Poonal Nr. 641


Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer Agenturen vom 28. September 2004

Inhalt


Inhalt

Handel mit ausländischen Frauen

GUATEMALA

NICARAGUA

JAMAIKA

VENEZUELA

KOLUMBIEN

PARAGUAY

ECUADOR

BOLIVIEN

BRASILIEN

ARGENTINIEN

PERU

PERU-ECUADOR

CHILE


Inhalt

Handel mit ausländischen Frauen

(Guatemala, 20. September 2004, cerigua-poonal).- Aufgrund der Armut in den Ländern Zentralamerikas und des knappen Zugangs zu würdiger Arbeit haben Hunderte von Frauen das Angebot angenommen, in einem transnationalen Unternehmen mit Sitz in Guatemala zu arbeiten. Die Frauen wussten jedoch nicht, dass sie letztlich in Bars und Bordellen, die vor allem in der Hauptstadt und an der Südküste angesiedelt sind, sexuelle Dienste leisten sollten.

Die Ergebnisse einer von der Staatsanwaltschaft erstellten Studie zeigen, dass Guatemala das operative Zentrum eines Frauenhändlerringes ist, der im Isthmus von Zentralamerika tätig ist. Durch Betrug und Versprechen auf ein "anständiges" Leben werden die Frauen dazu gedrängt, in Begleitung ihrer Arbeitgeber ihr Land zu verlassen. Dabei wird ihnen verschwiegen, dass sie künftig als Sexsklavinnen arbeiten sollen, informiert eine Lokalzeitung.

Von Januar bis August 2004 konnte die Staatsanwaltschaft durch ihre Einsätze 396 Frauen retten, unter denen sich 16 Minderjährige befanden. Die Maßnahmen ergaben, dass sich in Retalhuleu und Mazatenango die Mehrzahl junger Zwangsprostituierter konzentriert.

Vertreter der Behörde wiesen darauf hin, dass die Richter die Anwendung der Artikel 191 und 192 des Strafgesetzbuches bevorzugen, um gegen die Verantwortlichen vorzugehen, obwohl der Strafkodex ein eigenes Kapitel über den Missbrauch Minderjähriger enthält. Diese Artikel erheben lediglich ein Geldstrafe von 3000 bis 5000 Quetzales (etwa zwischen 300 und 500 Euro) für den Verstoß gegen das Sittengesetz.

GUATEMALA

Einbruch in Büro für Flüchtlingsberatung

(Guatemala, 21. September 2004, cerigua-poonal).- Menschenrechtsaktivisten haben den Einbruch in eine Flüchtlingsberatungsstelle in einer Pressekonferenz als einen "Akt des Terrors" gegen diese Einrichtung verurteilt. Das Zentrum zur Betreuung von Migranten CAM (Centro de Atención al Migrante) vertritt die Rechte tausender Personen, die versuchen, in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Das Büro war schon zuvor Opfer von Drohungen geworden.

Am frühen Morgen des vergangenen Montags (20. September) betraten unbekannte Personen den Sitz der CAM. Dieser liegt im mittleren Teil des Häuserblocks des Nationalpalasts der Kultur im historischen Zentrum der Hauptstadt. Die Täter verwüsteten das Büro. Der CAM-Direktor Pater Mauro Verzeletti teilte mit, dass Archive und Akten, die im Zusammenhang mit der Arbeit der Organisation stehen, beschädigt und Computer geklaut worden seien. Der Runde Tisch für Migration in Guatemala MENAMIG (Mesa Nacional para las Migraciones en Guatemala) verurteilte die Tat.

Bemerkenswert scheint, dass am selben Tag auch andere Einrichtungen Opfer ähnlicher Verbrechen wurden. Der Einbruch erhöht auch den Druck, dem das Haus des Migranten (Casa del Migrante) aufgrund seiner humanitären Tätigkeit für die Flüchtlingsbevölkerung ausgesetzt ist. MENAMIG vertrat in einer Erklärung die Ansicht, dass es sich bei den Vorgängen nicht um alltägliche Kriminalität handeln könne. Das systematische und gezielte Vorgehen gegen Sozial- und Menschenrechtsorganisationen, wie sie auch anderen Einrichtungen widerfahren sei, folge immer dem gleichen Schema: Diebstahl von Dokumenten, Beschädigung von Archiven, Verwüstungen sowie Verschmutzung durch Fäkalien.

Der Runde Tisch fordert von der Regierung die Einsetzung effektiver Mittel gegen diese im Dunkeln agierenden Kräfte. Die MENAMIG will, dass eine Kommission zur Untersuchung illegaler Verbände und geheimer Sicherheitsapparate CICIACS (Comisión para la Investigación de Cuerpos Ilegales y Aparatos Clandestinos de Seguridad) eingerichtet und ein Büro des Hochkommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen eröffnet wird.

