Poonal Nr. 289


Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer Agenturen Nr. 289 vom 15. Mai 1997

Inhalt


BOLIVIEN

GUATEMALA

MEXIKO

SURINAM

PERU

(Lima, Mai 1997, noticias aliadas-Poonal).- Bis zum 22. April 1997

PERU

COSTA RICA

HONDURAS

ARGENTINIEN

VENEZUELA

BRASILIEN


BOLIVIEN

Koka-Bäuer*innen im Chaparé drohen mit Rebellion

(Cochabamba, 12. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Der Vorsitzende der Koka-Bäuer*innen in der bolivianischen Region Chapare hat eine große bewaffnete Rebellion angekündigt, falls die Regierung die Vernichtung der Koka-Pflanzungen nicht stoppe. Evo Morales Ayma warnte, der Aufstand könne sogar die Erstürmung von Militär- und Polizeikasernen durch tausende Campesinos einschließen. Innenminister Victor Hugo Canelas spielte die Drohungen herunter und bezeichnete sie als „polemisch und berauscht“. Er gab jedoch zu, daß die Konfliktzone Chiripiri, Eterazama, Santa Rosa und Mariscal Sucre umfaßt, alles Dörfer, in denen Koka angebaut wird. Bisher sind die Positionen entgegengesetzt. Der Innenminister hat angekündigt, mit der Vernichtung der Felder weiterzumachen, „passiere was passiere“. Campesinoführer Evo Morales versichert, genau dies würden die Pflanzer*innen nicht zulassen. Die Region soll inzwischen fast vollständig militarisiert sein. In den vergangenen Tagen gab es dort wie bei zahlreichen früheren Gelegenheiten Zusammenstöße zwischen beiden Seiten, bei denen zahlreiche Menschen getötet und verletzt wurden.

GUATEMALA

Drogengeneral verhaftet

(Guatemala-Stadt, 12. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Die Drogenbekämpfungspolizei Guatemalas verhaftete den früheren Armeeoberst Carlos Ochoa Ruiz, dessen Auslieferung von der US- Justiz gefordert wird. Der 48jährige wurden von der Polizei überrascht, als er in der Hauptstadt mit der Übergabe von Kokain beschäftigt war. Die Drogenbehörden stellten mindestens 30 Kilo Kokain sicher, dessen Wert von einem Sprecher der Finanzpolizei auf mindestens eine Million Dollar geschätzt wird. 1992 entkam Ochoa einer Auslieferung an die USA, wo er wegen Drogenhandels angeklagt ist. Damals schützte ihn ein Urteil des guatemaltekischen Verfassungsgerichtes. Polizeiberichte aus dieser Zeit gingen davon aus, daß Ocha der örtliche Chef der internationalen Drogenkartelle war. Aus diesem Grund wurde er 1994 aus den Streitkräften ausgeschlossen. Er war das erste Mitglied des guatemaltekischen Militärs, der von Washington beschuldigt wurde, Drogen in die USA eingeführt zu haben.

MEXIKO

Zedillo akzeptiert massivere Drogenintervention der USA

(Mexiko-Stadt, 8. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Während des Besuches von William Clinton in Mexiko unterschrieben die Regierungen des Gastlandes und der USA einen neuen Vertrag zur Drogenbekämpfung. Die „Bündniserklärung gegen Drogen“ wird von den Kritiker*innen als Unterordnung der mexikanischen Drogenpolitik unter die Strategie des Pentagons betrachtet. Das Dokument enthält unter anderem neue Bestimmungen zur Auslieferung und sieht vor, die Zahl der Agent*innen des FBI und der US-Drogenbehörde DEA auf mexikanischem Territorium zu erhöhen. Derzeit bestehen 800 Auslieferungsanträge zwischen beiden Ländern, die große Mehrheit davon hat die USA gestellt. Die US-Agent*innen in Mexiko dürfen keine Durchsuchungen und Fahrzeugüberprüfungen vornehmen. Allerdings haben sie das Recht, Waffen zu tragen und fallen unter den Schutz der diplomatischen Immunität. Dies ist in Mexiko als legalisierte ausländische Einmischung bezeichnet worden. Nach mexikanischen Quellen aus dem Militär sollen zukünftig Marineschiffe der USA in mexikanische Hoheitsgewässer eindringen dürfen. Ebenfalls dürfen die USA demnach an strategischen Punkten eigene Radarstationen installieren.

