dass das Gesetz annulliert wird“, weil durch diese Privatisierungen über 30.000 Arbeiter*innen auf der Straße sitzen könnten.

Präsident Martinelli hatte schon am 23. Oktober einen Verkaufsstopp von Grundstücken in der Freihandelszone in Aussicht gestellt. Dennoch möchte die Nationalversammlung bis zum 28. Oktober auf Ergebnisse der Verhandlungen warten, bevor sie über mögliche Änderungen oder die Annullierung des Gesetzes entscheidet.

CC BY-SA 4.0 Proteste in Colón gehen weiter von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

2019 werden 70 Prozent der Studierendenvereinigungen von Frauen angeführt
39
(Santiago, 4. Januar 2019, diarioclever).- Das sprunghafte Anwachsen der feministischen Bewegung, die das Jahr 2018 mit ihren Aktivitäten prägte, hat viele Konsequenzen nach sich gezogen. Eine davon ist, dass sich 70 Prozent der akademischen Gemeinschaften der Vereinigung Chilenischer Student*innen CONFECh (Confederación de Estudiantes de Chile), die ihre Vorsitzenden neu wählten, für Frauen entschieden haben. Ein Beispiel dafür ist Constanza Urtubia, Präsidentin der Stude...
Sprecher*innen der Opposition auf Europa-Tour
112
Kein Frieden in Nicaragua. Zwar ist es in dem zentralamerikanischen Land in den vergangenen Monaten etwas ruhiger geworden. Doch nur mit Mühe kann die Regierung unter Präsident Daniel Ortega die Fassade eines Normalzustandes aufrecht erhalten. Wie geht es nun weiter nach den landesweiten Protesten? Bislang hat haben staatliche Sicherheitskräfte rund 500 Tote zu verantworten. Im Oktober kamen drei führende Oppositionelle und ehemalige Weggefährten Ortegas nach Berlin, um zu be...
Polizei in Kolumbien geht hart gegen Studierende vor
356
(Bogotá, 12. November 2018, amerika21).- Bei anhaltenden Studierendenprotesten, die sich gegen das Budget für die höhere öffentliche Bildung für das Jahr 2019 und gegen das von der Regierung Iván Duque geplante Finanzierungsgesetz richten, ist es zu Festnahmen und Verletzten gekommen, mehrere Studenten gelten als vermisst. Nach Informationen einer Menschenrechtsorganisation und Berichten verschiedener Medien kam es in mehreren Orten zu Übergriffen der Polizei, insbesondere in...
STREIK! – Studierende kämpfen für höheren Bildungsetat
96
(Santander, 7. November 2018, Colombia Informa).- Die Bewegung der Studierenden und Lehrenden haben der Regierung in Kolumbien bei der zweiten Verhandlungsrunde am 6. November einen Finanzierungsplan für 2018 vorgelegt, um das Haushaltsdefizit der Bildungseinrichtungen auszugleichen. Dieser Plan wurde vom Vizeminister für Hochschulen mit dem Argument abgelehnt, dass dafür keine Gelder da seien. Eine zusätzliche Finanzierung sei nicht machbar und falle nicht in den Aufgabenber...
Kolumbien: Haushaltsetat für 2019
159
(Bogotá, 21. Oktober 2018, Colombia Informa).- Während die Studierenden auf den Straßen für mehr staatliche Investitionen in die Bildung demonstrieren, verabschiedet die Regierung unter dem neuen Präsidenten Iván Duque den Haushalt für 2019. Zwar wurden die Ausgaben für die Bildung um zehn Prozent erhöht, doch das reicht vorne und hinten nicht. Überraschend ist auch nicht die Aufstockung des Verteidigungshaushaltes um sieben Prozent, sondern die Zunahme des Schuldendienstes v...