Poonal Nr. 584


Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer Agenturen vom 5. August 2003

Inhalt


MEXIKO

GUATEMALA

ECUADOR

KOLUMBIEN

BRASILIEN

ARGENTINIEN

URUGUAY

PARAGUAY

BOLIVIEN

PERU

HAITI

KUBA


MEXIKO

Zapatisten positionieren sich mit zahlreichen Kommuniques

Von Gerold Schmidt

(Mexiko-Stadt, 31. Juli 2003, npl).- Kein Tag ohne eine Botschaft der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN). Das ist seit dem 22. Juli in Mexiko die Regel. Mittels ihres charismatischen Sprechers und Strategen Subcomandante Marcos nehmen die Zapatisten erstmals seit langem wieder ausführlich zum eigenen Organisationsprozess, der Situation in ihrem Aktionsgebiet im Bundesstaat Chiapas und ihrem Verhältnis zu Staat, Zivilgesellschaft sowie nationaler und internationaler Solidarität Stellung.

Zu den interessantesten Punkten gehört dabei die detaillierte Beschreibung der Selbstverwaltung in den von ihnen aufgebauten 30 „autonomen Landkreisen“ in Chiapas. Eine neue Etappe dieser Autonomie und ein neues Verhältnis zur Zivilgesellschaft sollen vom 8. bis 10. August mit einem großen Fest in der Ortschaft Oventik, einem der fünf sichtbaren Zentren der Zapatisten, gefeiert werden.

Leicht hatte es die EZLN ihren Anhängern im eigenen Land und auf internationaler Ebene zuletzt nicht gemacht. Nach der im April 2001 vom mexikanischen Kongress völlig verwässert verabschiedeten Reform der Indígena-Gesetzgebung hüllte sich die Führung der Zapatisten etwa anderthalb Jahre in absolutes Schweigen. Dann beschäftigte sich Subcomandante Marcos plötzlich ausführlich mit Problemen der spanischen Innenpolitik, scheinbar ohne Interesse für die Vorgänge in Mexiko.

In den vergangenen Monaten folgten in unregelmäßigen Abständen als „Stelen“ betitelte Analysen der Situation in den verschiedenen mexikanischen Bundesstaaten. Dabei fehlte jedoch Chiapas. „Mehr als einen lassen sie verzweifeln… Diese Indígenas verärgern selbst die, die mit ihnen sympathisieren“, hat Marcos die verbreitete Reaktionen auf dieses Gebaren vor wenigen Tagen selbst treffend zusammen gefasst.

Die ersten Kommuniques vor zwei Wochen deuteten auf eine weitere Abkapselung der EZLN und ihrer Basis hin. Die erneuerte Absage an jeglichen Kontakt mit der mexikanischen Bundesregierung und damit an die Wiederaufnahme der seit langem suspendierten Verhandlungen sowie ein kategorisches Nein zum Gespräch mit den politischen Parteien kam nicht überraschend. Doch die gleichzeitige Ankündigung, Marcos werde „vorübergehend“ auch Sprecher für die autonomen Landkreise, nicht nur für die EZLN sein, klang nach einer Rückkehr zu stark zentralisierten und hierarchischen Strukturen, die von den Zapatisten öffentlich immer kritisiert wurden.

Wenig später folgte eine harsche Kritik an einem Großteil der Solidaritätsbewegung und sympathisierenden Nicht-Regierungsorganisationen. Marcos wirft ihr das „Aschenputtelsyndrom“ vor. Oft seien Mitleid und Paternalismus gegenüber den zapatistischen Gemeinden vorherrschend. Viele hätten bis heute nicht verstanden, dass die Zapatisten statt Almosen Respekt brauchten. Projekte würden aufgezwungen – „stellt Euch die Verzweiflung einer Gemeinde vor, die Trinkwasser braucht und der eine Bibliothek aufgedrängt wird“ – oder es würden Abfallprodukte geschickt – „ein rosafarbener Stöckelschuh… ohne sein Paar“. Marcos kündigte den „Tod“ der fünf als „Aguascalientes“ bekannten regionalen Zentren an, die als Anlaufstelle für viele Solidaritätsbewegte funktionierten.

Die Marcos-Kommuniques der letzten Tage revidieren den ersten Eindruck. Offen werden Widersprüche und Konflikte im zapatistischen Einflussgebiet genannt. Die extreme Armut als Preis für die Autonomie wird nicht verheimlicht. In der für Marcos und die EZLN so typischen Verknüpfung von der Maya-Mythologie entlehnten Geschichten und politischer Analyse findet der Subcomandante zu Humor und Selbstironie zurück, die der Bewegung so viel Sympathie einbrachten.

Der von vielen nach den ersten Botschaften kommentierte Bruch mit der Unterstützerbewegung wird stark relativiert. Die „Aguascalientes“ sollen in der Zapatistensprache am 9. August als „Seemuscheln“ (Caracoles), die nach innen und nach außen hören, wieder auferstehen. Konkret: Sie werden zu einer Art autonomer Regionalräte umfunktioniert. Die Räte sollen einerseits inner- und zwischengemeindliche Probleme in den autonomen Landkreisen lösen, in denen auch viele Nicht-Zapatisten leben.

Eindeutig und so offen wie noch nie machen die Regionalräte den offiziellen Verwaltungs- und Regierungseinrichtungen die Kompetenz streitig. Marcos betont die zapatistische Position, dass es in keiner Weise darum gehe, das Projekt einer Indígena-Nation zu verwirklichen. Als Mexikaner und Indígenas würden die Zapatisten in ihrem Einflussgebiet aber die 1996 mit der Regierung unterschriebenen Abkommen von San Andres und die Regelungen des ursprünglichen Reformentwurfes für das Indígena-Gesetz umsetzen.

Insgesamt sind die Reaktionen auf die Flut von EZLN-Kommuniques bisher aus allen Gesellschaftsbereichen relativ spärlich. Abgeordnete aus Chiapas sehen den „Rechtsstaat“ gefährdet. Die Anwaltsvereinigung des Bundesstaates fordert das Eingreifen der Zentralregierung, weil sie eine Parallelverwaltung für nicht hinnehmbar hält. Vielen organisierten Gruppen der Zivilgesellschaft hat die tägliche Marcos-Portion offenbar noch die Sprache verschlagen. Die Regierung in Mexiko-Stadt hält sich bedeckt und scheint ihre Strategie beibehalten zu wollen, das Thema Zapatisten und Chiapas totzuschweigen. Auf eine entsprechende Frage antwortete Innenminister Santiago Creel vor kurzem, er habe keine Reise in das Gebiet vorgesehen, „aber das könnte eine gute Idee sein“. Auf das Fest der EZLN wird er wohl nicht kommen.

