Guatemala

Präsident Colom ruft Ernährungsnotstand aus


Titelbild der Studie der guat. Ombudsstelle (Venezuela, 19. April 2011, telesur/poonal).- Guatemalas Präsident Álvaro Colom hat während einer Sitzung des Ministerrates am 18. April seine Entscheidung bekannt gegeben, angesichts des zunehmenden Hungers im Land den Ernährungsnotstand ausgerufen.

Regierung macht Klimawandel verantwortlich

Zahlreiche, durch den Klimawandel verursachte Missernten seien Ursache dafür, dass fast die Hälfte aller Kinder im Land Hunger leide, ließen staatliche Quellen verlauten.

Dieser Schritt solle Maßnahmen ermöglichen, die der chronischen Unterernährung ein Ende bereiteten, von der rund 15.000 Kinder unter fünf Jahren betroffen sind. Diese Zahlen gingen aus einer Studie des Ministeriums für Ernährungs- und Nahrungssicherheit in Guatemala hervor, erklärte Regierungssprecher Ronaldo Robles.

Harsche Kritik wegen Untätigkeit der Regierung

Noch am Dienstag der vorherigen Woche hatten der Erzbischof von Guatemala, Óscar Vian Morales, der Menschenrechtsombudsman des Staates, Sergio Morales, der Vorsitzende der evangelikalen Allianz, Jorge Morales und der Rektor der Universität USAC Estuardo Gálvez vor Botschafter*innen und Diplomat*innen um Unterstützung wegen der dramatischen Hungersituation im Land und der Untätigkeit seitens der Regierung nachgesucht, berichtete die guatemaltekische Tageszeitung Prensa Libre.

Morales monierte, er habe seit Ende Januar vergeblich um eine Zusammenkunft der Kommission CONASAN gebeten, um den Bericht zur Ernährungslage „Der Hungertod… ist auch ein Verbrechen“ zu präsentieren. Das Treffen habe erst Mitte März stattgefunden.

6.500 Hungertote in 2010

Im Bericht der Ombudsstelle von 2010 wird kritisiert, dass die Regierung die Empfehlungen von Menschenrechtsstelle und CONASAN nicht umgesetzt habe. Der Hunger habe 6.575 Tote gefordert. Unterernährt seien insgesamt jedoch 808.000 Kinder unter 5 Jahren.

Nach Statistiken der Vereinten Nationen (UNO) leiden 49 Prozent der Kinder unter fünf Jahren in Guatemala Hunger. Dies ist der höchste Index in ganz Lateinamerika.

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