CAM-Direktor Verzeletti beklagte, dass der Druck seit zwei Jahren konstant sei. Es habe sogar Morddrohungen gegen das Personal des Hauses des Migranten in Tecún Umán, San Marcos, gegeben. Dort befinden sich tausende Mittelamerikaner, die auf Durchreise in die USA sind oder von Mexiko ausgewiesen wurden. Sie erhalten vor Ort Unterkunft, Nahrung und Beratung über ihre Menschenrechte.

NICARAGUA

Kommunalwahlen versprechen Kopf-an-Kopf-Rennen

(Managua, 22. September 2004, na-poonal).- Kurz vor den Kommunalwahlen am 7. November sagen die Umfragen ein erneutes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden größten politischen Parteien, der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN (Frente Sandinista de Liberación Nacional) und der liberalen PLC (Partido Liberal Constitucionalista) voraus.

Die Sandinisten zeigen sich euphorisch und meinen, dass sie den Liberalen die von ihnen gehaltenen 80 Gemeinden streitig machen werden. Im Jahr 2000 gewann die FSLN 52 von 152 Gemeinden, darunter elf von insgesamt 17 Regionalhauptstädten. Die PLC ihrerseits verteidigt ihre Position mit dem Argument, dass sie die repräsentativste und demokratischste Partei sei.

Kritiker*innen wie Ana Quiroz, Repräsentantin eines Netzwerks von Nichtregierungsorganisationen (Coordinadora Civil de Organizaciones No Gubernamentales), das etwa 350 Organisationen umfasst, meinen dagegen, dass sich die Kampagnen der Kandidaten auf ihr Image und nicht auf ein geeignetes Regierungsprogramm für die Gemeinden konzentrieren würden. Es fehle ihnen an Strategien, um spezifische Themen wie die Problematik der Kinder und Jugendlichen, die Verbesserung der Bürgerbeteiligung oder die Ent
wicklung von Tourismus und wirtschaftlichen Unternehmen in den Gemeinden anzugehen.

Einer Umfrage der Firma CID Gallup Mitte August zufolge wird der Kandidat der PLC, Pedro Joaquín Chamorra Barrios, Sohn der Ex-Präsidentin Violeta Chamorro (1990-97), mit 35 Prozent in Managua gewinnen, dicht gefolgt vom sandinistischen Kandidat Dionisio Marenco mit 30 Prozent. Der Kandidat der offiziellen Allianz für die Republik APRE (Alianza por la República), Alejandro Fiallos, würde elf Prozent und Edén Pastora von der Unabhängigen Liberalen Partei PLI (Partido Liberal Independiente) acht Prozent erreichen. Zusätzlich kämpfen neun weitere Kandidaten von Minderheitsparteien um das Bürgermeisteramt von Managua.

Nach Ansicht einiger politischer Analysten könnten die Ergebnisse der Kommunalwahlen – abhängig von der Anzahl der gewonnenen Bürgermeisterämtern – die ersten Schritte hin zu einer Rückkehr der FSLN an die Macht im Jahr 2006 bedeuten. Dieses Mal hat die FSLN in ihrer Absicht, so viele Gemeinden wie möglich zu gewinnen, nicht-sandinistische Kandidaten aus der "Nationalen Übereinstimmung" (Convergencia Nacional) in jenen Gemeinden eingesetzt, in denen die Sandinisten 2000 die Macht verloren. Die Convergencia ist eine Allianz aus Zentrums- und Rechtsparteien. Die FSLN behält ihre eigenen Kandidaten lediglich dort, wo sie sich eines Sieges sicher sein kann.

JAMAIKA

Entschädigung von Europa gefordert

(Lima, 22. September 2004, na).- Eine Entschädigung in Höhe von 129 Milliarden US-Dollar hat Ende September die Rastafari Nation von Jamaika von den europäischen Ländern für die Jahrhunderte von Sklaverei gefordert, die die Nachkommen der afrikanischen Sklaven auf der Karibikinsel erleiden mussten. Mehr als 90 Prozent der 2,6 Millionen Jamaikaner stammen von Sklaven ab.

VENEZUELA

Kommunalwahl verschoben

(Lima, 22. September 2004, na).- Die für den 26. September geplanten Kommunal- und Regionalwahlen sind nach Angaben des Nationalen Wahlrats wegen "technischer Schwierigkeiten" bei der Wahlvorbereitung auf den 31. Oktober verschoben worden. Mehr als 14 Millionen Menschen sollen 23 Gouverneure, 337 Bürgermeister und 249 Regionalvertreter wählen.

KOLUMBIEN

Bewegungsfreiheit der Indígenas eingeschränkt

(Bogotá, 23 September 2004, adital-poonal).- Die Zusammenstöße zwischen Soldaten der kolumbianischen Streitkräfte und der Guerillagruppe FARC schränken die Bewegungsfreiheit der Indígenas der Gemeinden von Embera Katío ein. Protestkundgebungen, die ein Ende der Auseinandersetzungen in den Gebieten der Indígenas forderten, haben bisher nicht geholfen.