SURINAM

Cimarrones kämpfen gegen US-Minengesellschaft

(Paramaribo, 9. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Der Konflikt um Landrechte im Innern von Surinam ist weit von einer Lösung entfernt. Die Cimarrones, die Nachfahren afrikanischer Sklaven, die in den Urwald von Surinam flüchteten, stehen gegen ihre Regierung und die US-Minengesellschaft Golden Star Resources aus Denver. Genauso wie die Cimarrones auf ihre Landrechte pocht das Unternehmen auf Zusagen der Regierung. Diese hatte zu Jahresbeginn Golden Star Resources die Erlaubnis gegeben, in den kommenden zehn Jahren in der Mine Gross Roseble etwa 105 Kilometer westlich der Stadt Paramaribo gelegen, Gold zu schürfen. Die Bevölkerung in dem Gebiet wurden von der Konzessionsvergabe vorher nicht informiert. Die Cimarrones befürchten, mit der Präsenz der Minengesellschaft ihre alten Wohnorte zu verlieren. Gleichzeitig machen sie sich über mögliche Gefahren Gedanken, wenn sie in der Region bleiben und Golden Star Resources seine Arbeit aufnimmt. Die Gesellschaft hat angeboten, die Bevölkerung umzusiedeln und sie außerhalb der Gefahrenzone zu bringen. Die örtlichen Gruppen haben jedoch ihren eigenen Forderungskatalog. Die Dorfautoritäten wollen sich von der absoluten Notwendigkeit der Umsiedlung überzeugen und sicherstellen, daß ihre Landrechte dokumentiert werden, damit sie in der Zukunft nicht willkürlich vertrieben werden können.

PERU

Botschaftsstürmung sollte von innenpolitischen Problemen ablenken

Von Elsa Chanduvo

(Lima, Mai 1997, noticias aliadas-Poonal).- Bis zum 22. April 1997

sprachen sich mehr als 70 Prozent der Bevölkerung für eine

friedliche Lösung der Geiselkrise in Lima aus. Nach der

erfolgreichen Befreiung von 71 der 72 Geiseln drückten laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Apoyo 80 Prozent ihr Einverständnis mit der Militäraktion aus. Nach derselben Umfrage bedauern jedoch 52 Prozent der Peruaner*innen den Tod der Mitglieder des Kommandos der Revolutionären Bewegung Tupac Amaru (MRTA), die in ihrer Mehrheit jünger als 20 Jahre waren und aus ärmlichen Verhältnissen stammten. Fujimori erntet unterdessen befriedigt einen Popularitätssprung um 29 Prozent auf jetzt 67 Prozent. „Wir haben der internationalen Gemeinschaft ein Beispiel gegeben, daß die Erpressung der Terroristen nicht erlaubt werden darf, daß nicht nachgegeben werden darf“, verkündete er auf der Pressekonferenz am Abend der Befreiungsaktion. Die Hauptforderung der MRTA-Kommandos unter Führung von Nestor Cerpa Cartolinia war die Freilassung von 400 inhaftierten Kampfgefährt*innen. Jetzt befürchten viele, in Peru könnten sich die gewalttätigen Konflikte, die durch politische und soziale Probleme ausgelöst werden, verstärken.

Die Regierung hat sich mit dem Beharren auf einer militärischen Lösung durchgesetzt, die Verfechter politischer Verhandlungen sind gescheitert. Es stellt sich die Frage, ob es sich wirklich um ein Scheitern handelte oder ob die Verhandlungslösung von vornherein keine mögliche Alternative war. Die Antwort ist wichtig in einem Land, wo jede Klage gegen Korruption oder Amtsmißbrauch automatisch zu einem Angriff der Opposition umgedeutet wird, die die Regierung destabilisieren wolle und wo die Regierungsgegner*innen oft Ziel von Drohungen und Attentaten sind. Die Befreiung der japanischen Botschaft geschah in einem Moment, in dem der von dem düsteren Vladimir Montesinos geleitete Geheimdienst SIN wegen Verbindungen zum Drogenhandel und wegen Folter und Mord unter Anklage stand. Präsident Fujimori hat das Einverständnis von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung mit dem Vorgehen von Streitkräften und Geheimdienst bei der Geiselbefreiung zu einer grundlegenden Zustimmung zu seiner Politik umgedeutet. Er wird versuchen, die jüngsten Anschuldigungen über Menschenrechtsverletzungen unter den Teppich zu kehren.

