Peru

Peru ändert Rechtsnorm des Andenbundes über intellektuelles Eigentum


(Rio de Janeiro, 14. August 2008, púlsar).- Inmitten der weltweiten Diskussionen über die Ernährungskrise und Patente auf genetisch verändertes Saatgut, hat Peru den Beschluss 486 über intellektuelles Eigentum in der Andengemeinschaft CAN (Mitglieder: Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Peru) den US-amerikanischen Interessen angepasst.

So hat Peru die Rechtsnorm über das “biologische und genetische Erbe und traditionelles Wissen” verändert. Ecuador und Kolumbien begrüßten diese Maßnahme, Bolivien lehnt sie ab.

Saatgut, das über Jahrhunderte von Kleinbauern entwickelt wurde, kann in Peru in Zukunft von transnationalen Konzernen patentiert und genetisch verändert werden. Ist dies einmal geschehen, müssen die Kleinbauern das Saatgut von den Konzernen kaufen, um es weiterhin benutzen zu können.

Artikel 7 der Rechtsnorm besagt zudem, dass man jegliche Anträge, die die Rechtsnorm betreffen, der entsprechenden Dienststelle auf Spanisch vorlegen muss. Der indigenen Bevölkerung der Andenregion Perus, die häufig kein Spanisch spricht, wird es damit erschwert, ihre Samen patentieren zu lassen, bevor dies ein transnationaler Konzern tun kann.

Laut Artikel 19 kann eine Erfindung dann patentiert werden, wenn „das Objekt durch die Industrie produziert oder benutzt werden kann, wobei sich Industrie auf jegliche produktive Aktivität, inklusive Dienstleistungen, bezieht“.

Mit der Änderung der Bestimmung 486 bringt Peru sein Ziel voran, einen bilaterialen Freihandelsvertrag mit den USA abzuschließen.

CC BY-SA 4.0 Peru ändert Rechtsnorm des Andenbundes über intellektuelles Eigentum von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Freie Fahrt für europäische Unternehmen: Die Neuverhandlungen des Abkommens EU/Mexiko „Land und Freiheit“ (tierra y libertad): Emiliano Zapata und der Ruf nach . Ausschnitt des Wandbilds von Diego Rivera im Nationalpalast von Mexiko Stadt | Foto: Cbl62 (public domain) Mexiko ist ein wichtiger Markt für europäische Unternehmen. In erster Linie allerdings als Durchgangsstation auf dem Weg in den noch viel attraktiveren US-amerikanischen Markt. Durch das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA kommen auch europäische Firmen, die in Mexiko produzieren, in ...
Monsanto und die mexikanischen Bauern und Bäuerinnen Der erste Teil der Versicherung ist glaubhaft. Allerdings kaum aufgrund humanitärer Gründe, wie es im Audio durchzuhören ist, sondern aus strategischen Vermarktungsgründen. Der zweite Teil ist eine Lüge, die nicht einmal die Monsanto-Leute glauben dürften. Derzeit dürfte Monsanto wegen dreier Vorbehalte diesen mexikanischen Bauern gar nicht verklagen. Erstens: Das mexikanische Bundesgesetz über Pflanzensorten (LFVV) schützt das Saatgut des züchtenden Bauern und verbietet Pate...
Monsanto kämpft um seine Vorherrschaft Von Silvia Ribeiro* Genmais in den USA / Foto: lindsay Eyink, CC BY 2.0, flickr (Mexiko-Stadt, 16. April 2016, La Jornada).- Seit dem vergangenen Jahr befindet sich die Chemie- und Saatgutindustrie in Eruption. Wenn wir nicht aufpassen, wird ihre giftige Asche auf unserem Teller landen. Monsanto, das weltweit größte Unternehmen für gentechnische veränderte Organismen (GVO) und kommerzielles Saatgut versuchte zweimal, Syngenta, den weltweit größten multinationalen Konze...
Multi Syngenta bald in chinesischen Händen – Rückschlag für Monsanto von Sergio Ferrari Anti-Werbung für den umstrittenen Konzern Syngenta. Foto: Flickr/sehroiber (CC BY-NC 2.0) (Bern, 4. Februar 2016, Diario Dominicano).- Das chinesische Staatsunternehmen ChemChina wird den Schweizer Saatgut- und Pestizidkonzern Syngenta für die Summe von 43 Milliarden Dollar aufkaufen. Dies kündigte die Schweizer Firma mit Sitz in Basel am 4. Februar an. Es wird sich um die größte Operation dieser Art handeln, die ein Unternehmen des asiatischen Lande...
Wir wollen Speisesäle, keine Futtertröge von Silvia Ribeiro (Mexiko-Stadt, 03. Oktober 2015, la jornada).- Lediglich sechs Unternehmen kontrollieren 63 Prozent des weltweiten Handelssaatgutes, 75 Prozent der Agrargifte und 75 Prozent der entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Privatsektor. Es handelt sich um Monsanto, Dupont-Pioneer, Syngenta, Dow, Bayer und BASF. Zusammen kontrollieren sie 100 Prozent des Gensaatgutes im Handel. Die Zahlen sind erdrückend, doch die Unternehmen wollen noch mehr. Am 30...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.