Auf den Kundgebungen hatten die Gemeinden von Embera ihre Sorge über die Präsenz von Soldaten und Guerilleros in ihren Gebieten ausgedrückt. Nach Angaben der Indígenas sind die Gemeinden durch den Konflikt weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Zudem stellten die Auseinandersetzungen Übergriffe auf ihre Ländereien dar. Dies würde das Überleben der Indígenas gefährden und ihre Menschenwürde angreifen.

Die Indígenas der Region sind seit dem Jahr 2002 mit diesem Problem konfrontiert. Damals ordnete die kolumbianische Regierung die Besetzung des Gebietes Embera an, ohne dies mit den Cabildos Mayores, den gewählten Indígena-Räten, abzusprechen. Seitdem stellt die offizielle wie auch die nicht-offizielle militärische Präsenz eine Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung dar.

Militärs aus dem Amt enthoben

(Montevideo, 17. September 2004, comcosur).- Das Urteil der Amtsenthebung von fünf zur Kriegsmarine gehörenden Militärs wurde bestätigt. Die Disziplinarstrafe wurde verhängt, da die Verantwortlichen ein von paramilitärischen Einheiten verübtes Massaker nicht verhinderten. 2001 töteten die Paramilitärs 27 Bauern der Gemeinde Chengue in der Provinz Sucre.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte das verhängte Strafmaß und wies das Freispruchersuchen der Angeklagten ab. Obwohl örtliche Polizeikräfte rechtzeitig über die Bewegungen der ultrarechten Schwadrone informiert hatten, waren die Militärs untätig geblieben und versagten damit in ihrer Pflicht, das Leben der Einwohner Chengues zu schützen. Ungehindert konnten so die Paramilitärs die Opfer aus Ihren Häusern zerren und sie später ermorden.

PARAGUAY

Räumung endet mit zwei Verletzten und vielen Verhaftungen

(Asunción, 21. September 2004, comcosur-poonal).- Eine Räumungsaktion, die vergangene Woche auf einem Grundstück im Viertel Palma Loma der Stadt Luque/Asunción stattfand, endete gewaltsam mit zwei Verletzten und sieben Verhaftungen. Eine Gruppe von Polizisten und Steuerbeamten des Bezirks forderte cirka 250 Familien auf, das von ihnen besetzte ungefähr sieben Hektar große Gebiet zu verlassen. Vermutlich gehört das besetzte Grundstück Justo Pastor Alonso.

Die Familien, die am 10. August dieses Jahres das Land besetzt hatten, weigerten sich zunächst, das Grundstück zu verlassen. Nach Eingreifen der Polizei und nachdem einige ihrer Angehörigen verletzt wurden, verließen die Familien jedoch das Gebiet und rissen ihre spärlichen Unterkünfte nieder.

Nach Aussage einiger Mitglieder des Räumungskommandos hatten die Familien eine Vielzahl an Feuer- und Stichwaffen in ihrem Besitz, die von der Polizei beschlagnahmt wurden. Miguel Angel Brítez, der Anwalt der vertriebenen Familien, verurteilte die polizeiliche Räumung und wies darauf hin, dass die 250 Familien unter offensichtlicher Missachtung des Gesetzes überstürzt von dem Gelände vertrieben worden seien. Er fügte hinzu, dass die zuständige Beamtin Gilda Villalba von der Besetzung unterrichtet war, jedoch bis jetzt nichts dagegen unternommen habe. "Es gibt einen offenen Gerichtsprozess, und auch der Fiskus bat während der Verhandlung um Einsicht in den Fall. Wir werden uns einer Autorität stellen müssen, die selbst dem Gesetz zuwider handelt", so klagt der Anwalt.

Justo Pastor Alonso, der vermutliche Inhaber des Grundstücks, bedauerte die Vorfälle, begrüßte jedoch die Arbeit des Räumungskommandos. Er wies zudem darauf hin, dass sich in letzter Zeit die Zahl der Grundstücksbesetzungen im Land erhöhte habe, obwohl die Besetzer gewusst hätten, dass dies illegal sei. "Zudem bedrohten sie die eigene Regierung, mit den Besetzungen solange nicht aufzuhören, bis ihre Probleme gelöst würden", so Alonso. Zudem stellte er klar, dass er das Grundstück nicht weiter umzäunen werde, da in mehr als drei Fällen die Landbesetzer die Umzäunung beschädigt hätten.

ECUADOR

Anwohner protestieren gegen die US-Militärbasis Manta

Von Luis Ángel Saavedra und Roberto Roa

(Quito, 23. September 2004, npl).- Der Unmut über die US-Militärbasis in Ecuador nimmt zu. In Manta, einem kleinen Dorf in der westlichen Provinz Manabí, fühlen sich die Bewohner durch die ständige Präsenz
der US-Soldaten und vor allem durch ihre rigiden Sicherheitsmaßnahmen eingeschränkt. Gefährdet ist auch ihr traditionelles Wirtschaftssystem, das auf Fischfang und Landwirtschaft basiert.