Der General Nicolás Hermoza Ríos, Vorsitzender des gemeinsamen Kommandos der Streitkräfte, Vladimir Montesinos und Fujimori werden als die drei Urheber der Militäroperation präsentiert. Die Stärkung des mächtigen Triumvirates beunruhigt viele und wird als Inthronisierung des Militarismus an der Macht angesehen. Und die Peruaner*innen scheinen auch nicht bereit zu sein, die vorherigen Akte des Geheimdienstes zu vergessen, die untersucht und bestraft werden müssen. 90 Prozent der Bevölkerung plädieren laut Umfrage dafür, daß die Anschuldigungen gegen den SIN weiter verfolgt werden. Die Geiselkrise liegt zurück, aber auch ein Ende bewaffneter Aktionen in Peru? Die Besetzung der japanischen Botschaft selbst ist ein deutliches Zeichen, daß die beiden Gruppen – Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) und die MRTA -, die vor 17 Jahren dem Staat den Krieg erklärten, zwar stark geschwächt sein mögen, aber immer noch im Land präsent sind. Und angesichts von 23 Millionen Peruaner*innen in Armut und nur 20 Prozent der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung angemessen beschäftigt, wird es weiterhin eine ausreichende soziale Basis geben, die in der Gewalt einen Ausweg suchen. Mehrere Ex-Geiseln berichteten von ihren Gesprächen mit einigen Jugendlichen des MRTA-Kommandos. Sie versichern, diese hätten keine ideologische Ausbildung gehabt. Sie wollten demnach ein bißchen Geld, um ihr Leben zu verbessern. Diejenigen, die sich für eine friedliche Lösung der Botschaftsbesetzung aussprachen, dachten nicht nur an die menschlichen Leben, die ein unglücklicher Ausgang kosten würde, sondern an den wichtigen Schritt, den dies für einen dauerhaften Frieden im Land hätte bedeuten können. „Die friedliche Lösung hätte erlaubt, das Leben aller – Geiseln, Geiselnehmer*innen und Militärs – zu bewahren und hätte die Perspektive aufgezeigt, die Waffen seien nicht immer das letzte Wort in Peru“, heißt es in einem Kommuniqué der Nationalen Menschenrechtskommission. Der Jesuit Juan Julio Wicht, eine der 71 befreiten Geiseln, erklärte nachdenklich: „Vermeidet falschen Triumphalismus, es muß für Gerechtigkeit und Frieden gekämpft werden, ohne in die Gewalt zu verfallen, ohne die Menschenrechte mit Füßen zu treten und ohne das Leben zu zerstören.“ Die Geiselkrise mag gelöst worden sein, aber die nationale Versöhnung, die zu einem Frieden mit sozialer Gerechtigkeit führt, bleibt eine ungelöste Aufgabe in Peru.

PERU

„Cerpa war ein Mann, mit dem man sprechen konnte“ – Interview mit

dem kanadischen Botschafter

(Lima, Mai 1997, noticias aliadas-Poonal).- Anthony Vincent, Botschafter Kanadas in Peru, war eine der ersten Geiseln, die von den Rebell*innen der MRTA freigelassen wurde. Er bemühte sich hartnäckig um eine friedliche Lösung der Krise. Er war zusammen mit Erzbischof Juan Luis Cipriani und Michel Minnig, dem Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes, Mitglied in der von der Regierung ernannten Garantenkommission. Lucien O. Chauvin, der für die englischsprachige Ausgabe von Noticias Aliadas verantwortlich ist, sprach mit dem kanadischen Botschafter. Wir dokumentieren das Interview in Ausschnitten:

Frage: Hat die Garantenkommission mit einer Stürmung der Botschaft gerechnet?

Antwort: Wir wußten, daß diese Möglichkeit immer bestand, es war eine der Optionen. Wir arbeiteten dafür, eine friedliche Lösung zu finden. Wir, auch ich, waren uns sehr bewußt, daß die Verhandlungen sich nicht auf eine Vereinbarung zubewegten.

Frage: Wie waren die Bedingungen für die Geiseln?

Antwort: Sie waren in einige wenige Zimmer im zweiten Stock zusammengedrängt. Nach den Geräuschen, die die MRTA-Mitglieder [während des Baus des ersten Tunnels am 6. März] hörten, wurden alle Geiseln in den zweiten Stock gebracht. Die 72 Geiseln waren auf sieben Räume verteilt, etwa zehn in jedem. Es waren bis zu einem gewissen Punkt erträgliche Bedingung, die sie überleben konnten. Mich hat verwundert, daß nie irgendein Zerwürfnis zwischen den Geiseln zu bemerken war. Es gab auch keinen offenen Gegensatz zwischen den Geiseln und der MRTA, was intelligent von beiden Seiten war. Psychologisch gesehen war jeder Tag schrecklich schwer für sie. Jeden Tag, wenn ich kam, versuchte ich, jede einzelne Geisel zu grüßen und etwas mit ihr zu sprechen. Danach versuchte ich, mit der MRTA zu sprechen. Wir hatten eine höfliche Beziehung. Am letzten Tag führte ich eine kleine Diskussion mit Néster Cerpa und Rolly Rojas, kurz bevor ich ging. Ich sagte ihnen, sie müßten uns dabei helfen, einen gangbaren Weg zu finden. Wir haben ihnen immer gesagt, daß sie zuviel forderten. Sie hörten mir zu und es war das letzte Mal, daß ich sie sah.