Radio Insurgente bald auch auf Kurzwelle

(Mexiko-Stadt, 1. Ausgust 2003, poonal).- „Wenn Du von Tausenden Soldaten umzingelt lebst, wenn Du nicht an die schlechte Regierung glaubst, wenn Du von Paramilitärs bedroht oder verfolgt wirst oder sie Dich vertrieben haben. Wenn Du Teil des Kampfes bist und nichts zu tun hast, dann höre „Radio Insurgente“. So wirbt der Jingle des zapatistischen Radios für sein Programm. Radio Insurgente ist, „das Radio derer ohne Stimme, das von irgendeinem Ort in den Bergen im Südosten Mexikos sendet“.

Wie die mexikanische Tageszeitung La Jornada kürzlich berichtete, haben die Zapatisten in Mexiko ein altes Medium für ihre Kommunikationsguerilla neu entdeckt: Das Radio. Seit einiger Zeit beschallt Radio Insurgente mit mehreren UKW-Sendern das Hochland von Chiapas und den Lacandonischen Regenwald, eine Gegend, in der kaum ein kommerzieller oder staatlicher Sender zu empfangen ist. Musik, Grußbotschaften, Nachrichten und Hörspiele wechseln sich ab. Alle Programmteile werden neben dem Spanischen in mindestens zwei indigene Sprachen übersetzt. Radio Insurgente ist damit in der ganzen Gegend der einzige Sender, der von der lokalen Bevölkerung wirklich verstanden wird, da diese meistens nur schlecht oder gar nicht spanisch spricht.

Für diese abgelegene Region Mexikos, in der die Zeit Jahrhunderte lang stillgestanden hatte bis zum Aufstand der EZLN Anfang 1994, sind die Programminhalte von Radio Insurgente überraschend progressiv: Hier werden z.B. die indianischen Männer aufgefordert, Frauen mit Respekt zu behandeln und sich Hausarbeit und Kindererziehung mit ihnen zu teilen.

Radio Insurgente ist für die Menschen in Chiapas ein einzigartiges Fenster zur Welt, das den Blick auf andere Kämpfe und Konflikte eröffnet. So berichtete der Sender im Frühjahr beispielsweise über den Krieg im Irak- ein Land, von dem die meisten Hörerinnen und Hörer bis dahin nicht einmal wussten, dass es existiert. Täglich gehen Dutzende von Hörerzuschriften ein, die sich bei den Radiomacher*innen bedanken oder Grußbotschaften senden. Das Musikprogramm ist sehr gemischt. Neben traditioneller Tzeltal- oder Tzotzil-Musik, revolutionären Corridos oder cubanischem Son spielt Radio Insurgente auch modernere Klänge.

Am 20. Juli informierte Subcomandante Marcos die internationale Öffentlichkeit in einem Kommuniqué, dass Radio Insurgente in seiner intergalaktischen Ausführung demnächst auch auf Kurzwelle zu empfangensein wird. Marcos wörtlich: „Der Sup wird eine einstündige Musiksendung machen, die wie es geboten ist, im Morgengrauen gesendet werden wird. Nein, der Sup wird nicht etwa singen, sondern er wird Musik, Märchen und Erzählungen vorstellen. Das Programm „Durito DeeJay“ startet vorerst noch nicht, weil der Käfer sich noch mit Schleifchen schmückt und außerdem keinen Vertrag unterzeichnet. Er will es unter 24 Stunden täglich nicht machen.“

Auf Kurzwelle wird Radio Insurgente auf dem gesamten amerikanischen Kontinent zu empfangen sein, mit ein bisschen Glück auch in Europa. Die mexikanische und internationale Zivilgesellschaft solle sich für den 8.,9. und 10. August nichts vornehmen, so Marcos weiter. Es darf spekuliert werden, ob damit der Start des neuen Radios gemeint ist oder die EZLN noch weitere Überraschungen plant. Eine Frequenz für die internationale Ausgabe von Radio Insurgente wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Gleichzeitig warnt der Zapatistensprecher, dass die militärische Lage in Chiapas sich derzeit deutlich verschärft: „Vor allem im Hochland in den Gemeinden Chenalhó, Pantelhó und Cancuc entfalten Paramilitärs fieberhafte Aktivitäten, die auf einen bevorstehenden Angriff hindeuten. Die Militär- und Polizeigarnisonen in dieser Gegend haben sich völlig abgeschottet, sicherlich um später sagen zu können, sie hätten nichts gehört. Die Stimmung ist dieselbe wie kurz vor dem Massaker von Acteal, als 45 Männer, Frauen und Kinder mit exzessiver Grausamkeit von Paramilitärs ermordet wurden.“

Angesichts dieser Situation scheint es um so wichtiger, dass die Botschaften von Radio Insurgente bald um die Welt gehen. Denn wie die Zapatisten längst bewiesen haben, können Medien eine sehr wirkungsvolle Waffe sein. Deshalb richtet sich Radio Insurgente auch an die in Chiapas stationierten Soldaten, um sie zum Desertieren aufzufordern. Im Jingle: „Soldado“ heißt es: „Soldat, der Du aus dem einfachen Volk kommst, hör zu. Du bist so wie wir, genauso arm. Wenn Du aufhörst, Soldat zu sein, wirst Du ein Leben in Würde gewinnen. Hör auf, gegen Deine eigenen Leute zu kämpfen, gegen Deine eigene Familie oder Deine Nachbarn. Lass Dich nicht mehr kaufen von den Almosen der Regierung. Verweigere die Befehle einer Regierung, die nur die Reichen bevorzugt, aber die Armen immer ärmer macht. Schließ Dich dem Leben der Aufständischen an. Das ist ein interessantes, freies und würdiges Leben.“

Gerüchten zufolge sollen die Kurzwellensendungen von Radio Insurgente demnächst auch im Internet zu hören sein. Wer das neue Zapatisten-Radio unterstützen will, kann das durch eine Spende tun, die helfen wird, das Radionetzwerk in Chiapas weiter auszubauen:

Richtet eure Überweisung an: Nachrichtenpool Lateinamerika e.V. Postbank Berlin, Bankleitzahl 100 100 10, Konto Nummer 16264108 Verwendungszweck: „Spende Radio Chiapas“