"Der Hafen von Manta wurde militarisiert. Jetzt dürfen die kleinen Fischerboote nicht einmal mehr auslaufen, weil sie für terroristische Anschläge auf die Militäreinrichtungen benutzt werden könnten," beklagt Hugo Mero Quijije, Präsident der Vereinigung von Fischern und Seeleuten in Manta.

Der Fischerhafen liegt unmittelbar neben der Luftwaffenbasis Manta, die im Jahr 1999 der US-Armee zur Nutzung überlassen wurde. Von hier aus soll der Drogenschmuggel innerhalb der gesamten Region kontrolliert und beobachtet werden, so die offizielle Begründung für das US-Engagement. Manta ist wichtigster Bestandteil eines ganzen militärischen Komplexes, der ein Gelände von 24.000 Hektar in fünf ecuadorianischen Provinzen umfasst. Die US-Streitkräfte sind vertraglich befugt, neben Manta auch die ecuadorianische Marinebasis Jaramijó zu nutzen.

In Sachen Kontrolle zeigen sich die US-Militärs unerbittlich. Jetzt wird gefordert, dass alle Fischer in der Gegend einen speziellen Ausweis bei sich tragen müssen und einen kostspieligen, sechswöchigen Kurs zur Akkreditierung als Fischer machen sollen, berichtet Mero. Eine weitere Schikane aus Sicht der Bewohner ist die geplante Einrichtung einer Naturschutzzone in küstennahen Gewässern, so dass nur noch große Schiffe in der Lage sein würden, zu den Fischgründen hinaus zu fahren.

Kleine ecuadorianische Fischerboote sind der US-Navy schon seit längerem ein Dorn im Auge. Auf der Jagd nach vermeintlichen Drogenkurieren oder Migranten ohne Papiere haben US-Kriegsschiffe in den vergangenen drei Jahren mindestens sechs solcher Boote innerhalb der ecuadorianischen Hoheitsgewässer versenkt.

Unter anderem wegen dieser Übergriffe und der Verletzung der staatlichen Souveränität fordern linke Parteien und die in dem Andenland besonders starke Indígena-Bewegung, den Nutzungsvertrag mit den USA rückgängig zu machen. Noch im Wahlkampf Ende 2002 hatte der jetzige Präsident Lucio Gutiérrez versprochen, diese Forderung umzusetzen. Aufgrund seines linken Diskurses war er von fast allen Basisbewegungen unterstützt worden. Doch gleich nach seinem grandiosen Wahlsieg machte Gutiérrez eine politische Kehrtwende, verprellte seine bisherigen Unterstützer und setzte in der Wirtschaft wie in der Außenpolitik auf einen US-freundlichen Kurs. Seitdem regiert der Präsident ohne stabile parlamentarische Basis und hält sich angesichts zunehmender Korruptionsvorwürfe nur mühsam im Amt.

Auch in Jaramijó haben sich die Lebensbedingungen verschlechtert. Überall verhinderten Drahtzäune den Durchgang, und Fluglärm erschwere den Fischfang, so der Sprecher der Protestbewegung, Mero Quijije. Zudem werden Menschen umgesiedelt, um den Landstrich unmittelbar neben den Militäranlagen zu entvölkern. Aus Protest betreten die Anwohner immer wieder das verbotene Gelände, säen Nutzpflanzen und bauen kleine Wohnhütten, die schnell wieder von den Soldaten abgerissen werden. Mittlerweile drohen ihnen Sperrschilder mit der Aufschrift: "Achtung Minenfeld".

Fünf Jahre ist die US-Armee mittlerweile präsent, und statt des versprochenen wirtschaftlichen Aufschwungs in der Region sehen die Betroffenen nichts als Nachteile für sich. "Wir hoffen, dass die US-Soldaten im Jahr 2009 wieder abziehen," erklärt der Bauernsprecher Orlando Anchundia. Dann wird darüber verhandelt, ob der Vertrag für die US-Basis Manta ausläuft oder um weitere zehn Jahre verlängert wird.

BOLIVIEN

USA in repressive Maßnahmen der Regierung Lozada verwickelt

(Montevideo, 17. September 2004, comcosur).- Bislang unveröffentlichte Dokumente bestätigen, dass die Regierung des ehemaligen Präsidenten Gonzalo Sánchez de Lozada von den USA bei den repressiven Maßnahmen gegen Oppositionelle vor seinem Rücktritt unterstützt wurde. Der Abgeordnete Gustavo Torrico der Sozialistischen Bewegung MAS (Movimiento al Socialismo) gab die Information bekannt und überreichte der Presse Fotokopien des Dokumentes.