Frage:Wie näherten Sie sich Cerpa?

Antwort: Wir setzten uns und sprachen miteinander. Er war ein sehr harter Typ. Aber auch sehr wechselhaft. Einen Tag schien er nachgiebiger und plötztlich verhärtete er seine Position wieder. Aber er war in der Tat eine Person, mit der man sprechen konnte.

Bischof: „Regierung allein für Botschaftsstürmung verantwortlich“

(Lima, 6. Mai 1997, alc-Poonal).-In einer in der peruanischen Zeitung „El Comercio“ veröffentlichten Erklärung sagt Erzbischof Cipriani, Mitglied der Garantenkommission während der Botschaftsbesetzung, die Erstürmung der japanischen Botschaft sei „allein die Entscheidung der peruanischen Regierung“ gewesen, sie trage die volle Verantwortung. Der unerwartete Ausgang der Krise verursache „gegensätzliche Gefühle“. Einerseits „Schmerz wegen des bedauernswerten Verlustes von Menschenleben“, andererseits Erleichterung, weil die befreiten Geiseln zu ihren Familien kommen konnten. Seine Arbeit habe drei Zielen gedient. Den Geiseln sellsorgerisch zu helfen, eine friedliche Lösung zu unterstützen und im Innern der Residenz für ein ruhiges Klima zu sorgen und eine Eskalation zu vermeiden. Präsident Alberto Fujimori hat nach einem Gespräch mit dem apostolischen Nuntius Fortunato Baldelli wenige Tage zuvor energisch bestritten, Monseñor Cipriani habe mit dem Nationalen Geheimdienst zusammengearbeitet, um Abhörgeräte in die japanische Botschaft zu bringen.

Kritische Stimmen zum Blutbad bei der Geiselbefreiung

(Mexiko-Stadt/Lima, Mai 1997, Poonal).- Der folgende Beitrag ist aus verschiedenen Nachrichten unserer Mitgliedsagenturen in den Tagen seit dem Sturm der japanischen Botschaft zusammengestellt werden. Wir fassen noch einmal die Einschätzungen zum Vorgehen der peruanischen Regierung zusammen. Die Redaktion.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren, der Tod der MRTA- Mitglieder sei nicht notwendig gewesen. Amnesty International weist darauf hin, daß die Militärs in dem Moment handelten, in dem die Anklagen über Menschenrechtsverletzungen in Peru sich häuften und die Gerüchte über eine Regierungskrise anwuchsen. Die Organisation will eine Delegation nach Lima schicken, damit die Todesfälle vollständig und unparteiisch untersucht werden. Die konservative italienische Zeitung „Corriere della Sera“ schrieb, Fujimori habe alle Friedensmöglichkeiten in seinem Land „verbrannt“.

Unter der Überschrift „Operation Rettung oder Massaker?“ schreibt comcosur: „es scheint immer sicherer, daß es über die Rettung der Geiseln hinaus klare Anweisungen gab, die Guerilleros der MRTA auszulöschen. Nach durchgesickerten Informationen des Geheimdienstes der peruanischen Marine wurden mindestens drei Mitglieder des Kommandos hingerichtet. Die argentinische Tageszeitung „Clarín“ schreibt, daß Eduardo Cruz Sánchez, Spitzname „Tito“, sich ergab und sich den Sicherheitskräften in Anwesenheit der Geiseln stellte. Er wurde entwaffnet, die Hände wurden ihm auf den Rücken gefesselt. Aber später fand man ihn erschossen neben einem anderen nicht identifizierten Guerillero. „Bringt uns nicht um“, soll einer der jungen Leute, die Tito begleiteten, geschrieen haben. Auch die Geiseln, die in einem der Tunnel neben dem Rebellen herliefen, forderten Respekt vor seinem Leben. Soldaten brachten ihn in das Gebäude zurück und brachten ihn offensichtlich um. Das gleiche soll mit einer jugendlichen Guerillera des MRTA-Kommandos geschehen sein.