EZLN ruft zu gemeinsamen Treffen der sozialen Bewegungen auf

(Montevideo, 28. Juli 2003, pulsar-ooonal).- Verschiedene Bauernorganisationen sind dem jüngsten Aufruf des Zapatistischen Heeres zur Nationalen Befreiung EZLN gefolgt und haben öffentlich ihre Teilnahme an einem von der Guerillagruppe einberufenem Treffen zugesagt. Ziel dieses Treffens soll die Ausarbeitung neuer Strategien im Kampf gegen den Neoliberalismus und speziell hin zu einer Neuorientierung des mexikanischen Wirtschaftsmodells sein. „Wir sind völlig einer Meinung mit dem Subcomandante Marcos, dass es jetzt um eine Einigung der sozialen Bewegung im ganzen Land geht und darum, dass wir uns gegenseitig ergänzen und nicht bekämpfen.“

Senator Jose Antonio Aguilar Bodegas, der Mitglied der staatlichen Kommission für indigene Fragen ist, sieht die Tatsache, dass Marcos das Schweigen gebrochen hat „als positives Zeichen und als eine gute Möglichkeit für die Regierung diesen Kommunikationsansatz zu einer Wiederaufnahme des Dialogs zu nutzen.“ Zu den Vorwürfen des EZLN bezüglich der Existenz paramilitärischer Gruppen im Süden Mexikos sagte der Senator, „im Falle, dass die Existenz solcher Gruppen nachgewiesen würde, wird gegen sie vorgegangen, mit dem Ziel ihrer Festnahme und Verurteilung.“

Speziell als Antwort auf den von Präsident Fox forcierten Entwicklungsplan „Plan Puebla-Panama“ lanciert das EZLN den „Plan La Realidad – Tijuana“ (RealTi). Es richtet sich im Allgemeinen gegen jeden Versuch der Fragmentierung der mexikanischen Nation. Es geht darum, alle Widerstandsbewegungen des Landes zu einen und mit ihnen zusammen die mexikanische Nation neu aufzubauen.

Im Aufruf des EZLN heißt es: „In jedem Bundesstaat gibt es Männer, Frauen, Kinder und alte Menschen, die nicht aufgeben und die, obwohl sie ungenannt bleiben, für die Demokratie, die Freiheit und die Gerechtigkeit kämpfen. Es geht darum, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ihnen zuzuhören. Der Plan La Realidad-Tijuana hat kein Budget, keine Funktionäre und keine Büros. Er umfasst lediglich die Leute, die jeweils an ihrem Ort, zu ihrer Zeit und auf ihre eigene Weise widerstehen und es erinnert uns daran, dass Mexiko kein Unternehmen mit einzelnen Filialen ist, sondern eine gemeinsame Geschichte hat. Und die Geschichte ist nicht nur die Vergangenheit, sondern, und vor allem, die Zukunft.“

Dem EZLN zufolge ist der Plan Puebla-Panama nichts anderes als der Versuch der Regierung, das Land aufzuteilen und den mexikanischen Südosten zur Plünderung durch das internationale Kapital freizugeben. Laut dem Aufruf, der vom Subcomandante Marcos unterzeichnet ist, „sind die Pläne der Regierung kompliziert und hochtönend. Diese Pläne dienen nur dazu, Büros zu unterhalten, offizielle Pressemitteilungen herauszugeben und den Leuten den Eindruck zu vermitteln, für sie werde etwas getan.“

GUATEMALA

Verfassungsgericht gibt grünes Licht für Kandidatur von Ríos Montt

(Guatemala-Stadt, 30. Juli 2003, cerigua).- Das Verfassungsgericht CC (Corte de Constitucionalidad), die höchste guatemaltekische Gerichtsinstanz, gab am vergangenen Mittwoch (30. Juli) grünes Licht für die Einschreibung des Ex-Diktators General Efrain Ríos Montt in die Kandidatenliste für die kommende Präsidentschaftswahl. Das Urteil wurde von den Richtern Rodolfo Rohrmoser und Francisco Flores als illegal bezeichnet und als erneute Verletzung des Rechtsstaates.

Die Entscheidung zu Gunsten von Ríos Montt wurde von denselben Richtern unterzeichnet, die schon am 14. Juli die Zulassung seiner Einschreibung ins Wahlregister beschlossen. Das Urteil erlegt auch dem Obersten Gerichtshof CSJ (Corte Suprema de Justicia) auf, alle Einsprüche auszusetzen, die gegen die Kandidatur des Ex-Diktators noch offen sind.

Die sieben Richter, die das Verfassungsgericht bilden, votierten mit vier zu drei Stimmen für die Kandidatur des Generals bei den Wahlen im kommenden November. Gegen das Urteil votierten die Richter Rodolfo Rohrmoser, Francisco Flores und Carlos Reynoso Gil. Die entscheidende Stimme für Ríos Montt kam von Francisco Palomo Tejada, dem nachgesagt wird, der Regierungspartei wohlgesonnen zu sein. Rohrmoser und Flores bezeichneten die Entscheidung als illegal, weil der Beschluss von sieben Richtern, statt von fünf, wie im Gesetz vorgesehen, gefällt wurde.

Angst vor weiteren Unruhen

(Guatemala-Stadt, 28 Juli 2003, cerigua-poonal).- In Guatemala befürchtet man weitere Gewaltaktionen durch Anhänger der Republikanischen Front Guatemalas FRG (Frente Republicano Guatemalteco). Mitglieder der Partei hatten vorletzte Woche Verwüstungen verursacht und Justizbeamte, Bürger und Journalisten eingeschüchtert, verfolgt und entführt. Die Aktionen endeten mit dem Tod des Journalisten Héctor Ramírez.

Verantwortlich für die Ausschreitungen waren Anhänger des Generals Efraín Ríos Montt. Sie forderten gewaltsam die Zulassung des Ex-Dikators zur Kandidatur zum Präsidentenamt. Die Aktionen schürten Angst und Grauen in der Bevölkerung. Die Menschen fürchten die Wiederkehr der repressiven Zeiten unter der Herrschaft Ríos Montts. Damals wurden Tausende von Bauern, Gewerkschaftsführern, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten von paramilitärischen Gruppen verfolgt.

Der Chef der Beobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten OAS in Guatemala, Valentín Paniagua, erklärte, dass diese Ereignisse den Wahlprozess behinderten und zu einer Atmosphäre von Unsicherheit, Ungewissheit und Einschüchterung beitrügen. Er fügte hinzu, dass Guatemala eine stabile und reife Demokratie verdiene, in der der Dialog und der Konsens überwiege.