Demnach hatte Lozada gesagt: "Ich als Präsident habe mit der Botschaft der USA gesprochen und sie hat mir den nötigen Rückhalt gegeben". Dieser Rückhalt sei bis zuletzt aufrecht erhalten worden. Der ehemalige Präsident hat letztlich Zuflucht auf nordamerikanischem Boden gefunden. Der Abgeordnete Torrico verurteilte die Haltung der US-Botschaft, die nie damit aufgehört habe, sich in interne Angelegenheiten Boliviens einzumischen und dies bis in die Gegenwart noch immer tue.

BRASILIEN

Sekretariat des Weltsozialforums nimmt Arbeit auf

(Buenos Aires, 21. September 2004, comcosur-poonal).- Das im August eingerichtete Sekretariat des Weltsozialforums (WSF) in Porto Alegre hat die Vorbereitungen für das Forum im Jahr 2005 bereits aufgenommen. Das Sekretariat soll alle notwendigen Vorkehrungen für einen erfolgreichen Ablauf des fünften Weltsozialforums treffen.

Am zweiten September hat der Bürgermeister Porto Alegres João Verle der Koordination des Sekretariats den abschließenden Untersuchungsbericht über die technischen Unternehmungen überreicht, die auf dem zukünftigen Forumsgelände zu treffen sind. Der Bericht gestattet Bauvorhaben auf dem gesamten Gelände. Diese sollen diesen Monat beginnen und bis Januar kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Im vergangenen Monat hat das Sekretariat bereits zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Tourismusbranche geführt, um für die Teilnehmer des Forums akzeptable Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Über einige Punkte konnte bereits Einigung erzielt werden, die Verhandlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

Auf der letzten Sitzung des brasilianischen Organisationskomitees am 8. September wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die alle Programme des Weltsozialforums abschließend begleiten wird.

Büro des WSF (São Paulo):

Adresse: Rua General Jardim, 660, 8 andar, São Paulo – SP- Brasil, Tel.: 01223-010, E-mail: fsminfo@forumsocialmundial.org.br, URL: www.forumsocialmundial.org.br

ARGENTINIEN

Piqueteros bitten Subkommandant Marcos um ein Treffen

(Buenos Aires, 22. September 2004, recosur-poonal).- Eine radikale Gruppe der Piqueteros, der organisierten Arbeitslosen aus Argentinien, hat den Sprecher des mexikanische Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN) Subkommandant Marcos zu einem "Gipfeltreffen" eingeladen. Das Ziel sei es, die EZLN um eine "kontinentale Piquetero-Bewegung" zu ergänzen, um so die sozialen Kämpfe auf das Gebiet zwischen Río Bravo und Feuerland auszuweiten.

"Wir würden ihn gerne sehen, er soll uns anrufen, sich telefonisch mit uns in Verbindung setzen, dann könnten wir uns mit ihm unterhalten um unsere Pläne für Lateinamerika vorwärts zu bringen", sagt Nina Peloso, Sprecherin der Unabhängigen Bewegung von Rentnern und Arbeitslosen (Movimiento Independiente de Jubilados y Desocupados, M
IJD) der Nachrichtenagentur Apro in einem Interview. Peloso ist die Ehefrau des MIJD-Anführers Raúl Castells, der seit 25. August in der nördlichen Provinz Chaco wegen Erpressung inhaftiert ist und für dessen Freilassung am 31. August rund 5000 Menschen in Buenos Aires auf die Straße gegangen sind.

"Wir hätten gerne, dass er [Marcos, d. Red.] sich für die über 50 politischen und sozialen Gefangenen der Piquetero-Bewegung und für die Aufhebung der Gerichtsverfahren gegen weitere 4000 Genossen ausspricht. Und dass sie für Lateinamerika kämpfen, nicht nur für Mexiko. Wir wollen ein lateinamerikanisches Netzwerk schaffen. Wir können auch für die Befreiung der in Mexiko inhaftierten Genossen aus der zapatistischen Bewegung kämpfen", fügte Peloso hinzu.

Folterfälle werden erneut geprüft

(Montevideo, 17. September 2004, comcosur).- Der ehemalige Polizeikommissar Miguel Etchecolatz und der Polizeiarzt Jorge Bergés stehen bereits unter Hausarrest. Nun haben neue Ermittlungen dazu geführt, dass sie verhaftet werden. Der Richter Arnaldo Corazza befahl ihre Inhaftierung sowie ihr Erscheinen bei der Wiedereröffnung des Verfahrens "Causa Camps". Damit wird eine Rechtssache aus dem Jahr 1987 wieder aufgenommen, deren strafrechtliche Umsetzung damals durch das so genannte Schlusspunktgesetz verhindert wurde. Mit dem Schlusspunktgesetz war verfügt worden, dass Angehörige der argentinischen Militärdiktatur für ihre Verbrechen nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Asamblea Permanente por Derechos Humanos (APDH) in La Plata wird Etchecolatz 23 Jahre im Gefängnis verbringen müssen, da er für 73 Fälle von Folterungen verantwortlich ist. Bergés muss demnach sechs Jahre in Haft verbringen. Zu diesen Strafen waren die beiden 1986 verurteilt worden. Sie blieben aber wegen des Inkrafttretens des Schlusspunktgesetzes straffrei.