Die Lateinamerikanische Menschenrechtsvereinigung mit Sitz in Quito erklärte, der peruanische Regierungschef habe seine „autoritäre und kriegerische Haltung“ bestätigt. Die Organisation verurteilte die Aktion der MRTA, versicherte jedoch, dies rechtfertige nicht die „Anwendung von Staatsterrorismus“. Die Verhandlungen und Vermittlungen seien nichts als eine Zerstreuungstaktik gewesen, hinter der der militärische Plan entwickelt wurde. Die Menschenrechtsvereinigung meint, daß die Aktion zwei Fragen hinterläßt: die Benutzung und Manipulation der internationalen Diplomatie und der moralischen Autorität der Kirche, um die Angriffsvorbereitungen zu verdecken.

Die Nationale Befreiungsbewegung Tupamaros in Uruguay, die in den 60er Jahren die Waffen ergriff und heute innerhalb der linken Koalition Frente Amplio in das politische System integriert ist, schreibt in einem Kommuniqué: „Inmitten einer Friedensverhandlung zur Gewalt zur greifen, schafft einen äußerst gefährlichen Präzedenzfall für die Zukunft und entwertet jeden toleranten Dialogversuch zwischen entgegengesetzten Kräften. Den peruanischen Präsidenten bezeichnen die Tupamaros als „blutrünstig“. Sie verurteilen die Teile der Presse, „die das von Fujimori angerichtete Blutbad gefeiert haben, als ob sich um eine aus dem Kontext gelöste sportliche Prüfung gehandelt habe“.

COSTA RICA

Campesinos protestieren gegen US-Pestizide

(San José, 12. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Junge Costarikaner*innen protestierten vor der Kathedrale der Hauptstadt San José gegen den Besuch von US-Präsident William Clinton, indem sie eine US-Fahne verbrannten. „Go home! Raus hier!“, schrie die Gruppe von Umweltschützer*innen und Angehörigen von Arbeiter*innen auf den Bananenplantagen, die durch den Einsatz von US-Pestiziden sterilisiert wurden. Zwischen 1969 und 1980 sollen die Bananenunternehmen in Costa Rica und anderen Ländern Lateinamerikas ihre Arbeiter*innen gezwungen haben, ein chemisches Produkt zur Schädlingsbekämpfung auf den Plantagen anzuwenden, das neben anderen nicht rückgängig zu machenden Schäden Sterilität verursacht. Ganz in der Nähe der Demonstrant*innen traf sich der ausländische Staatsbesucher unter striktesten Sicherheitsvorkehrungen im Nationaltheater mit seinen Kollegen aus Mittelamerika und der Dominikanischen Republik.

HONDURAS

Landkonflikte ohne Lösung

(Tegucigalpa, 8. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Regierung und Indígenas haben die Verhandlungen über Landrechte der Chortis aus Copan und Ocotepeque abgebrochen. Mehrere tausend Mitglieder dieser Ethnie protestieren seit Tagen vor dem Regierungspalast. Sie fordern Landgarantien für ein Gebiet von 20.000 Hektar. Die Regierung hat dagegen bisher nur 2.000 Hektar auf Leihbasis angeboten. Eduardo Villanueva, Anwalt der Chortis, erklärte diesen Vorschlag als „außerhalb der Realität“ für die Indígenas. Deren Mitglieder, die älter als 15 Jahre sind, haben sich nun zu einem Hungerstreik entschlossen. In einer Erklärung gegenüber Präsident Carlos Reina forderten sie Lösungen. Sie hätten 500 Jahre in ihren Orten Widerstand geleistet, aber dürften keine weiteren 500 Jahre bei einem Kampf in der Hauptstadt vergehen.

Wiederauferstehung des berüchtigten Elitebataillons 3-16?

(Tegucigalpa, 7. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Das aufgelöste Armeebataillon 3-16 hat sich nach Informationen des Komitees zur Verteidigung der Menschenrechte unter dem Namen Bataillon zur Gegenspionage neu gegründet. Es soll aus 20 Mitglieder des Kommandos für Spezialaktionen bestehen. Das Bataillon 3-16 agierte in den 80er Jahren. Es wird sogar nach einem Bericht des US- Außenministeriums für das Verschwindenlassen von 184 Personen in dieser Zeit verantwortlich gemacht. Die Einheit hatte den Ruf, eine offizielle Todesschwadron zu sein. Die Mitglieder des neuen Bataillons wurden als Elitegruppe der Streitkräfte zwischen 1982 und 1984 von isrälischen Militärberatern für Aufgaben wie Überfälle, Geiselbefreiung, Entführung, städtische Aufstandsbekämpfung und Sprengstoffbenutzung ausgebildet. Ramon Custodio, der Vorsitzende des Menschenrechtskomitees, erklärte auf einer Pressekonferenz, die Spezialeinheit werde zusammen mit gewöhnlichen Kriminellen und ehemaligen Militärs von den Streitkräften dazu benutzt, ein Klima der Unsicherheit im Land zu schaffen.