Nach Angaben der lokalen Presse wurden die Proteste von Abgeordneten, Bürgermeistern und Kandidaten der FRG organisiert. Zu den Ausschreitungen kam es, nachdem der Oberste Gerichtshof die Anmeldung der Kandidatur von Ríos Montt stoppte. Der Antrag war von oppositionellen politischen Führern eingebracht worden.

Zivil- und Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Passivität der Polizei, die keine Maßnahmen zum Schutz der Zerstörung von privatem Eigentum oder der Verfolgung und Entführung von Justizbeamten, Bürgern und Journalisten verschiedener Medien ergriffen hatte.

Das Oberste Wahlgericht und der Oberste Gerichtshof lehnten vor einem Monat die Anmeldung zur Kandidatur des Generals aufgrund des Artikels 186 des Grundgesetzes ab. Der Paragraph verbietet die Kandidatur des Militärs, weil er der Militärjunta vorgestanden hat, welche die Regierung von Fernando Romeo Lucas García im Jahr 1982 stürzte.

Allerdings bekam Ríos Montt vor dem Verfassungsgericht die Unterstützung von vier der Regierungspartei FRG nahestehenden Richtern und damit die Genehmigung an der Wahl teilnehmen zu können.

Als das Oberste Wahlgericht diese Entscheidung umsetzen wollte, legten Führer der Opposition erneut Einspruch vor dem Obersten Gerichtshof gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts ein. Damit stoppen sie wiederum den General.

Ex-Paramilitärs protestieren gegen Regierungspartei

(Quetzalthenango, 28. Juli 2003, cerigua-poonal).- Tausende von Mitgliedern der ehemaligen Zivilen Selbstverteidigungspatrouillen PAC (Patrulleros de Autodefensa Civil) aus Retalhuleu, Sololá und Quetzaltenango haben in Suchitepéquez in der Region Maratenango gegen die Guatemaltekische Republikanische Front FRG (Frente Republicano Guatemalteco) demonstriert. Sie fordern eine Ende des korrupten Verhaltens von Regierungsangestellten.

Die Ex-Paramilitärs beklagten nach Informationen lokaler Medien, dass die Entschädigungsgelder der Opfer, besonders der Witwen des Bürgerkrieges, zweckentfremdet wurden. Dies empöre besonders die Bevölkerung.

Die Demonstranten protestierten auch gegen die Kandidatur von General Efraín Ríos Montt. Die Zulassung zur Präsidentschaftswahl bedeute Blut, Mord und ein Angriff auf die Konstitution der Republik.

Als Zeichen ihrer Ablehnung der Partei und der falschen Versprechungen der Regierung von Präsident Alfonos Portillo zerstörten die Protestler ein Banner mit dem Logo der FRG, das im Zentralpark von Mazatenango aufgehängt war.

ECUADOR

Plan Colombia 2 betrifft auch Ecuador

(Quito, 28. Juli 2003, adital-poonal).- Der Plan Colombia 2, der auch Ecuador einbezieht, wird eines der Themen sein, die beim Treffen der Staatsoberhäupter der beiden benachbarten Staaten anlässlich des Besuchs des kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe am 21. und 22. August mit Präsident Oberst Lucio Gutiérrez auf der Tagesordnung stehen. Laut der kolumbianischen Botschafterin Maria Paulina Espinosa López erfordert die erfolgreiche Durchführung des Plans Colombia 2 die Aufstockung der finanziellen Mittel für Ecuador, damit die vorgesehenen Pläne für die Grenzregion „nicht nur in militärischer, sondern auch in sozialer Hinsicht zum Tragen kommen können“.

Die Diplomatin bestätigte, Kolumbien werde mit den Besprühungen der Kokafelder mit Pflanzenschutzmitteln fortfahren, da man dazu verpflichtet sei. Was jedoch die einzuhaltende Mindestentfernung zwischen den pestizidbehandelten Anbauflächen und der Landesgrenze anbelange, sei man bestrebt, eine Einigung mit dem Andenland zu erzielen. Espinosa López merkte an, ihr zugänglichen Dokumenten zufolge sei das verwendete Glyphosat für Menschen nicht gefährlich. Das Pestizid werde in Kolumbien seit mehreren Jahren in Kaffee- und Bananenpflanzungen eingesetzt, also beim Anbau von Produkten zum menschlichen Verzehr.

KOLUMBIEN

Gericht verbietet einstweilig Besprühungen der Kokafelder

(Lima, 30. Juli 2003, na).- Das Verwaltungsgericht von Cundinamarca im Zentrum Kolumbiens ordnete Anfang Juli die zeitweilige Einstellung der Besprühung mit Pestiziden von Kokapflanzen im gesamten Land an.

Die Einstellung gilt solange bis medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen sind, die die Auswirkungen des Pestizides Glyphosat und anderer bei den Besprühungen verwendeter Chemikalien auf menschliches und tierisches Leben ermitteln. Die Gerichtsentscheidung war Folge einer Klage der Bezirksregierung. Diese hatte die schädlichen Folgen der Besprühungen abgestritten und statt dessen die Ausrottung des Kokapflanzungen vorgeschlagen.

Obwohl die Regierung in Berufung gegen will, drängte die Ständige Versammlung der Zivilgesellschaft für Frieden die Behörden dazu, die Besprühungen einzustellen und das per Verfassung garantierte Recht der betroffenen Personen auf eine gesunde Umwelt zu wahren. Weiterhin fordert sie die Beteiligung der Gemeinden an den sie betreffenden. „Wir lehnen jegliche Form von Gewalt ab, die sich gegen das menschliche Leben und sonstige Lebensformen richtet“, ließ die Versammlung wissen. „Der Einsatz von Glyphosat zur Ausrottung von illegalen Pflanzungen verursachen mehr Schaden als der Anbau als solcher.“

Viele kolumbianische Migranten verlassen die USA

(Bogota, 29. Juli 2003, adital-poonal).- Etliche Menschen glauben, dass die neuen Einwanderungsgesetze der USA die Einwanderung in das Land zu einer „mission impossible“ gemacht hat. 15 kolumbianische Familien kehren jede Woche in ihr Land zurück, nachdem sie darin bestätigt wurden, dass der „amerikanische Traum“ sich für sie nicht erfüllen wird.

