Kolumbien

Paramilitärs verschärfen Drohungen gegen Indigene


von Ani Dießelmann

Esmad-Polizist mit Machete im Einsatz gegen Landbesetzer im Nordcauca. Foto: Amerika21/Pueblosencamino.org(Cauca, Kolumbien, 15. März 2015, amerika21.de).- Im Kontext der Landbesetzungen durch Indigene im im Norden der kolumbianischen Region Cauca haben die paramilitärischen Gruppen Águilas Negras und Rastrojos erneut Drohungen ausgesprochen. Zugleich kündigten sie die „Vernichtung der Indios“ an. Seit November 2014 besetzen Indigene im Norden des Bundesstaates Cauca Land, das ihnen per Dekreten von 1993 und 1999 zugesprochen worden ist, jedoch nie übergeben wurde, da es von Großgrundbesitzern der Zuckerfirma INCAUCA mit privaten Sicherheitsfirmen militärisch verteidigt wird.

Seit Anfang Februar spitzt sich die Lage zu, es gab hunderte Verletzte und es wird von bis zu drei Toten berichtet. Im Einsatz gegen die Landbesetzer*innen sind Truppen der ESMAD (Spezialeinheit der Polizei zur Aufstandsbekämpfung) und des Militärs. Nach Angaben von Beobachter*innen arbeiten die paramilitärischen Truppen und die Sicherheitsdienste der Zuckerrohrfirmen eng mit ihnen zusammen.

Sicherheitsdienst und Paramilitärs arbeiten zusammen

Morddrohungen der Paramilitärs werden täglich gemeldet. Eine gegen die Landbesetzer*innen gerichtete erreichte die indigene Selbstregierung am 10. März. In dem Schreiben heißt es: „Wenn die ESMAD es nicht schaffen, das Land zu säubern, kommen wir“. Der Aufruf endet mit: „Vereint für ein Nordcauca ohne Indios.“

Einige Tage zuvor erhielt die Gouverneurin des Reservats Huellas, Margarita Hílamo, eine SMS-Nachricht mit der Aufforderung: „Hol die Leute von der Farm La Emperatriz, denn in zehn Stunden schicke ich euch 1.600 Männer der Águilas Negras um alle zu töten, die noch da sind.“ Bereits vorher waren von derselben Nummer Morddrohungen an sie versendet worden. Am selben Tag wurde auch der Gouverneurin des Reservats Concepción, Nini Johanna Daza, eine Morddrohung per SMS gesendet.

Anfang März wurden schriftliche Morddrohungen gegen zahlreiche Sprecher*innen der Landbesetzer*innen verschickt. Diese sind stets unterzeichnet von den Gruppen Águilas Negras oder Rastrojos, neuerdings auch von beiden gemeinsam. Den jüngsten Schrieb unterzeichnete das Kommando „soziale Säuberung“ der Rastrojos zusammen mit dem „antikommunistischen Kommando“ der Águilas Negras.

Amnesty international ruft zu Eilaktion auf

Auch Organisationen, die ihre Solidarität mit den Landbesetzungen bekunden, sind im Visier der Paramilitärs. So fanden Mitarbeiter*innen der regionalen Indigenenorganisation ORIVAC in den Morgenstunden des Donnerstag eine Morddrohung, die unter der Tür ihrer Organisation durchgeschoben worden war. In mehreren umliegenden Reservaten wird von bewaffneten Vermummten berichtet, die mit Motorrädern durch die Siedlungen fahren und Zettel hinterlassen, auf denen unter anderem steht: „Wenn ihr nicht in 24 Stunden das Land verlasst werdet ihr alle umgebracht“.

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