ARGENTINIEN

Anschlag oder Selbstmord? Zeuge im Mordfall Cabezas schwer

verletzt

(Dolores, 8. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Ein Polizist, der mit dem Mord an dem Fotojournalisten José Luis Cabezas in Verbindung gebracht wird, wurde mit einem Kopfschuß auf der Toilette der Polizeikaserne in Valeria del Mar aufgefunden. Noch ist nicht sicher, ob der 49jährige Polizist Carlos Mariano Quinteros überleben wird, da die Kugel auch einen Teil der Gehirnmasse zerstörte. Eine Hypothese besteht darin, daß Quinteros sich mit seiner eigenen Dienstwaffe umbringen wollte, eine andere zielt darauf ab, daß der Polizist umgebracht werden sollte, damit er nicht vor Gericht aussagen könne. Er hatte eine richterliche Vorladung bekommen, um im Mordfall Cabezas auszusagen. Quinteros war von dem vor einem Monat verhafteten Polizeichef der Kaserne in Valeria del Mar erwähnt worden. Er soll die Mörder des Journalisten gut gekannt haben. Es wird davon ausgegangen, daß er auch etwas über das geplante Verbrechen an Cabezas wußte.

Vor 20 Jahren gründeten sich die Mütter von der Plaza de Mayo

(Buenos Aires, 5. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Vor 20 Jahren, zur Zeit der Militärdiktatur, kam eine Gruppe argentinischer Mütter, deren Söhne spurlos verschwunden waren, zum ersten Mal auf der Plaza de Mayo zusammen. Sie wurden zu einem Symbol des Widerstands gegen das Regime. Die Idee zu der Initiative auf dem öffentlichen Platz gegenüber dem Präsidentensitz hatte Azucena Villaflor. Wegen ihrer Führungsrolle erlitt sie das gleiche Schicksal wie ihre Kinder. Sie wurde 1997 zusammen mit zwei französischen Nonnen und anderen Familiengehörigen von Verschwundenen entführt. Verantwortlich für das Schicksal von Villaflor und der Nonnen Alice Domon und Leonie Duquet war der Kapitän Alfredo Astiz. Er hatte sich in die Gruppe eingeschlichen, indem er vortäuschte, Angehöriger einer verschwundenen Person zu sein. Die Mütter der Plaza de Mayo, die immer wieder auf das Schicksal von – nach ihren Schätzungen – 30.000 verschwundenen Menschen unter der Militärdiktatur aufmerksam machen, spalteten sich 1986. Eine kleine Gruppe ging unter dem Namen Mütter der Plaza de Mayo- Gründungslinie eigene Wege. Dennoch: Die Mütter von der Plaza de Mayo versammeln sich immer noch jeden Donnerstag vor dem Regierungspalast und zeigen ihren ungebrochenen Einsatz, die Wahrheit zu finden und für Gerechtigkeit für ihre Angehörigen zu fordern.

VENEZUELA

Schachzug Indígenas im Amazonasgebiet

(Caracas, 5. Mai 1997, pulsar-Poonal).- Die Politiker*innen, die den venezolanischen Teil der Amazonasregion kontrollieren, wollen sich über zwei Urteile des Obersten Gerichtshofes hinwegsetzen, um eine Aufteilung der neu geschaffenen Provinz nach ihrem Geschmack durchzusetzen. Die Entscheidung der Richter*innen gab den 19 Indígena-Völkern der Amazonasprovinz das Recht, eine Landkreisaufteilung zu fordern, die ihren Gebräuchen und Glaubensüberzeugungen entsprach. Die staatlichen Autoritäten hatten zuvor beschlossen, das Gebiet willkürlich in neun Landkreise aufzuteilen. Auf die Indígenas, die 95 Prozent der venezolanischen Amazonasbevölkerung repräsentieren, nahmen sie dabei keine Rücksicht. Sie ließen sich von politischen und wirtschaftlichen Interessen in einem weitgehend unberührten Gebiet mit enormem Reichtum an Mineralien leiten. Jetzt klagen Menschenrechtsorganisationen und die Regionalorganisation der Indígena-Völker des Amazonas die Minderheit der Nicht-Indígenas an, weil sie das Gerichtsurteil nicht respektieren wollen. Zur Legitimation haben sie sich eine „Volksbefragung“ in der Hauptstadt der neuen Provinz ausgedacht. Dies ist der einzige Ort, wo die Indígenas im Amazonasgebiet nicht die Bevölkerungsmehrheit stellen.