Die lokale Presse teilt mit, dass die Stiftung Casa, die in die USA einwandernde Kolumbianer unterstützt, festgestellt habe, dass sich die Zahl der in Florida ankommenden Familien von einigen tausend im Jahr 2000 auf durchschnittlich 200 reduziert hat. Fabio Andrade vom Gemeinschaftszentrum de las Américas, einer weiteren Organisation zur Unterstützung von Einwanderern nach Nordamerika, teilte der Presse mit, dass es zwar immer noch ankommende Kolumbianer gäbe, die Zahl derer, die wieder zurückkehrten sei jedoch größer.

Andrade sagte, dass sehr viele Kolumbianer die Vereinigten Staaten verlassen. Viele von ihnen, die vor zwei oder drei Jahren ankamen, hatten darauf vertraut eine Arbeit zu finden, die ihnen erlaubt ihre Einwanderungssituation in geregelte Bahnen zu lenken. Auch Jairo Sandoval, Koordinator des Nationalen Vereins der kolumbianisch-amerikanischen Organisationen NACAO (Asociación Nacional de Organizaciones Colombo-amerikanos) meint, dass die Verfolgung und Überwachung der Einwanderer in den USA zugenommen hat. Viele trauten sich vor Angst ausgewiesen zu werden nicht einmal mehr ihre Häuser zu verlassen. In den Universitäten müssen Ausländer über ihr Verhalten Bericht erstatten und es werden über den Fortgang ihres Studiums Kontrollen durchgeführt.

BRASILIEN

Kirchenführer aus Lateinamerika unterstützen Landlosenbewegung

(Sao Paulo, 2. August 2003, alc).- Dom Tomás Balduino, Präsident der Pastoralen Kommission der Erde, Frederico Pagura, emeritierter methodistischer Bischof aus Argentinien und der peruanische Befreiungstheologe Gustavo Gutierrez verfassten zusammen mit anderen lateinamerikanischen Kirchenführern eine Protestnote. In dem Schreiben wenden sie sich gegen die Pressenkampagne der brasilianischen Medien gegen die Landlosenbewegung MST. In der Erklärung wird das Verhalten der Medien als „systematische Kampagne von Attacken, die Besorgnis erregen“ bezeichnet.

Die Kampagne, so heißt es in der Protestnote weiter, versuche die „sozialen Bewegungen zu kriminalisieren, die pazifistisch gegen soziale Ausgrenzung und strukturelle Ungerechtigkeit in der brasilianischen Gesellschaft kämpfen“.

Dem MST wird vorgeworfen, durch vermehrte Landbesetzungsaktionen in verschiedenen Bundesstaaten eine angespannte Situation zu schaffen. In Rio Grande do Sul organisieren sich Großgrundbesitzer, um Demonstrationen und Propagandaaktionen des MST zu verhindern. In São Gabriel, im Zentrum des brasilianischen Bundesstaates, wehren sich Großgrundbesitzer gegen die Enteignung von 13.200 Hektar Land in der Region. Durch die Enteignungen soll die Agrarreform umgesetzt werden. Die Landbesitzer wollen die Ankunft des Marsches des MST am Rathaus blockieren. São Gabriel ist eine Gegend in Rio Grande do Sul, in der es wachsende Spannungen wegen der Auseinandersetzungen um Land gibt.

Das Schreiben der Bischöfe und der Pastoren wurde während einer Konferenz über das Christentum in Lateinamerika und der Karibik veröffentlicht. Dort trafen sich 700 Teilnehmer*innen in der Katholischen Universität PUC von São Paulo.

Der nationale Rat der Kirchen der Vereinigten Staaten schickte ebenfalls einen offenen Brief an die Landlosenbewegung, in dem ihr die Unterstützung der US-Kirchen zugesichert wird, „wegen ihrer bewundernswerten Aktion für die Gerechtigkeit auf dem Land und der Bildung der Ärmsten Brasiliens“.

Wohnungsbesetzungen in Sao Paulo

(Montevideo, 25. Juli 2003, comcosur).- Ungefähr 3000 mittellose Einwohner von Sao Paulo bezogen vier leere Appartementhäuser in der Nähe des Stadtzentrums. Sie wollen solange dort bleiben, bis sie zu Eigentümern der Immobilien geworden sind. Die Aktion wird unterstützt von der Bewegung der wohnungslosen Arbeiter.

Zuvor hatten mehr als 1000 Personen bei anderen Aktionen ein Grundstück in der Nähe einer verlassenen Fabrik des Automobilherstellers VW in einem Außenbezirk der Stadt eingenommen. Sie forderten von den Behörden die Überlassung des Grundstücks, um dort Wohnungen bauen zu können. Aus gefällten Bäumen konstruierten sie notdürftige Unterkünfte.. Die Aktionen ähneln denen der wohnungslosen Landarbeiter Brasiliens.

Brasilien fordert ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UNO

(Montevideo, 26. Juli 2003, púlsar).- Bei seinem Besuch in Großbritannien forderte der brasilianische Präsident Luis Inacio Lula da Silva gegenüber Tony Blair, dass Brasilien einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen haben müsse. Sollte dies tatsächlich vereinbart werden, wäre zum ersten Mal ein lateinamerikanisches Land in dieser Position. Brasilien rechnet damit, von vielen anderen Staaten der Region unterstützt zu werden.

Die britische Presse, normalerweise gleichgültig gegenüber Besuchen lateinamerikanischer Staatschefs, berichtete ausführlich über den Besuch des brasilianischen Staatsoberhauptes.

Lula ist so bedeutend, weil er von allen westlichen Regierungschefs mit den meisten Stimmen gewählt wurde. Und man sieht ihn als jemanden, der die Weltpolitik verändern und sogar auf die Krise der britischen Labour-Partei Einfluss haben kann. Obwohl er kein englisch spricht und seine Außenpolitik auf die Einheit Südamerikas konzentriert ist, erwies er sich sogar in England als ein sehr beliebter Präsident.

ARGENTINIEN

Basisorganisationen erarbeiten Amnestiegesetz

(Montevideo, 25.Juli 2003, púlsar-poonal).- Um der Kriminalisierung des sozialen Protests endlich ein Ende zu bereiten, haben Basisorganisationen eine Vorlage für ein Amnestiegesetz erarbeitet. Die Kriminalisierungsschiene, auf die sich der argentinische Staat im vergangenen Jahrzehnt angesichts des mannigfaltigem Protestes eingefahren hat, begegnet der Teilnahme an Aktionen, die soziale, wirtschaftliche, politische oder studentische Forderungen oder das Eintreten für Menschenrechte in die Öffentlichkeit tragen, mit Festnahmen, Gerichtsverfahren und Gefängnisstrafen.