PERU

Illegale Abtreibungen nehmen zu

(Lima, 17. September 2004, sem-poonal).- In Peru ist die illegale und meist auch unsachgemäße Abtreibung zur zweithäufigsten Todesursache für Mütter geworden. Mit den schlimmsten gesundheitlichen Folgen haben dabei ärmere Frauen zu rechnen, die keinen Zugang zu Kliniken oder anderen Einrichtungen haben, in denen der Eingriff auf sichere Art geschieht, so hieß es in mehreren Quellen.

Täglich sterben fünf Peruanerinnen an mit Schwanger- oder Mutterschaft in Zusammenhang stehenden Ursachen. Dies ergeben die Daten des Frauenzentrums Centro de la Mujer Peruana Flora Tristán. Diesen Angaben ist ebenfalls zu entnehmen ist, dass im Jahr 2000 Abtreibung noch die vierthäufigste, inzwischen aber schon die zweithäufigste Todesursache geworden ist.

Alarmierend ist, dass bei der Müttersterblichkeit infolge eines Schwangerschaftsabbruchs die Anzahl von jugendlichen Betroffenen zugenommen hat. Bis im Jahr 2000 waren lediglich zwölf Prozent Minderjährige im Alter von 13 bis 17 Jahren. Im Jahre 2003 ist die Zahl der Betroffenen dieser Altersgruppe um 17 Prozent gestiegen.

Im vergangenen Jahr wurden in Peru ungefähr 410.000 Abtreibungen durchgeführt. Das bedeutet einen Anstieg um 17 Prozent innerhalb von drei Jahren. Den Experten zufolge kommen jedoch auf jede im Krankenhaus registrierte Abtreibung mindestens sieben illegale. Die vom Frauenzentrum Flora Tristán ermittelten Zahlen unterscheiden von denen des Berichts des Gesundheitsministeriums, sowie den von Gesundheitswesen (EsSalud) und Polizei erhobenen Daten.

Auf der anderen Seite, so die Initiative zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften Asociación Peruana para la Prevención de Embarazos no Deseados (APPRENDE) wären rund 17.000 Abtreibungen jährlich durch Einnahme der "Pille danach" vermeidbar gewesen. Nach Angaben von APPRENDE, die auch der Verband für Obstretie und Gynäkologie bestätigt, werden nämlich jährlich 18.000 Abtreibungen nach einer Vergewaltigung vorgenommen.

Selbst die offiziellen Zahlen machen die bleibende hohe Müttersterblichkeit deutlich: 185 tote Müttern pro 100.000 Lebendgeborene wurden bei einer demographischen Erhebung im Jahr 2000 ermittelt.

CIDH urteilt für Entschädigung von Polizeiopfern

(Lima, 22. September 2004, na).- Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) verurteilte den peruanischen Staat jüngst zu einer Entschädigungszahlung von 770.500 US-Dollar an die Familie der Brüder Rafael und Emilio Gómez Paquiyauri. 1991 entführten und ermordeten Polizeikräfte die 14 und 17 Jahre alten Brüder im Hafen von Callao, einer Nachbarstadt nördlich der Hauptstadt Lima.

PERU-ECUADOR

Kinder werden im Goldabbau ausgebeutet

Von Roberto Roa

(Berlin, 26. September 2004, púlsar).- Noch immer ist Kinderarbeit in den Goldminen vieler Andenländer Gang und Gebe. In Ecuador schuften über 2.000 Kinder in solchen Bergwerken, um das Edelmetall an die Oberfläche zu schaffen. Sie sind diejenigen mit den schlimmsten Arbeitsbedingungen unter der rund einer Million von Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren, die in dem kleinen südamerikanischen Land einer Erwerbsarbeit nachgehen. Die meisten von ihnen arbeiten auf Bananen- oder Blumenplantagen, im Haushalt, als fliegende Händler oder auf Müllkippen.

Diese Zahlen veröffentlichte die Weltarbeitsorganisation ILO in ihrem jüngsten Bericht über Kinderarbeit. Ecuador ist damit eines der Länder mit den höchsten Indizes für Kinderarbeit in Lateinamerika. Weit schlimmer ist die Lage allerdings in den Minen des Nachbarlandes Peru, das wie Bolivien schon zu Kolonialzeiten als Lieferant von Edelmetallen auf Kosten des Lebens von Millionen Indígenas traurige Berühmtheit erlangte. Hier sollen über 50.000 Kinder in Goldminen tätig sein. Peru ist der größte Goldexporteur des Kontinents: Die Erlöse in Höhe von 120 Millionen US-Dollar jährlich sichern 30.000 peruanischen Familien ein klägliches Überleben – und wenigen Goldunternehmern großen Reichtum.