BRASILIEN

Zum Tod von Paulo Freire

(Mexiko-Stadt/München, Mai 1997, Poonal).- Am 2. Mai 1997 starb der Pädagoge Paulo Freire 75jährig in Sao Paulo. Die folgende Beschreibung seines Lebensweges beruht auf einer Würdigung, die von der Paulo-Freire-Gesellschaft in München verfaßt wurde.

Freire zeichnete sich als Pädagoge wie kein anderer dadurch aus, den Dialog zu pflegen. Er ermunterte alle pädagogisch und politisch Tätigen, die Lebenswelt mit den Lernenden zu teilen und mit ihnen gemeinsam Wege zu entwickeln, ihre Situation zu verändern. Geboren wurde er 1921 in Recife im Nordosten Brasiliens. 1928 zog die Familie aufgrund wirtschaftlicher Schwierikgkeiten in die Stadt Joboatao. Als Paulo Freire 13 Jahre alt war, starb der Vater und für eine ganze Reihe von Jahren regierte der Hunger in Paulo Freires Leben. „In der Schule konnte ich das Vierer-einmaleins nicht, kannte auch nicht die Hauptstadt Englands, ich kannte aber die Geographie des Hungers…“ Mit großer Anstrengung gelang es ihm, ein Jurastudium zu absolvieren. 1944 heiratet Freire die Grundschullehrerin Elza Maria Oliviera. Von ihr wurde er angeregt, sich intensiv mit erziehungswissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Ab 1946 arbeitete er als Lehrer für portugiesische Sprache in der Abteilung für Erziehung und Kultur im Sozialdienst der Industrie, später war er dort als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco tätig. Nach zehn Jahren gab Paulo Freire diese Arbeit jedoch auf. Teils wegen Unstimmigkeiten mit der Unternehmerseite, der seine demokratische Arbeitsmethode nicht gefiel, teils weil ihm die Grenzen seiner Arbeit bewußt wurden.

Sein Einfluß in der Pädagogik wurde jedoch eher größer. 1961 startete eine von Freire konzipierte landesweite Alphabetisierungskampagne in Brasilien. Der damalige Präsident Goulart ordnete an, daß mit Freires Methode in „20.000 Kulturzirkeln“ 2 Millionen Erwachsene alphabetisiert werden sollten.Der Staatsstreich der Militärs im Jahr 1964 bracht Freire erst 75 Tage ins Gefängnis und dann ins Exil. In der Folgezeit arbeitete er unter anderem 4 Jahre in Chile (Agrarministerium, Fortbildung für landlose Bauern) und ein Jahr an der Universität in Harvard (USA) als Gastprofessor. 1971 übernahm er beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf die Stelle als Berater für Bildungsfragen in den „Entwicklungsländern“. In dieser Zeit war er in vielen Ländern (in Sao Tomé und Principe, Mozambik, Angola, Nicaragua) tätig. 1980 bekam er im Rahmen der beginnenden Demokratisierung in Brasilien die Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil. Dort arbeitete er bei der Erzdiözese Sao Paulo unter Kardinal Arns, lehrte an der Katholischen Universität (PUC) und war ab 1989 Stadtrat für Erziehungsangelegenheiten in Sao Paulo. Von diesem Posten trat Freire 1991 zurück, um wieder mehr im Bereich der wissenschaftlichen und beraterischen Arbeit tätig zu sein.