Obwohl Präsident Kirchner und andere Regierungsmitglieder aus den Bereichen Sicherheit und Recht, sich wiederholt gegen diese „Kriminalisierung des sozialen Protests“ geäußert haben, sind ihren Worten bislang keine Taten gefolgt. Bei einer Demonstration am vergangenen Mittwoch wurde auf der Plaza de Mayo für die Gesetzesvorlage geworben. Jetzt soll versucht werden Präsident Kirchner den Amnestievorschlag zu unterbreiten.

Arbeitslose demonstrieren für bessere Volksküchen

(Buenos Aires, 28.Juli 2003, adital-poonal).- Da die nationale Regierung den Forderungen nach Lebensmittelversorgung und Verbesserung der Infrastruktur von Volksküchen und Milchvergabestellen nicht nachkommt, rief die Bewegung der Arbeiter ohne Beschäftigungsverhältnis Anibal Veron (M.T.D Aníbal Verón) am 28. Juli zur Demonstration vor dem Gesundheits- und Sozialministerium des Landes auf.

Die Bewegung beklagt, dass trotz der Reden und gemachten Erklärungen sowie des Einsetzens des nationalen Plans „Der Hunger ist dringender“, ihre Bedürfnisse keine Beachtung fanden. Auch ihre Forderung nach Lebensmitteln und der Verbesserung der vorhandenen Ausstattung habe bis heute noch keine konkrete Antwort erwirkt. Weiter verurteilten sie die abstoßende Bemerkung des Ministerialbeamten Sergio Berni. Dieser meinte „weder die Regierung noch ihre Minister sind ein Supermarkt zu Diensten der Bewegung“. Berni erklärte außerdem, er kenne die Bewegung M.T.D Aníbal Verón nicht.

Derzeit existieren 40 Volksküchen, in denen mehr als 5.000 Personen, mehrheitlich Kinder, versorgt werden, sowie 40 Milchvergabestellen, die sich täglich um mehr als 7.000 Kinder kümmern. All dies organisiert die Bewegung ohne die Unterstützung der Regierung. Die teils nur sehr spärliche Ausstattung ist allein auf die Bemühungen der Mitglieder der Bewegung zurückzuführen. So wird beispielsweise in allen Volksküchen über offenem Feuer gekocht.

URUGUAY

Linke gegen Privatisierung der ANCAP

(Montevideo, 28. Julli 2003, recosur).- Nach Ansicht der Gegner eines Gesetzes, das der Nationalen Verwaltung für Kraftstoffe, Alkohol und Portlandzement ANCAP (La Administración Nacional de Combustibles, Alcoholes y Pórtland) gestatten soll, sich mit Privatunternehmen zusammenschließen, wird damit die Privatisierung von ANCAP beabsichtigt. Jorge Brovetto, Vizepräsident des linken Parteienbündnisses Frente Amplio, fragt sich angesichts der Gesetzesinitiative: „Können wir dieser Regierung und ihren Verbündeten vertrauen, dass sie das nationale Vermögen nicht veräußern werden, das öffentliche Vermögen, das ausdrücklich unter der Kontrolle von ANCAP bleiben müsste?“

Weiter sagt er: „Gemeinsam versuchen die höchsten Figuren der Colorado- und der Nationalen Partei so zu tun, als sei das ANCAP-Gesetz nicht Teil der Wirtschaftspolitik der derzeitigen Regierung, einer Wirtschaftspolitik, wie sie auch die zerbrochene Koalitionsregierung der beiden Parteien durchführte.“ Die Mehrheit der Linken werde sich aber gegen die Privatisierung dieser öffentlichen Einrichtung stellen.

Ahnend, dass die Rechte nicht aufhören wird zu versuchen, die Einheit der Linken zu untergraben, bemerkte Brovetto, „der wahre Preis von ANCAP“ und die „Effizienz des Staatsunternehmens“ müssten diskutiert werden. Trotz der verkündeten Einigkeit der Linken hat Senator Danilo Astori vom Encuentro Progresista-Frente Amplio überraschend und wiederholt seiner Unterstützung dafür Ausdruck verliehen, dass ANCAP sich mit Privatunternehmen zusammenschließt.

PARAGUAY

Hungerstreik im Knast von Tacumbú

(Asunción, 25. Juli 2003 – recosur-poonal) Eine Gruppe von Gefangenen im Gefängnis von Tacumbú befindet sich seit 44 Tagen im Hungerstreik, damit die Justiz endlich ihre Fälle verhandelt. Von den 2.450 Inhaftierten sind nur 500 Strafgefangene. Die meisten von ihnen befinden sich bereits seit Jahren in Haft obwohl ihre Straferwartung wesentlich geringer ist.

Einer der Hungerstreikenden ist Miguel Angel Lazardo. Der Gefangene protestiert dagegen, dass die Justiz nicht reagiert und gegen die Untätigkeit der Gefängnisverwaltung. Miguel Angel drohte sich innerhalb der kommenden Woche zu kreuzigen, wenn die Mitglieder der Obersten Gerichtsbehörde, die Richter und die Staatsanwälte nicht im Gefängnis auftauchen, um sich die Beschwerden und juristischen Probleme der Gefangenen anzuhören und zu bearbeiten.

Lazardo kann nur schwer sprechen, denn er hat sich den Mund zugenäht. Die Situation in Tacumbú habe sich seit einem Jahr ständig verschlechtert, nachdem verschiedene Gefangene ihre Haftstrafen abgesessen hätten, jedoch nicht entlassen worden seien. „Einer von uns hat seine Strafe von achteinhalb Jahre abgesessen. Er müsste freigelassen werden und ist immer noch Häftling“, sagte Lazardo.

BOLIVIEN

Subsistenzwirtschaft nimmt ab

(La Paz, 29.Juli 2003, adital ).- Bauern und Indígenas des bolivianischen Hochlandes und der Täler des Landes nehmen immer weniger Lebensmittel zu sich. Einerseits verhindert die Subsistenzwirtschaft in diesen Gebieten des Landes Hungersnöte, doch trotzdem ist diese immer weniger die Grundlage der Ernährung.

