Peru

Proteste gegen Bergbau gehen weiter


(Rio de Janeiro, 14. November 2011, púlsar).- Nachdem die Verhandlungen zwischen Delegierten der Demonstrant*innen und der Regionalregierung gescheitert sind, gehen die Protestaktionen gegen die Bergbauaktivitäten im Südosten Perus weiter. In anderen Regionen des Landes wurden die Proteste jedoch ausgesetzt.

In der Region Ancash, Provinz Huari, führte die Bevölkerung einen Protestmarsch gegen die Bergbaufirmen Antamina und Hulanca durch. Ihr Protest richtet sich gegen die von diesen Unternehmen verursachte Umweltverschmutzung, sowie gegen fehlende soziale Investitionen.

In der Provinz Huaraz protestierten Anwohner*innen mit Straßenblockaden gegen dieselben beiden Unternehmen. Sie fordern, dass die Konzerne ihre Versprechen einlösen, soziale Verantwortung zu übernehmen und die Umwelt zu schützen.

Neben Straßenblockaden wurde in der Region Cajamarca auch eine Universität besetzt. Dort stehen die Aktivitäten des Bergbauunternehmens Yanacocha in der Kritik, da sie die Wasservorräte beeinträchtigen. Sowohl dort als auch in der Region Ancash haben Verhandlungen mit den lokalen Behörden begonnen. Die Proteste in Ancash wurden daher ausgesetzt.

Bergbaufreie Zone gefordert

Anders sieht es in der Region Apurímac, Provinz Andahuaylas aus. Dort geht der Anfang November begonnene Streik gegen die Bergbauaktivitäten weiter. Eine Übereinkunft zwischen den Wortführer*innen der Proteste und der Zentralregierung wurden von den Bewohner*innen abgelehnt.

Die Protestierenden fordern von den peruanischen Behörden, dass die Städte Andahuaylas und Chinchero per Gesetz zur bergbaufreien Zone erklärt werden.

In den vergangenen Tagen war es in Andahuaylas zu Auseinandersetzungen zwischen Bergbaugegner*innen und der Polizei gekommen, bei denen über 30 Menschen verletzt worden sind.

CC BY-SA 4.0 Proteste gegen Bergbau gehen weiter von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Guatemala: Die zerstörerische Kraft des Zementmonopols
114
(Quetzaltenango, 23. Februar 2019, Prensa Comunitaria).- Seit über 20 Jahren arbeiten verschiedene Bergbauprojekte in den Gemeinden des Palajuj no`j-Tals in Quetzaltenango. Sie haben in diesen Jahren die Natur ausgebeutet und ohne die Bewohner*innen vorher zu befragen. Seit einigen Jahren kriminalisieren sie die Gemeindevorsteher*innen, welche ihrerseits nun die Umweltverschmutzung und die schlechten Vorgehensweisen dieser Unternehmen bei Gericht anzeigen. Das Palajuj no`j-T...
„Wenn nur die Kohle zählt“ – Der Tagebau El Cerrejón im Norden Kolumbiens
231
(Berlin, 12. Februar 2019, npl).- Die deutsche Kohlekommission beschloss am 24. Januar 2018 mit dem sogenannten Kohlekompromiss den Ausstieg aus der Kohleproduktion bis zum Jahr 2038, also in knapp zwanzig Jahren. In Kolumbien ist das Ende bisher noch weniger in Sicht: Mit 69.000 Hektar, einer Fläche so groß wir fast hundert Fussballfelder, ist El Cerrejón im Norden Kolumbiens der größte Steinkohletagebau Lateinamerikas und einer der größten weltweit. Die Lebensgrundlage für ...
onda-info 453
118
Hallo und Willkommen zum onda-info 453! Zunächst nach El Salvador: Ihr erhaltet ihr einen kurzen Überblick über die Präsidentschaftswahlen und den zukünftigen, etwas konturlosen Präsidenten Nayib Bukele. „Land, Kultur, Autonomie, die indigene Bewegung im Cauca“ heißt die im Januar 2019 vom Kollektiv Zwischenzeit herausgegebene Broschüre zu Kolumbien. In 22 Artikeln wird die emanzipatorische Bewegung der indigenen Gemeinschaften im Cauca im Südwesten Kolumbiens so eindri...
Bisher 134 Tote bei Dammbruch in Minas Gerais
155
(São Paulo, 25. Januar 2019, brasil de fato/poonal).- Im südbrasilianischen Bundesstaat Minas Gerais brach am 25. Januar der Staudamm eines Rückhaltebeckens in Brumadinho, im Ballungsgebiet von Belo Horizonte. Der Damm gehörte zur Eisenerzmine „Córrego do Feijão“ des Bergbaukonzerns Vale. Mittlerweile geht man von 134 Toten und 199 Verschwundenen aus. 192 Menschen konnten gerettet werden; 108 waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Die Regierung des Bundesstaates hält die ...
Wenn nur die Kohle zählt
153
Die deutsche Kohlekommission beschloss am 24. Januar 2018 mit dem sogenannten Kohlekompromiss den Ausstieg aus der Kohleproduktion bis zum Jahr 2038, also in knapp zwanzig Jahren. In Kolumbien ist das Ende bisher noch weniger in Sicht: Mit 69.000 Hektar, einer Fläche so groß wir fast hundert Fussballfelder, ist El Cerrejón im Norden Kolumbiens der größte Steinkohletagebau Lateinamerikas und einer der größten weltweit. Die Lebensgrundlage für die Menschen, die hier weiterhi...