Guatemala

Polochic: die ersten 30 Familien umgesiedelt


Guatemala desaljo-ingenio-chabil Utzay. Foto: Archiv(Guatemala-Stadt, 14. Dezember 2013, cerigua).- Der kämpferische Einsatz der betroffenen guatemaltekischen Gemeinden und die landesweite und internationale Solidarität für die 2011 aus dem Tal von Polochic vertriebenen 769 Familien konnte einen ersten Erfolg verbuchen: Es stehen nun Ländereien für 140 Familien zur Verfügung; am 13. Dezember wurden bereits die ersten 30 Familien auf die Farm San Valentín in Alta Verapaz umgesiedelt. Ein Abkommen mit der Regierung sieht vor, dass dieser Prozess erst enden soll, wenn alle 769 Familien Land haben, sowie ein vernünftiger Umzug und die Wiederansiedlung gesichert sind. Das teilte die Kampagne „Vamos al Grano“ mit.

Im März 2011 waren die 769 Bauernfamilien der Q’eqchi gewaltsam von Polizei, Militär und Personal der Zuckerrohrfirma Chabil Utzaj geräumt worden. Die insgesamt 14 Gemeinden fanden sich ohne Land und ohne Dach über dem Kopf in einer hoffnungslosen Situation wieder, die von Hunger, Unterernährung, Unsicherheit und mangelnder Gesundheitsversorgung geprägt war.

Die Sprecherin Matilde Caal würdigte die nationale und internationale Unterstützung seitens der Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen; ohne diese Unterstützung wären ihre Forderungen nicht beachtet worden, erklärte Caal: „Es ist ein Erfolg für uns, für die Gemeinde und für das Land, denn wir haben gekämpft und den Grund und Boden verteidigt; wir werden weiter arbeiten, bis wir Ländereien auch für unsere noch fehlenden Brüder und Schwestern haben.“

Der nächste Umzug ist schon geplant: Ende Februar 2014 sollen weitere 110 Familien auf die ebenfalls in Alta Verapaz gelegene Farm Sactelá umziehen. Von dort aus sollen sie den 629 Familien helfen, die weiterhin auf Land warten. Die Erklärung endet mit dem Gedenken an die in dem Konflikt getöteten AktivistInnen: Margarita Chub Che, Antonio Beb Ac, Óscar Reyes und Carlos Cucul Tot.

(Bei poonal gibts es auch weitere Berichte zur Räumung in Polochic und zwar hier und hier.)

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