In der Diskussion um Freires Erziehungsmethoden ging es immer auch darum, inwieweit seine Erfolge in den Entwicklungsländern auf die Industrieländer übertragbar seien. Er selbst ging 1994 bei einem Vortrag in München darauf ein: „Die an mich oft gerichtete Frage oder Feststellung lautet: 'Paulo, Du bist ja schon ein interessanter Mensch. Auch Dein Diskurs ist schön, aber Du sprichst nicht von unserer Wirklichkeit. Wir, in der Ersten Welt, haben nichts mit dieser Bewußtseinsbildung zu tun.' Hinter solchen Feststellungen oder Fragen verbirgt sich in Wirklichkeit die Angst davor, die Dritte Welt in der Ersten Welt zu entdecken.Es ist die Angst davor, die Verantwortung für die ungerechte Weltordnung zu übernehmen, „anzunehmen“. Es ist das Schuldgefühl, Erst-Weltler zu sein. Dieses Schuldgefühl sollte abgelegt, am besten auf den Müllhaufen geworfen werden. Keine Angst vor der Freiheit zu haben, das ist notwendig. Ich spreche von Pädagogik, der Wissenschaft der Erkenntnis, von Politik etc. und ich glaube nicht, daß alle diese Bereiche, über die ich spreche, daß es diese Bereiche in der „1. Welt“ nicht geben soll. Ich spreche genau von dieser pädagogischen Beziehung zwischen den Menschen und ich glaube nicht, daß diese pädagogische Beziehung zwischen den Menschen der „1. Welt“ nicht stattfindet. Das ist also die „Angst vor der Freiheit“ von den „Erst-Weltler*innen“. Ich sage Euch aber auch, daß ich Angst vor der Freiheit habe. Was ich aber wirklich versuche, in meinem Leben zu praktizieren, ist: die Freiheit zu lieben und nicht Angst vor ihr zu haben.“

Paulo Freire hat von über 20 Universitäten die Ehrendoktorwürde erhalten. Seine Bücher sind in 18 Sprachen weltweit übersetzt. Die wichtigsten Bücher, in denen er die Grundelemente seiner befreienden Pädagogik darlegte, waren:

Pädagogik der Unterdrückten, Reinbeck, 1973 -Manuskript 1968. Pädagogik der Solidarität – Für eine Entwicklungshilfe im Dialog, Wuppertal, 1974

Erziehung als Praxis der Freiheit, Reinbeck 1977 (in Brasilien 1965 erschienen)

Dialog als Prinzip – Erwachsenenalphabetisierung in Guinea-Bissau, Wuppertal, 1980.

„Der Lehrer ist Politiker und Künstler – Neue Texte zur befreienden Bildungsarbeit“, Reinbeck 1981

1994 erschien das Buch „Pädagogik der Hoffnung“ in Englisch und Portugiesisch, eine engagierte Anwendung seiner Erziehungskonzeption auf die 90er Jahre.

Sein letztes Buch „Im Schatten des Mangobaumes“ (Rio 1995) kann als Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell gelesen werden. In ihm entwickelt er die Aufgaben des dialog-orientierten progressiven Pädagogen in postmodernen Zeiten.

Die Ideen Paulo Freire's wurden hier durch die 1977 gegründete Europäische Arbeitsgruppe Bewußtseinsbildung verbreitet, die sieben Mitgliedsgruppen umfaßte: Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitischer Arbeitskreise München, Centro di Animazione per 'l Autogestione Populare (Palermo / Italien), Friedensuniversität Namur (Belgien) Jugendakademie Walberberg (Bornheim Köln) Institut Öcuménique pour le Dévelopement des Peuples (Paris), Mouvement d' Animation de Base / International Ontmoetingscentrum (Hasselt / Belgien) und die Escuela Professionale Emigrati / Berufsschule der Emigrierten (Zürich). Aus diesem Dachverband ist Anfang der neunziger Jahre in Deutschland und Belgien die Paulo-Freire- Gesellschaft e.V. München entstanden, die sich der Aufgabe stellt, die theoretischen Grundlagen der Freire-Pädagogik zu erforschen und die Praktiker mit den Forschern in Verbindung zu bringen. Zahllose Fachtagungen wurden in den verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt.

Vor allem in Süd- und Mittelamerika hat Paulo Freire grundlegende Veränderungen in der Erwachsenenbildung bewirkt, aber auch in Afrika bildet sein Ansatz die Grundlage der bildungspolitischen Basisarbeit. Freire selbst hat längere Zeit in den ehemaligen portugiesischen Kolonien (Angola, Mozambik, Sao Tomé und Principe) gearbeitet und dort einen entscheidenden Einfluß auf das Bildungssystem ausgeübt. Heute werden die anthropologischen und pädagogischen Prinzipien der Freire-Pädagogik in Schwarzafrika in zahllosen Bildungsorganisationen angewandt. An zukünftigen Aufgaben hätte es Paulo Freire nicht gefehlt. Für Juli dieses Jahres war er von der UNESCO zum Weltkongreß der Erwachsenenbildung nach Hamburg eingeladen, die Paulo-Freire- Gesellschaft plante eine Tagung in Loccum und Treffen mit ihm in verschiedenen Städten. Für das Wintersemester 1997 hatte ihn die Harvard-Universität zur Entwicklung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert eingeladen.

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