Einem Bericht des Zentrums für Forschung und Förderung der Landwirtschaft CIPCA (Centro de Investigación y Promoción del Campesinado) zufolge sei es „nur das hohe Niveau an Selbstversorgung, das die kleinen Landwirte vor Hungersnot bewahrt. Je nach Gebiet und Anbau der Bauern erreicht die Subsistenzwirtschaft einen Anteil zwischen 50 und 70 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion“, heißt es weiter. Die beteiligten Kleinbauern werden jedoch infolge des Rückgangs ihrer Einnahmen und eines Marktverlustes wirtschaftlich, politisch und kulturell ausgegrenzt.

Nele Marien, Forscherin bei CIPCA, sieht im Rückgang des Lebensmittelkonsums eine Folgeerscheinung der Armut, die – so sagen Experten – in den letzten 20 Jahren 50 Prozent der Bevölkerung betraf. Ihrer Meinung sind die Hauptgründe dafür in ungebundenen Preisen, dem freien Import und der fehlenden Subventionshilfe für den Landwirtschaftssektor zu suchen. Dies wiederum sei das Ergebnis eines neoliberalen Modells und einer Politik, die die traditionelle Wirtschaft der Bauern und Indígenas zum Aussterben verurteile.

50 Jahre nach der Agrarreform, mittels derer seit 1953 Land neu verteilt werden soll, ist die Entwicklung der unproduktiven Latifundien des Ostens degeneriert. Im Westen des Landes wurde das Wachstum von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben beschleunigt.

Andererseits informiert CIPCA, dass die 32 in Bolivien lebenden indigenen Völker in von Diskriminierung betroffen seien. Weiterhin wird gesagt, dass die Situation in Bolivien sehr ambivalent sei. Einerseits nähmen die Bolivianer zahlreiche ursprüngliche Gewohnheiten an, andererseits sie die Diskriminierung und Geringschätzung gegenüber Bauern und Indígenas stark spürbar.

PERU

Fujimori gründet politische Organisation

(Lima, 29. Juli 2003, adital-poonal).- Perus ehemaliger Präsident Alberto Fujimori kündigte die Gründung einer politischen Bewegung namens „Sí Cumple“ an, die ihn bei den Wahlen im Jahr 2006 als Präsidenten nominieren werde. Carlos Raffo, Chef von „Fuji Prensa“, sagte,dass „Si Cumple“ die baldige Rückkehr Fujimoris nach Peru vorbereiten werde, damit dieser eine Kampagne organisiere, um sich bei den nächsten Wahlen überzeugend zu präsentieren.

Über sein Pressebüro „Fuji Prensa“ ließ der Ex-Präsident verlauten, dass die Bewegung versuchen werde, traditionelle Anhänger, sogenannte Fujimoristas, ebenso zu gewinnen wie Unabhängige. Als Generalsekretär der Organisation bestimmte Fujimori Carlos Orellana den ehemaligen Pressesekretär seiner zehnjährigen Präsidentschaft.

Im Wortlaut präsentierte der Ex-Regierungschef „Peru und der Welt die neue Bewegung „Sí Cumple“, eine politische Organisation, welche versucht, Fujimoristas wie Unabhängige zusammen zu rufen, die eine neue Option wünschen, eine alternative Praxis und Effizienz, anders als die traditionelle Politik“.

Der Pressechef fügte hinzu, dass die Bewegung bald das Datum der Rückkehr Fujimoris nach Peru bekannt geben werde. Dieser residiert seit November 2000 in Tokio, nachdem seine Regierung nach zehn Jahren in Folge eines Korruptionsskandals zerbrach. Im Zentrum der Affäre stand damals Fujimoris Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos.

Gegenüber einer Kaserne im Hauptstadtdistrikt tauchte unlängst ein Graffiti mit dem Spruch: „Gegen den Terrorismus: Fujimori“ auf. Der Spruch ist offensichtlich eine Anspielung auf das jüngste Wiederauftauchen der Guerillagruppe Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad). Fujimori ist zahlreicher Menschenrechtsverletzungen beschuldigt worden.

Angst vor neuen Aktionen der Guerillagruppe Leuchtender Pfad

(Lima, 23. Juli 2003, adital-poonal).- Verschiedene politische Kräfte warnten in den Medien vor einem möglichen Wiederauftauchen der Guerillagruppe „Leuchtender Pfad“ LP (Sendero Luminoso) in Peru. Die maoistische Organisation wird für mehr als 25.000 Tote in den letzten 20 Jahren verantwortlich gemacht. Inzwischen steht fest, dass drei Aktionen, die dem LP zugeschrieben wurden, nicht von dieser Gruppe durchgeführt worden waren. Auch die Flugblätter, die einen „bewaffneten Streik“ angekündigt hatten, erwiesen sich als Fälschung. Was motiviert die Medien, die Aktionen des LP so übertrieben darzustellen?

Den Huamanguinos – den Bewohnern von Huamanga, der Hauptstadt von Ayacucho – gefällt die Medienkampagne über das erneute Auftauchen des LP in Ayacucho überhaupt nicht. Der Bezirk hat laut vorläufigen Daten der Wahrheitskommission die Hälfte aller Gewaltopfer zu beklagen. „Hier ist es ruhig, es passiert überhaupt nichts von dem, was sie in Lima erzählen; sie übertreiben und das schadet uns, sie vertreiben die Touristen“, ereifert sich Gerardo Ludeña, der Bürgermeister von Huamang.

„Sie“, sagt Angélica Mendoza in Bezug auf die Militärs, „reden vom Wiederaufkeimen des LP. Wozu? Damit wir ruhig sind, damit wir nicht von den vielen Verschwundenen und Toten reden, die sie unter unsere Kindern erzeugt haben“. Dies erzählt die Vorsitzende der Verschwunden- und Gefangenenvereinigung von Ayacucho in einem Spanisch mit deutlichem Quechua-Akzent. Seit 20 Jahren kämpft sie zusammen mit anderen Frauen darum, den Verbleib ihrer Angehörigen aufzuklären.

Seit der überraschenden Nachricht über die Entführung von 71 Arbeitern des multinationalen Konzerns Techint in Ayacucho durch Angehörige des Leuchtenden Pfad am 9. Juni diesen Jahres, wurde eine Medienkampagne gestartet, die das Wiederaufkeimen des Terrorismus an verschiedenen Orten des Landes beschwört. In der öffentlichen Meinung entsteht ein Klima der Unsicherheit und der Angst.

Die Entführung fand zeitgleich mit dem Beginn der von der Wahrheitskommission organisierten öffentlichen Sitzungen statt. Die erste Übertragung zeigte die im Untergrund lebenden Führer des Leuchtenden Pfad und der Guerillagruppe Revolutionäre Gruppe MRTA (Movimiento Revolucionario Tupac Amaru), die ihre Aktionen selbstkritisch bewerteten, sich vom Weg der Gewalt lossagten und bei den Verbrechensopfern um Vergebung baten.