Dem Bericht zufolge ist die Kinderarbeit in Goldminen besonders dramatisch, weil sie zumeist in nicht industriell betriebenen Minen eingesetzt werden, also in Bergwerken, die von den großen Unternehmen für unrentabel befunden wurden. So verrichten die 2.000 Kinder, einige von ihnen gerade mal fünf Jahre alt, Handarbeit in abgelegenen, unzureichend gesicherten Stollen. Diese Minen weisen miserable Arbeitsstandards auf: Kaum Technologie und unzureichende sanitäre Einrichtungen, überlange Schichten und besonders niedrige Gehälter. "Das Schlimme an dem Problem der Kinderbergarbeiter ist, dass kaum jemand in der Bevölkerung davon weiß," schlägt ILO-Mitarbeiterin Alexandra Bonilla Alarm.

Erste Schritte, diesem Missstand zu begegnen, haben ILO und einige Kinderrechtsorganisationen eingeleitet. Zum Beispiel in der peruanischen Stadt Santa Filomema, die sich mittlerweile die "erste kinderarbeitsfreie Gemeinde Perus" nennt. Mit Geldern der Regierung wurde hier eine Kooperative geschaffen, die das Goldschürfen im kleinen Maßstab effizienter, siche
rer und ohne Ausbeutung von Kindern organisiert. Zugleich werden Schulen und Bildungsprogramme gefördert und ein Kleinkreditprogramm, um andere Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Ein ähnliches Projekt ist mittlerweile auch in der ecuadorianischen Andenregion geplant.

Dennoch sind sich Kinderrechtler und Behörden bewusst, dass dem Problem der Kinderbergarbeiter viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Die peruanische Ministerin für Frauen und soziale Entwicklung Ana María Romero gibt zu, dass allein in Peru "mehr als 200 Gemeinden existieren, in denen Kinderarbeit die Regel ist".

CHILE

Chilenische Justiz spricht Vergewaltiger von Kindern frei

(Montevideo, 21. September 2004, comcosur-poonal).- Nur sechs Monate Freiheitsstrafe verbüßte der chilenische Ingenieur Eduardo Krell, der aufgrund der Vergewaltigung eines neunjährigen Mädchens vor dem dritten Strafgericht Santiagos im Mai dieses Jahres verurteilt worden war. Krell war außerdem wegen mehrfacher Vergewaltigung und Sodomie von mindestens elf weiteren Minderjährigen und dem Besitz von Kinderpornografie angeklagt.

Der Ingenieur wurde jetzt nach einem Mehrheitsentscheid der ersten Kammer des chilenischen Berufungsgerichtes freigesprochen. Die Kinderhilfsorganisationen Raíces, Paicabí und Opción ESCI protestierten gegen diese Entscheidung.

Nach der Verurteilung durch Richter Eduardo Muñoz wegen einer nachgewiesenen Vergewaltigung, der Anzeigen aufgrund Schändung und Sodomie gegen Minderjährige und der Produktion von Kinderpornographie mit deutlichen Beweisen, legte Krell Widerspruch ein und gewann. Nach seinem Freispruch bezahlte Krell eine Geldbuße von 400 US-Dollar. Das Gericht argumentierte, dass Krell keine Gefahr für die Gesellschaft darstelle.

Das nationale Jugendamt hat bis jetzt keine Stellungsnahme abgegeben. Allerdings ließ die richterliche Entscheidung einen alten Streit wieder aufleben. Es wird vermutet, Krell habe Verbindungen zu Claudio Spiniak, dem Protagonisten einem der grauenhaftesten Fälle der chilenischen Kriminalgeschichte.

Der Unternehmer Claudio Spiniak betrieb über mehrere Jahre ein Pädophilennetzwerk. Darüber wurden Minderjährige auf den Straßen Santiagos kontaktiert und zu cinematographischen Sex- und Gewaltorgien gebracht. Bis jetzt bleibt der Aufenthaltsort mehrerer Jungen und Mädchen, die an den Orgien teilnahmen, ein Rätsel. Es gibt Anzeichen, die darauf hin deuten, dass mehrere Kinder aufgrund der Gewalt und des Drogenkonsums gestorben sind.

Unternehmen fordert von Frauen Nachweis über Sterilisierung

(Montevideo, 21. September 2004, prensa latina-comcosur-poonal).- Die chilenische Regierung kündigte am 20. September an, eine Untersuchung einzuleiten, um den Vorwürfen gegen Unternehmen aus dem Privatsektor nachzugehen, die von Frauen bei der Einstellung Sterilitätsnachweise verlangt haben sollen.

Obwohl diese Praxis von der Gewerkschaft CUT (Central Unitaria de Trabajadores) und von Frauenorganisationen wiederholt beklagt worden ist, entwickelte sich daraus erst jetzt ein Skandal, nachdem ein zur Anzeige gebrachter und sorgfältig dokumentierter Fall gegen das Holzunternehmen Aserraderos Paillaco S.A. wegen einer derartigen Diskriminierung bekannt wurde.

