Kuba

Politische Gefangene wollen nach Spanien


(Rio de Janeiro, 12. Juli 2010, púlsar).- In den kommenden vier Monaten werden auf Kuba 52 politische Gefangene freigelassen. Dies ist der Vermittlung des Erzbischofs von Havanna, Jaime Ortega, und des spanischen Außenministers Miguel Ángel Moratinos zu verdanken. Erzbischof Ortega erklärte am 10. Juli, dass 17 der Gefangenen zusammen mit ihren Familien nach Spanien übersiedeln wollen. Sieben von ihnen sind bereits mit insgesamt 33 Angehörigen in Madrid angekommen.

Bei den 52 zu Entlassenden handelt es sich um Personen, die 2003 von kubanischen Gerichten zu Haftstrafen von sechs bis 28 Jahren Dauer verurteilt worden waren, da sie „Söldner im Dienst einer ausländischen Macht“ seien. Im aktuellen Bericht von Amnesty International für 2010 heißt es, auf Kuba gebe es „mindestens 53 Gefangene aus Gewissensgründen“. Da ein Gefangener bereits im Juni entlassen wurde, wird die kubanische Regierung jetzt genau diese Zahl erreichen.

Die EU verfolgt hinsichtlich Kubas eine „gemeinsame Politik“, die darauf basiert, die wirtschaftlichen und politischen Verbindungen von einer Verbesserung der Menschenrechtslage auf der Insel abhängig zu machen. Hinzu kommt die Handelsblockade, welche die USA seit 1962 gegenüber Kuba aufrechterhalten.

Amnesty International zufolge gibt es nicht nur auf Kuba, sondern in 42 Prozent der G-20-Staaten politische Gefangene. Von den 153 Ländern, über die Informationen vorliegen, beträgt der Anteil demnach 30 Prozent.

CC BY-SA 4.0 Politische Gefangene wollen nach Spanien von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Haiti: Parlament diskutiert ausdrückliches Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe (Montevideo, 20. Juli 2017, la diaria).- Der haitianische Senat diskutiert seit 18. Juli einen Gesetzesentwurf, der die Eheschliessung zwischen Personen gleichen Geschlechts verbieten würde, wie die Tageszeitung Le Nouvelliste und die Nachrichtenagentur Efe berichteten. Auch wenn diese Form der Verbindung in Haiti bereits illegal ist, zielt die Initative auf ein ausdrückliches Verbot der Homosexuellen-Ehe und deren strafrechtliche Verfolgung ab und ist Ausdruck der im Land he...
Tragödie mit Ankündigung: Massaker in Gefängnissen (Lima, 15. Januar 2017, noticias aliadas).- Zwischen dem 1. und 2. Januar 2017 sind 56 Gefangene in Brasilien ums Leben gekommen, nachdem es zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden im Gefängniskomplex von Anisio Jobim am Rande von Manaus, der Hauptstadt des nordwestlichen Bundesstaates Amazonas, gekommen war. Vier Tage später wurden 33 Gefängnisinsassen in der Haftanstalt Agricola Monte Cristo in Boa Vista, der Hauptstadt des Bundesstaates Roraima im Norden de...
Regierung begnadigt 787 Gefangene (Sao Leopoldo, 16. November 2016,  ihu on-line).- Die kubanische Regierung hat beschlossen, 787 Verurteilte zu begnadigen. Das teilte die offizielle Tageszeitung Granma mit. Anlass war ein Aufruf des Papstes anlässlich des “Heiligen Jahres der Barmherzigkeit”. Bei einer Feier zum “Jubiläum der Gefangenen” sollten die Regierungen Nachsicht üben und Gefangenen die Möglichkeit geben, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Zwar hatten mehrere Regierungen daraufhin beto...
Neue Maßnahmen gegen Pandillas (Guatemala-Stadt, 15. August 2016, cerigua).- El Salvador leitet eine neue Phase außergewöhnlicher Maßnahmen gegen die Pandillas, die Banden ein. Diese Schritte waren zu Beginn dieses Jahres ins Leben gerufen worden – trotz der Zweifel hinsichtlich ihrer Effektivität und trotz der Angst, dass diese die Rechte der Bürger*innen verletzen könnten. In einem von dem Nachrichtenportal ‘Insight Crime’ veröffentlichten Artikel wird berichtet, dass der Minister für Justiz und öffen...
onda-info 386 Hallo und willkommen zum onda-info 386. Wir beginnen mit drei Meldungen. Bei einem Gefängnisaufstand in Guatemala starb der wegen Mordes verurteilte Ex-Oberst Byron Lima Oliva. Onda-info beleuchtet die Hintergründe. In Washington wies ein internationales Schiedsgericht eine Klage des Tabakkonzerns Philip Morris gegen den uruguayischen Staat zurück. Dazu eine kurz Nachricht. Und weiter geht es nach Mexiko. Dort wurden die ersten Lizenzen zum Betreiben kommunaler, indigener Ra...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.