Eine der ersten Aktionen, die in diesem Jahr dem Leuchtenden Pfad zugeschrieben wurden, fand am 30. Juni statt. Es handelt sich um einen Überfall auf das Dorf Aranmarca in Apurimac, einer der ärmsten Regionen des Landes in der südlichen Bergregion. Einige Tage darauf wurde laut militärischer Quellen berichtet, dass Terroristen des Leuchtenden Pfad erneut das Camp des argentinischen Konzerns Techint angegriffen hätten und sich mit den Sicherheitskräften, die das Gelände bewachten, eine Schießerei geliefert hätten. Nach wenigen Stunden wurde die Information vom Verteidigungsministeriums dementiert. Es habe lediglich einen Stromausfall in der Unterkunft gegeben, worauf der Sicherheitsdienst Warnschüsse in die Luft abgegeben habe.

Sicher ist, dass es gesellschaftliche Kreise gibt, denen die Nachrichten über die Bedrohung durch den Leuchtenden Pfad gelegen kommen: bestimmte Kreise des Militärs, die wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen angeklagt sind, bestimmte konservative Kreise aus der Politik, die im Autoritarismus die Antwort auf die Unstabilität sehen und höchstwahrscheinlich Abimael Guzmán (seit 1993 Isolations-Gefangener Vorsitzender des LP, sog. „Präsident Gonzalo“; der Übers.) selbst, dessen Einfluss dank der Medien gestärkt wird.

HAITI

Regierung kündigt scharfes Vorgehen gegen Guerilla-Gruppe an

(Santo Domingo, 4. August 2003, textosdom).- Der haitianische Ministerpräsident Yvon Neptune hat am Wochenende auf der Beerdigung der bei einem Anschlag in der Zentralprovinz ums Leben gekommen vier Mitglieder des Innenministeriums ein hartes Vorgehen gegen die Attentäter angekündigt. Seine Regierung werde nicht weiter die Destabilisierung der Region akzeptieren, sagte Neptune im Radiosender Radio Metropole. Inzwischen sind in dem Gebiet, rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince Spezialeinheiten der Polizei eingesetzt worden. Am Freitag, den 25. Juli war eine Fahrzeugkolonne des Innenministeriums in den Hinterhalt der Guerillagruppe aus ehemaligen Militärmitgliedern geraten. Vier Personen wurden zum Teil verstümmelt, der Pressesprecher des Innenministeriums schwer, weitere Personen leicht verletzt.

Der Parlamentsabgeordnete Nahoum Marcellus, Mitglied der Regierungspartei „Fanmi Lavalas“, beschuldigte die Opposition hinter den Anschlägen zu stecken. Die Gruppe würde die Dominikanische Republik als „Rückzugsgebiet“ nutzen, sagte er Radio Metropole. Marcellus forderte gleichzeitig von der Regierung die Auslieferung des früheren Polizeikommissars von Cap Haitïen, Guy Phillip, zu fordern. Marcellus bezeichnete Phillip als einen der Hintermänner der bewaffneten Gruppierung, die im Gebiet Nahe der Grenzstadt Belladère operiere.

Der Ex-Polizist Guy Phillipe wird von der haitianischen Regierung beschuldigt einer der Hintermänner bei dem Angriff auf den Präsidentenpalast am 17. Dezember 2001 gewesen zu sein. Phillipe bezeichnete die Anschuldigungen als „aus der Luft gegriffen“. Allerdings kündigte er in einem Gespräch mit textosdom an, dass Haiti liberianische Verhältnisse erleben werde, wenn der derzeitige Staatspräsident Jean Bertrand Aristide nicht zurücktrete die „internationale Gemeinschaft“ nicht endlich eingreife.

KUBA

Müttersterblichkeit sinkt

(Havanna, 22. Juli 2003, sem-poonal).- Jedes Jahr sterben in Kuba weniger Frauen während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Auf der anderen Seite steigt jedoch die Sterblichkeitsrate bei spezifischen Krankheitsbildern, wie z.B. Fehlgeburten oder Embolien bei der Entbindung.

Vorläufige Daten des Statistischen Gesundheitsjahrbuchs geben an, dass die Müttersterblichkeit zwischen 1999 und 2001 fast um die Hälfte gesunken ist. In diesen Jahren kam es zu insgesamt 47 Todesfällen, elf weniger als im Jahr 2000 und 19 weniger als 1im Jahr 1999.

Die Statistiken belegen, dass die meisten Todesfälle während der Schwangerschaft und im Monats danach auftreten. Ursache sind hier meist die in dieser Zeit auftretenden Probleme wie Fruchtwasserembolie, Fehlgeburt, Blutungen nach der Geburt, Bauchhöhlenschwangerschaft und andere.

Im Jahr 2001 starben elf Frauen an Fehlgeburten und dieselbe Zahl an Kindbettfieber oder der Geburtsembolie. Weitere sieben Todesfälle beruhten auf Problemen während der Geburt, sechs waren Bauchhöhlenschwangerschaften und 15 wurden unter „andere Probleme“ wie z.B. Anomalien während der Geburt, Bluthochdruck, etc. registriert.

Die Müttersterblichkeit stieg während der schlimmsten Jahre der Wirtschaftskrise, die Kuba seit 1990 durchlebt dramatisch an. So starben 1994 63 Frauen. Die Müttersterblichkeit wird üblicherweise nach Todesfällen pro 100.000 lebend geborene Kinder berechnet. Im Falle Kubas kamen im Jahr 1993 26 Tote auf 100.000 lebend geborene Kinder, 1994 sogar 42. Danach sank die Zahl wieder. 2001 betrug die Sterblichkeitsrate 29,6.

So oder so befindet sich Kuba in der Müttersterblichkeits-Statistik weit unter dem Durchschnitt Lateinamerikas und der Karibik. Laut Zahlen von UNICEF werden in der ganzen Region etwa 190 tote Mütter auf 100.000 lebend geborene Kinder gezählt. Betrachtet man nur die Karibik, sieht die Situation noch schlechter aus: hier liegt die Sterblichkeitsrate bei 408 Frauen. Die höchste Müttersterblichkeit registriert Haiti (1000), gefolgt von Bolivien (390) und Peru (270), während die niedrigsten Todesraten in Chile, Kuba und Costa Rica registriert werden.

 

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