Die Ministerin des chilenischen Frauenministeriums SERNAM (Servicio Nacional de la Mujer) Cecilia Pérez reiste unverzüglich zum Ort des Geschehens und sagte, dass im Falle, dass sich der Vorgang bestätigen sollte, "es sich um eine sehr schwere Strafttat handeln würde". Das Unternehmen hatte von sechs Bewerberinnen einen Sterilitätsachweis gefordert. Die Ministerin traf sich mit Rodrigo Bertín, dem Direktor des Krankenhauses von Paillaco, der ihr wichtige Dokumente über frühere Vorfälle übergab, die die Anklage untermauern sollen.

Der Fall wurde zum ersten Mal bekannt, als im Juni dieses Jahres Luis Vivero, der Assistent der kommunalen Beratungsstelle von Paillaco, davon erfuhr, dass sechs Frauen um die Ausstellung eines Nachweises über eine Sterilisierung gebeten hatten, um diesen bei dem Unternehmen vorzulegen.

Folterschiff Esmeralda kehrt zum Apec-Gipfel heim

(Fortaleza, 22. September 2004, adital).- Das umstrittene Schulschiff Esmeralda legt am Sonntag den 26. September in Valparaiso an. Das Schiff kehrt von einer Rundreise heim, bei der es zu Ehren des Gipfels des Asien-Pazifik Wirtschafts-Kooperationsrates (Asia-Pacific Economic Cooperation – APEC) mehrere Länder anlief, die an der Pazifikküste liegen. Der APEC-Gipfel wird im November in Chile stattfinden.

Um auf die Rückkehr des Schiffes, das als mobiles Symbol der Jahre der Unterdrückung angesehen wird, aufmerksam zu machen, wurde am 22. September eine öffentliche Aktion auf der Plaza de la Constitución in Santiago de Chile durchgeführt. Mit der Aktion wurde zum wiederholten Male gefordert, dass die Verbrechen, die an Bord des Schulschiffes begangen wurden, untersucht und bestraft werden. An der Veranstaltung, die von Amnesty International unterstützt wurde, nahmen auch Menschen teil, die auf dem Schiff gefoltert wurden. Die Demonstranten überreichten dem Büro des Präsidenten Ricardo Lagos mehr als 8500 Petitionen aus über 80 Ländern, in denen Gerechtigkeit für die Verbrechen des Militärregimes gefordert wird.

Das Schiff, das der Einzelausbildung der Angehörigen der chilenischen Marine diente, war der erste Ort, an dem die Folterungen und Ermordungen der diktatorischen Regierung von Augusto Pinochet durchgeführt wurden, als dieser 1973 durch einen Militärputsch an die Macht kam. Bei der Rundreise durch den Pazifik war das Schiff mit zahlreichen Demonstrationen und kritischer Presse konfrontiert, die u.a. das Ankern des Schiffes in den Häfen von San Diego (USA), Tokio (Japan), Pusán (Südkorea) und Papeete (Französisch-Polynesien) verurteilten.

 

Herausgeber: Nachrichtenpool Lateinamerika e.V.
Yorckstr. 59, 10965 Berlin, Tel.: 030/789 913 61
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Redaktion in Mexiko: Kristin Gebhardt, Gerold Schmidt, Wolf-Dieter Vogel
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Koordination in Berlin: Birgit Marzinka, Andreas Behn

Übersetzungsteam: Verena Rassmann, Ute Petsch, Uli Dillmann, Thomas Guthmann, Ricarda Franzen, Sylvia Kreuzer, Steffi Ziege, Stefan Prinz, Sebastian Landsberger, René Cofré Baeza, Niklaas Hofmann, Natalie Mutlak, Nicole Heigl, Monika Zwick, Markus Plate, Mark Schindler, Mareike Hagemann, Lea Hübner, Kristina Vesper, Katharina Braig, Jinny Gebers, Jessica Zeller, Jana Fleschenberg, Inga Vietzen, Henning Alts, Frauke Köhler, Felix Sperandio, Edna Guerrero, David Kobold, Daniel Markus, Dietrich von Richthofen, Christina Klug, Birgit Marzinka, Barbara Walter, Angela Isphording, Anne Demmer, Anja Müller, Andreas Behn

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Women on Waves widerrechtlich ausgewiesen Guatemala, Ende Februar. Die Crew des Schiffes von Women on Waves muss den Hafen Marina Pez Vela bei San José in Guatemala verlassen. Woman on waves ist eine internationale agierende NGO, die für das Recht auf Abtreibung eintritt und Frauen darin bestärkt ihr Recht auf mentale und körperliche Selbstbestimmung auszuüben. Mehr Infos findet ihr auch auf der Seite von Women on Waves.
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